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‘인간의 조건’ 그리고 이야기하기 - 프레트 반더의 『일곱 번째 우물』을 중심으로

Die Conditio humana und Bedeutung des Erzählens - Unter besonderer Berücksichtigung des Romans Der siebente Brunnen von Fred Wander

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주제분류독일어와문학

초록

Bisher wurde die Vergangenheitsaufarbeitung bzw. - bewältigung in derdeutschen Literatur häufig thematisiert und diskutiert. Der Fokus derDiskussion lag dabei vorwiegend auf der inhaltlichen, thematischen Seite, etwaauf den Fragen, was es damals war und wie schrecklich es geschah. Auch dieSchriften der Überlebenden aus den Konzentrationslagern bildeten in dieserHinsicht keine Ausnahmen. Jean Améry oder Ruth Klüger wolltenbeispielsweise in ihren stark autobiographisch gepägten Schriften mimetisch ihrememoria berichten. In dem vorliegenden Beitrag wird Fred Wanders Roman Der siebenteBrunnen zum ersten Mal in Korea analysiert und dabei die Frage gestellt, wieund warum dieser Autor, anders als die anderen Überlebenden, die Erzählformeines traditionellen fabulierenden Erzählers für seine dunkelsten Erfahrungenund Erlebnisse auswählte und welche Funktion diese spezifische Erzählformerfüllte. Wander läßt nicht nur einen legendären Erzähler Mendel Teichmannals Hauptfigur im Roman auftreten, sondern erzählt auch selber dieverschiedenen Vergangenheiten der inzwischen vergessenen, ermordeten Juden. Diese Erzählweise erfüllte zuerst eine tröstende und erlösende Funktion, dieWander von der ostjüdischen, hassidistischen Tradition übernommen hat, wobeider Benjaminsche Austausch der Erfahrungen und die Kommensurablität in derErzählgemeinschaft entstand. Zweitens ist Wanders Roman als revellierendes Narrativ zu charkaterisieren, insofern er gegen die jegliche Individualitätvollkommen zerstörende Wirklichkeit der Lager Widerstand leistet und denFiguren durch Erinnern und Erzählen ihre glücklichen und unglücklichenindividuellen Vergangenheiten wiedergibt. Zugleich ist Wanders Schreibengegen die literarische Wirklichkeit der damaligen DDR gerichtet, die unter demMotto des Antifaschismus der sozialistischen Ideologie dieVergangenheitsaufarbeitung der BRD zuschrieb und sich selbst dieser Arbeitverweigerte.

Abstract

Bisher wurde die Vergangenheitsaufarbeitung bzw. - bewältigung in derdeutschen Literatur häufig thematisiert und diskutiert. Der Fokus derDiskussion lag dabei vorwiegend auf der inhaltlichen, thematischen Seite, etwaauf den Fragen, was es damals war und wie schrecklich es geschah. Auch dieSchriften der Überlebenden aus den Konzentrationslagern bildeten in dieserHinsicht keine Ausnahmen. Jean Améry oder Ruth Klüger wolltenbeispielsweise in ihren stark autobiographisch gepägten Schriften mimetisch ihrememoria berichten. In dem vorliegenden Beitrag wird Fred Wanders Roman Der siebenteBrunnen zum ersten Mal in Korea analysiert und dabei die Frage gestellt, wieund warum dieser Autor, anders als die anderen Überlebenden, die Erzählformeines traditionellen fabulierenden Erzählers für seine dunkelsten Erfahrungenund Erlebnisse auswählte und welche Funktion diese spezifische Erzählformerfüllte. Wander läßt nicht nur einen legendären Erzähler Mendel Teichmannals Hauptfigur im Roman auftreten, sondern erzählt auch selber dieverschiedenen Vergangenheiten der inzwischen vergessenen, ermordeten Juden. Diese Erzählweise erfüllte zuerst eine tröstende und erlösende Funktion, dieWander von der ostjüdischen, hassidistischen Tradition übernommen hat, wobeider Benjaminsche Austausch der Erfahrungen und die Kommensurablität in derErzählgemeinschaft entstand. Zweitens ist Wanders Roman als revellierendes Narrativ zu charkaterisieren, insofern er gegen die jegliche Individualitätvollkommen zerstörende Wirklichkeit der Lager Widerstand leistet und denFiguren durch Erinnern und Erzählen ihre glücklichen und unglücklichenindividuellen Vergangenheiten wiedergibt. Zugleich ist Wanders Schreibengegen die literarische Wirklichkeit der damaligen DDR gerichtet, die unter demMotto des Antifaschismus der sozialistischen Ideologie dieVergangenheitsaufarbeitung der BRD zuschrieb und sich selbst dieser Arbeitverweigerte.

참고문헌 (31)

  1. Wander, Fred, "Der siebente Brunnen. Roman, 1971" (2005), Neuauflage
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  19. 최윤영, "초국적 이방인의 보호받지 못한 삶과 죽음. 나치 수용소 유대인 생존자들의 글을 중심으로", 탈경계인문학, 15, pp.29~58 (2013)
  20. Adelsberger-Grubinger, Gerald, "Die Erzählkunst Fred Wanders" (2005)
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  27. Klüger, Ruth, "Nachwort, zu Fred Wanders Der siebente Brunnen", pp.151~162 (2005)
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  29. O’Doherty, Paul, "Literature 1971-1976, In The Portrayal of Jews in GDR Ptose Piction" (1997)
  30. Schneider, Ulrike, "Jean Améry und Fred Wander" (2012)
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