레싱의 반지우화에 나타난 언어 미학적 특성
Lessings Ringparabel aus ästhetischen Perspektiven
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초록
Die Ringparabel gilt als ein Schlüsseltext für die moderne Parabeldiskussion sowie für die Aufklärung, die als das ‘unvollendete Projekt der Moderne’ fortzusetzen ist. Sie gewinnt heute im globalen Zeitalter, in dem dringend nach der interreligiösen und interkulturellen Kommunikation gefragt wird, immer mehr an Bedeutung. Nach dem 11. September 2001 greift man auch im realpolitischen Diskurs auf die Ringparabel auf. Dieser Kerntext der Aufklärung spielt also sowohl in religiösen als auch in politischen Fragen der globalisierten Welt nach wie vor eine wichtige Rolle. Aber manche religiöse oder politische oder ethische Diskussion, die sie thematisiert, geht in einseitiger und oberflächlicher Weise nur auf ihren explizit dargestellten moralischen Imperativ ein. Dabei läuft man die Gefahr, die vielschichtige poetische Dimension der Parabel außer Acht zu lassen, ohne die sie aber zu einer bloßen Moralpredigt degradiert wird. In dieser Arbeit geht es in diesem Sinne darum, die Ringparabel vom statischen vulgären Moralkodex zu retten zu versuchen, und zwar dadurch, ihre vielfältigen ästhetischen Gesichtspunkte zu beleuchten und ihre Intention darzulegen. Dadurch lässt sich auch die Aktualität und die Bedeutung der Parabel viel effektiver wirken. Erstens, die Parabolik der Ringparabel erweitert bzw. überwindet den herkömmlichen Parabelbegriff des Dualverhältnisses von ‘Sachhälfte’ und ‘Bildhälfte’, dass sie die modern offene Parabel vorwegnimmt. Zweitens, die Ringparabel kennzeichnet sich bei aller heiklen ernsten Thematik durch den heiteren Spielcharakter. Das ist schon in der Eigenschaft des Rings angelegt, der “hundert schöne Farben spielte”, was sich von der Novelle Boccaccios wesentlich unterscheidet. Und Nathans Umgang mit dem Ring und seinem Parabelhörer zeigt sich so spielerisch, wie er beispielsweise Schach spielt. Es ist kein Zufall, dass eine Schachpartie vor der Einführung der Ringparabel ausführlich dargestellt ist. Das heißt, Schachspiel und ‘Ringspiel’ ergeben im Drama interessante Parallelen. Lessing ist sich von Anfang an dessen bewusst, dass er sich mit einem Theaterspiel befasst. Drittens, im Wandel des Rings kann man einen semiotischen Aspekt finden, weil der Ring durch die Kopie im Endeffekt zu einem bloß symbolischen Zeichen wird. Und die Tatsache, dass sich der erste einmalige Ring durch die Kopie vervielfacht, dadurch seine geheime Kraft verliert und aber die demokratische soziale Dimension eröffnet, besagt die Bedeutung des reproduzierbaren Kunstwerkes im Sinne Walter Benjamins (Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit). Viertens, die Einführung des Gerichtsverfahrens in die Parabel führt den Zuschauer zur Verfremdung im doppelten Sinne. Denn die Erzählung eines Märchens auf der Bühne schafft schon eine Distanz zur dramatischen Handlung, und die Erzählung selbst wird durch das Gerichtsverfahren relativiert. Es stellt sich fest, dass die Parabel und das Gerichtsverfahren in ihrer Struktur und Intention eine wichtige Gemeinsamkeit haben, wie auch die Forschung betont. Beide zielen durch den Vergleich von zwei Standpunkten oder Ebenen auf die anschauliche überzeugende Erkenntnis ab. So nimmt die Ringparabel in vieler Hinsicht Ansätze der modernen ästhetischen Überlegungen vorweg.
Abstract
Die Ringparabel gilt als ein Schlüsseltext für die moderne Parabeldiskussion sowie für die Aufklärung, die als das ‘unvollendete Projekt der Moderne’ fortzusetzen ist. Sie gewinnt heute im globalen Zeitalter, in dem dringend nach der interreligiösen und interkulturellen Kommunikation gefragt wird, immer mehr an Bedeutung. Nach dem 11. September 2001 greift man auch im realpolitischen Diskurs auf die Ringparabel auf. Dieser Kerntext der Aufklärung spielt also sowohl in religiösen als auch in politischen Fragen der globalisierten Welt nach wie vor eine wichtige Rolle. Aber manche religiöse oder politische oder ethische Diskussion, die sie thematisiert, geht in einseitiger und oberflächlicher Weise nur auf ihren explizit dargestellten moralischen Imperativ ein. Dabei läuft man die Gefahr, die vielschichtige poetische Dimension der Parabel außer Acht zu lassen, ohne die sie aber zu einer bloßen Moralpredigt degradiert wird. In dieser Arbeit geht es in diesem Sinne darum, die Ringparabel vom statischen vulgären Moralkodex zu retten zu versuchen, und zwar dadurch, ihre vielfältigen ästhetischen Gesichtspunkte zu beleuchten und ihre Intention darzulegen. Dadurch lässt sich auch die Aktualität und die Bedeutung der Parabel viel effektiver wirken. Erstens, die Parabolik der Ringparabel erweitert bzw. überwindet den herkömmlichen Parabelbegriff des Dualverhältnisses von ‘Sachhälfte’ und ‘Bildhälfte’, dass sie die modern offene Parabel vorwegnimmt. Zweitens, die Ringparabel kennzeichnet sich bei aller heiklen ernsten Thematik durch den heiteren Spielcharakter. Das ist schon in der Eigenschaft des Rings angelegt, der “hundert schöne Farben spielte”, was sich von der Novelle Boccaccios wesentlich unterscheidet. Und Nathans Umgang mit dem Ring und seinem Parabelhörer zeigt sich so spielerisch, wie er beispielsweise Schach spielt. Es ist kein Zufall, dass eine Schachpartie vor der Einführung der Ringparabel ausführlich dargestellt ist. Das heißt, Schachspiel und ‘Ringspiel’ ergeben im Drama interessante Parallelen. Lessing ist sich von Anfang an dessen bewusst, dass er sich mit einem Theaterspiel befasst. Drittens, im Wandel des Rings kann man einen semiotischen Aspekt finden, weil der Ring durch die Kopie im Endeffekt zu einem bloß symbolischen Zeichen wird. Und die Tatsache, dass sich der erste einmalige Ring durch die Kopie vervielfacht, dadurch seine geheime Kraft verliert und aber die demokratische soziale Dimension eröffnet, besagt die Bedeutung des reproduzierbaren Kunstwerkes im Sinne Walter Benjamins (Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit). Viertens, die Einführung des Gerichtsverfahrens in die Parabel führt den Zuschauer zur Verfremdung im doppelten Sinne. Denn die Erzählung eines Märchens auf der Bühne schafft schon eine Distanz zur dramatischen Handlung, und die Erzählung selbst wird durch das Gerichtsverfahren relativiert. Es stellt sich fest, dass die Parabel und das Gerichtsverfahren in ihrer Struktur und Intention eine wichtige Gemeinsamkeit haben, wie auch die Forschung betont. Beide zielen durch den Vergleich von zwei Standpunkten oder Ebenen auf die anschauliche überzeugende Erkenntnis ab. So nimmt die Ringparabel in vieler Hinsicht Ansätze der modernen ästhetischen Überlegungen vorweg.
참고문헌 (15)
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