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레싱의 『현자 나탄』 - 종교적 관용과 휴머니즘의 유토피아

Eine Studie zu Nathan der Weise von Lessing - Eine Utopie der religiösen Toleranz und der Humanität

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주제분류독일어와문학

초록

Die vorliegende Arbeit besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil behandelt die Hintergründe des Stücks und begründet, aus welchen Anlässen und welchen historischen, philologischen Quellen Lessing ‘ein dramatisches Gedicht’ Nathan der Weise schrieb, sowie welchen Sinn die Ringparabel hat. Im zweiten Teil wird das Konzept einer kommunikativen Gesellschaftsutopie bzw. die kommunikative, menschliche Gemeinschaft analysiert. In seiner Funktion als Hofbibliothekar veröffentlichte Lessing seit 1774 eine Reihe von Schriften theologisch-philosophischen Inhalts unter dem Titel Fragmente eines Ungenannten. Aufgrund des ‘Fragmenten-Streits’, in dem der Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze als Lessings härtester Gegner hervortrat, entzog der Herzog Karl von Braunschweig Lessing die Zensurfreiheit im Juli 1788 und erteilte ein generelles Publikationsverbot in Religionssachen. Das waren die Gründe, weshalb Lessing sich wieder seiner alten ‘Kanzel’, dem Theater zuwendete. Im November 1788 begann er mit dem Theaterstück Nathan der Weise, dessen Handlung sich zur Zeit des dritten Kreuzzugs während eines Waffenstillstandes in Jerusalem entfaltet, und das im Mai 1779 als die Erstausgabe erschien. Der thematische Kern des Stücks ist die Ringparabel, die eine friedlich- tolerante Koexistenz der drei Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam) verkörpert. Lessing erweiterte die Ringparabel von Boccaccio, die sein literarisches Vorbild war, um die Richterszene. Diese Szene zeigt, dass die Wahrheit der Religion nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft bewiesen wird, und zwar nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Der Protagonist Nathan zeigt seine Humanität und religiöse Toleranz zuerst dadurch, dass er als Jude ein christliches Kind als Pflegetochter annimmt. Im Unterschied zu Kant bezieht sich Lessings Nathan nicht allein auf die reine Vernunft, sondern in seinem Handeln auf Gottes Ratschluss und auf seine eigene, aufgeklärte, versöhnende Vernunft. Außerdem verkörpern der Sultan Saladin, der den gefangen genommenen Tempelherrn begnadigt, und der Tempelherr, der das angebliche Judenmädchen rettet, die aufgeklärte Humanität. Am Ende der Begegnung von Nathan, einem Juden, Saladin, einem Muslim, und dem Tempelherrn, einem Christen, entsteht über ihre Freundschaft eine familiäre Gemeinschaft. Diesen drei Männern ist es am wichtigsten, ‘ein Mensch zu heißen’. Das Humanitätsideal der Vernunft ist zugleich reine kommunikative Kompetenz, die den Wert des Anderen und Andersartigen anerkennen kann. Ihnen steht aber als Kontrastfigur der Patriarch von Jerusalem gegenüber, eine Karikatur des Melchior Goeze. Der Patriarch ist grundsätzlich gegen Wahrheitsfindung und kommunikative Vernunft in der Aufklärung. Heute kann man sich fragen, ob Lessings Nathan der Weise nur eine Utopie geblieben ist. Aber sein Drama besitzt heutzutage und in Zukunft mehr Aktualität als in der damaligen Zeit, weil terroristische Religionsgruppen immer aktiver werden, und die politisch, sowie religiös motivierten Konflikte fortschreitend zu Terror und Gewalt führen. Das Stück zeigt beispielhaft, wie weit Humanität und religiöse Toleranz für das friedliche Zusammenleben der Menschheit gebraucht werden.

Abstract

Die vorliegende Arbeit besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil behandelt die Hintergründe des Stücks und begründet, aus welchen Anlässen und welchen historischen, philologischen Quellen Lessing ‘ein dramatisches Gedicht’ Nathan der Weise schrieb, sowie welchen Sinn die Ringparabel hat. Im zweiten Teil wird das Konzept einer kommunikativen Gesellschaftsutopie bzw. die kommunikative, menschliche Gemeinschaft analysiert. In seiner Funktion als Hofbibliothekar veröffentlichte Lessing seit 1774 eine Reihe von Schriften theologisch-philosophischen Inhalts unter dem Titel Fragmente eines Ungenannten. Aufgrund des ‘Fragmenten-Streits’, in dem der Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze als Lessings härtester Gegner hervortrat, entzog der Herzog Karl von Braunschweig Lessing die Zensurfreiheit im Juli 1788 und erteilte ein generelles Publikationsverbot in Religionssachen. Das waren die Gründe, weshalb Lessing sich wieder seiner alten ‘Kanzel’, dem Theater zuwendete. Im November 1788 begann er mit dem Theaterstück Nathan der Weise, dessen Handlung sich zur Zeit des dritten Kreuzzugs während eines Waffenstillstandes in Jerusalem entfaltet, und das im Mai 1779 als die Erstausgabe erschien. Der thematische Kern des Stücks ist die Ringparabel, die eine friedlich- tolerante Koexistenz der drei Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam) verkörpert. Lessing erweiterte die Ringparabel von Boccaccio, die sein literarisches Vorbild war, um die Richterszene. Diese Szene zeigt, dass die Wahrheit der Religion nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft bewiesen wird, und zwar nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Der Protagonist Nathan zeigt seine Humanität und religiöse Toleranz zuerst dadurch, dass er als Jude ein christliches Kind als Pflegetochter annimmt. Im Unterschied zu Kant bezieht sich Lessings Nathan nicht allein auf die reine Vernunft, sondern in seinem Handeln auf Gottes Ratschluss und auf seine eigene, aufgeklärte, versöhnende Vernunft. Außerdem verkörpern der Sultan Saladin, der den gefangen genommenen Tempelherrn begnadigt, und der Tempelherr, der das angebliche Judenmädchen rettet, die aufgeklärte Humanität. Am Ende der Begegnung von Nathan, einem Juden, Saladin, einem Muslim, und dem Tempelherrn, einem Christen, entsteht über ihre Freundschaft eine familiäre Gemeinschaft. Diesen drei Männern ist es am wichtigsten, ‘ein Mensch zu heißen’. Das Humanitätsideal der Vernunft ist zugleich reine kommunikative Kompetenz, die den Wert des Anderen und Andersartigen anerkennen kann. Ihnen steht aber als Kontrastfigur der Patriarch von Jerusalem gegenüber, eine Karikatur des Melchior Goeze. Der Patriarch ist grundsätzlich gegen Wahrheitsfindung und kommunikative Vernunft in der Aufklärung. Heute kann man sich fragen, ob Lessings Nathan der Weise nur eine Utopie geblieben ist. Aber sein Drama besitzt heutzutage und in Zukunft mehr Aktualität als in der damaligen Zeit, weil terroristische Religionsgruppen immer aktiver werden, und die politisch, sowie religiös motivierten Konflikte fortschreitend zu Terror und Gewalt führen. Das Stück zeigt beispielhaft, wie weit Humanität und religiöse Toleranz für das friedliche Zusammenleben der Menschheit gebraucht werden.

참고문헌 (25)

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  2. Lessing, Gotthold Ephraim, "Nathan der Weise, Ein Dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen" (2013)
  3. Lessing, Gotthold Ephraim, "Nathan der Weise" (2013)
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  15. Bohnen, Klaus, "Lessings Nathan der Weise" (1984)
  16. Düffel, Peter, "Gotthold Ephraim Lessing. Nathan der Weise" (2006)
  17. Haerkötter, Heinrich, "Deutsche Literaturgeschichte" (1997)
  18. Jung, Werner, "Gotthold Ephraim Lessing" (2010)
  19. Koebner, Thomas, "Interpretationen. Lessings Dramen" (1991)
  20. Möbius, Thomas, "Nathan der Weise" (2013)
  21. Pelster, Theodor, "Nathan der Weise" (2002)
  22. Rinnert, Andrea, "Nathan der Weise" (2012)
  23. Sternburg, Wilhelm, "Gotthold Ephraim Lessing" (2010)
  24. Stolte, Heinz, "Kleines Lehrbuch der Deutschen Literaturgeschichte" (1982)
  25. Tabori, George, "Frei nach Lessing" (1991)

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