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통일 이후 동독인들의 일상 - 잉고 슐체의 「간단한 이야기들」

Alltag von Ostdeutschen im vereinten Deutschland- Ingo Schulzes Simple Storys

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주제분류독일어와문학

초록

장벽이 개방된 지 9년, 공식적인 통일이 된지 8년이 되던 1998년에 발표된 잉고 슐체 Ingo Schulze의 『간단한 이야기들 Simple Storys』은 나오자마자 평단의 주목을 받았다. 언론 매체들엔 긍정적 서평이 줄지어 실렸고, 고대하던 “통일 소설 Roman der Vereinigung”이 마침내 독일문단에 나왔다며 격찬을 아끼지 않았다. 슐체는 1960년대에 출생하여 동독에서 20대 중반까지 경력을 쌓은 후에 통일 이후 비로소 작가로 데뷔한 새로운 작가 세대에 속한다. 그의 두 번째 소설인 『간단한 이야기들』은 장벽 개방과 화폐통합, 독일통일과 그 이후의 사건을 겪으면서 알텐부르크 주민들의 삶이 어떻게 변하는가를 그리고 있다. 슐체는 그들의 이야기를 기존의 전통적 서술방식에서 탈피하여 새로운 형식으로 그린다. 그럼으로써 슐체는 내용뿐 아니라 형식에서도 통일 독일 문학의 새로운 가능성을 열어놓았다.

Abstract

Ingo Schulzes zweiter Roman Simple Storys erschien 1998 und wurde von den Medien als “Roman der Vereinigung” bejubelt. Ingo Schulze gehört zur neuen Autorengeneration, d.h. zu derjenigen, die Mitte der 60er Jahre in der ehemaligen DDR geboren sind und kurz vor und nach der Einheit ihre literarische Karriere begonnen haben. In Simple Storys handelt es sich darum, wie sich das Leben der Bewohner von Altenburg, einer kleinen Provinzstadt in Thüringen, nach der Öffnung der Mauer sowie der Vereinigung geändert hat. Um die Alltagsgeschichte der Ostdeutschen näher und vielgestaltig zu veranschaulichen, nutzt Schulze eine Erzählform, die er von der amerikanischen Short Story Übernommen hat. Simple Storys bestehen aus 29 Kapiteln. In fast jedem Kapitel treten neue Figuren auf und agieren in jeweils eigenen Episoden. Aufgrund der Vielzahl der Episoden beträgt die Zahl der gesamten Figuren des Romans über 38. Die Erzählperspektive und -weise wechseln je nach Kapitel, das jeweils mit einem Titel und einer kurzen Zusammenfassung beginnt. Diese Form erinnert an die der Short Stories von Ernest Hemingway, Sherwood Anderson oder Raymond Carver. Darüber hinaus läßt sich Simple Storys als einen literarischen Ausdruck des Films Short Cuts von Robert Altman charakterisieren, dessen Kamera statt Identifikation und Empathie mit Distanz die Figuren präsentiert. Trotz Vielzahl und Verschiedenheit der Episoden gibt es in dem Roman einen roten Faden: Altenburg ist zugleich Bühne wie auch eigentlicher Held des Romans, weil der Alltag der Bewohner von Altenburg das zentrale Thema ist. Indem Schulze möglichst viele Episoden der verschiedenen Bewohner darstellt, gelingt es ihm, den Alltag der Ostdeutschen exemplarisch zu rekonstruieren. Durch die Episoden werden die einzelnen Schicksale der Altenburger offenbar. In Simple Storys werden sowohl Erfolgs- als auch Verlustgeschichten der Einzelnen panoramatisch dargestellt. Der Fall der DDR und die daraus resultierende Vereinigung waren für die Ostdeutschen nicht nur ein politisches, sondern auch ein existentielles Ereignis, das ihr Leben tief geprägt hat. Es brachte den Boden, auf dem die Ostdeutschen Wurzeln geschlagen hatten, zum Beben. Nach der Einheit fielen sie in Schwierigkeiten, weil sie sich an ein neues System gewöhnen und andere Werte erlernen mußten. Diese Schwierigkeiten lassen sich in allen Episoden des Romans finden. In den meisten Episoden des Romans spielt das Geld die zentrale Rolle: die ostdeutsche Gesellschaft hat sich in eine kapitalistische gewandelt. In der nun vereinigten Gesellschaft bestimmt das Geld das Leben der Ostdeutschen und das Maß dessen, wie gut oder schlecht sie leben können. Während sie in der DDR-Zeit am Mangel an politischer Freiheit und Reisefreiheit gelitten haben, können sie nach der Einheit die Freiheit nicht genießen, weil sie nicht genügend Geld haben. Die vielfältigen Geschichten der verschiedenen Figuren zeigen, dass die Ostdeutschen nach der Einheit ihre bisherige Identität verloren und eine neue noch nicht gefunden haben. Die meisten haben bittere Erfahrungen machen müssen, weil sie nach der Einheit ihre Arbeitsstelle verloren haben. Ihnen ist bestimmt, ein hartes Leben als Arbeitsloser bzw. ein provisorisches und prekäres als Kurzarbeiter zu führen. Wissen, Kenntnisse und Positionen, die sie in der DDR erworben hatten, gelten nicht mehr in der neuen Gesellschaft. Deswegen irren die Bewohner Altenburgs umher, ohne die Fragen nach Sinn und Ziel des Lebens neu stellen zu können. Der Zwang zur unerbittlichen Modernisierung führt sie in das Orientierungsdilemma des vereinten Deutschlands. Diese Probleme schildert Schulze in Simple Storys nicht direkt, sondern neutral durch die Gespräche zwischen den Figuren und die Episoden um ihr Alltagsleben. In diesem Sinne kann man Simple Storys “einen Zeitroman” nennen.

참고문헌 (14)

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