독일어 schaffen 동사의 동음동형이의어성에 대한 통시적 고찰
Eine diachronische Untersuchung zur Homonymie des deutschen Verbs, schaffen
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Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Homonymie des deutschen Verbs, schaffen diachronisch zu untersuchen. Im Neuhochdeutschen spaltet sich sowohl die Flexion als auch die Bedeutung des Verbs schaffen in zwei: für das starke Verb ist heute von einer Grundbedeutung "etw. hervorbringen, bewirken", für das schwache von einer Grundbedeutung "einrichten, ordnen, tätig sein" auszugehen. Die umlautfähigen Stammvokale der zur Ⅵ. Klasse zählenden starken Verben werden in der 2. und 3. Per.Sg..Präsens in der Regel umgelautet und erscheinen dann als -ä-. Dagegen bleibt der Stammvokal des starken Verbs schaffen umlautlos. Im Präsens kann man daher nur an der Bedeutung erkennen, welches von den beiden Verben gemeint ist. Hier soll nach dem Grund dafür gesucht werden. Im Althochdeutschen finden sich vier verwandte Verben, die mit nhd. schaffen im Zusammenhang stehen. Auf die idg. Wurzel *skab- kann das starke jan-Verb skėpfen zurückgreifen, dessen Bedeutung mit “in eigener Leistung hervorbringen, erschaffen”und auch "(Wasser) schöpfen" angesetzt wird. Die Bedeutung “(Wasser) schöpfen“ kommt zunächst allein dem schwachen jan-Verb skėpfen zu, das aus dem Substantiv, skaf ”Gefäß für Flüssigkeiten, Bottich“ abgeleitet wird. Beide sind sowohl laut-und formengleich als auch bedeutungsgleich. Im Althochdeutschen vollzieht sich bereits die semantische Vermischung der beiden jan-Verben. Aus der Partizipialform ahd. giskaffan entwickelt sich im 8.Jh. ein neues, regelmäßiges, starkes Verb mit dem Infinitiv skaffan in gleicher Bedeutung wie das starke Verb ahd. skėpfen. Dem tritt ein neues, schwaches Verb ahd. skaffōn zur Seite, mit der Grundbedeutung "tun, einrichten, anordnen". Dieses Verb lässt sich entweder als ein aus dem Substantiv ahd. skaf "Gestalt" abgeleitetes Denominativum oder als ein aus dem starken jan-Verb abgeleitetes Intensivum ansetzen. Im Mittelhochdeutschen tritt das starke jan-Verb schėpfen zugunsten des regelmäßigen, janlosen, starken Verbs schaffen zurück. Mit der Veränderung der Form verliert das regelmäßige Verb die Bedeutung “Wasser schöpfen”. Ein schwaches Verb mhd. schaffen aus ahd. skaffōn, das in der Bedeutung mit dem starken Verb schaffen übereinstimmt. Beide sind nicht nur laut-und formengleich sondern auch bedeutungsgleich. Beide vermischen sich semantisch und morphologisch. Im Neuhochdeutschen behauptet sich nur das regelmäßige Verb schaffen als Präsens zu schuf, geschaffen, das bald unter den Einfluß des schwachen Verbs schaffen eintritt und in der 2. und 3. Sg. Präs. Ind. den Umlaut verliert. Es ist bemerkenswert, daß beide sich semantisch voneinander trennen. Für das starke Verb schaffen kann man als Grundbedeutung "hervorbringen, erschaffen, bewirken, bereiten", für das schwache "erledigen, eine Ortsveränderung herbeiführen, anordnen“ ansetzen. Das starke bedeutet auch heute südwestdeutsch "arbeiten", südostdeutsch "befehlen, bestellen". Der Bedeutung nach unterscheidet man beide Verben. Daher können beide Verben als Homonyme gelten. Diachronisch wird die Homonymie des deutschen Verbs schaffen behandelt.
Abstract
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Homonymie des deutschen Verbs, schaffen diachronisch zu untersuchen. Im Neuhochdeutschen spaltet sich sowohl die Flexion als auch die Bedeutung des Verbs schaffen in zwei: für das starke Verb ist heute von einer Grundbedeutung "etw. hervorbringen, bewirken", für das schwache von einer Grundbedeutung "einrichten, ordnen, tätig sein" auszugehen. Die umlautfähigen Stammvokale der zur Ⅵ. Klasse zählenden starken Verben werden in der 2. und 3. Per.Sg..Präsens in der Regel umgelautet und erscheinen dann als -ä-. Dagegen bleibt der Stammvokal des starken Verbs schaffen umlautlos. Im Präsens kann man daher nur an der Bedeutung erkennen, welches von den beiden Verben gemeint ist. Hier soll nach dem Grund dafür gesucht werden. Im Althochdeutschen finden sich vier verwandte Verben, die mit nhd. schaffen im Zusammenhang stehen. Auf die idg. Wurzel *skab- kann das starke jan-Verb skėpfen zurückgreifen, dessen Bedeutung mit “in eigener Leistung hervorbringen, erschaffen”und auch "(Wasser) schöpfen" angesetzt wird. Die Bedeutung “(Wasser) schöpfen“ kommt zunächst allein dem schwachen jan-Verb skėpfen zu, das aus dem Substantiv, skaf ”Gefäß für Flüssigkeiten, Bottich“ abgeleitet wird. Beide sind sowohl laut-und formengleich als auch bedeutungsgleich. Im Althochdeutschen vollzieht sich bereits die semantische Vermischung der beiden jan-Verben. Aus der Partizipialform ahd. giskaffan entwickelt sich im 8.Jh. ein neues, regelmäßiges, starkes Verb mit dem Infinitiv skaffan in gleicher Bedeutung wie das starke Verb ahd. skėpfen. Dem tritt ein neues, schwaches Verb ahd. skaffōn zur Seite, mit der Grundbedeutung "tun, einrichten, anordnen". Dieses Verb lässt sich entweder als ein aus dem Substantiv ahd. skaf "Gestalt" abgeleitetes Denominativum oder als ein aus dem starken jan-Verb abgeleitetes Intensivum ansetzen. Im Mittelhochdeutschen tritt das starke jan-Verb schėpfen zugunsten des regelmäßigen, janlosen, starken Verbs schaffen zurück. Mit der Veränderung der Form verliert das regelmäßige Verb die Bedeutung “Wasser schöpfen”. Ein schwaches Verb mhd. schaffen aus ahd. skaffōn, das in der Bedeutung mit dem starken Verb schaffen übereinstimmt. Beide sind nicht nur laut-und formengleich sondern auch bedeutungsgleich. Beide vermischen sich semantisch und morphologisch. Im Neuhochdeutschen behauptet sich nur das regelmäßige Verb schaffen als Präsens zu schuf, geschaffen, das bald unter den Einfluß des schwachen Verbs schaffen eintritt und in der 2. und 3. Sg. Präs. Ind. den Umlaut verliert. Es ist bemerkenswert, daß beide sich semantisch voneinander trennen. Für das starke Verb schaffen kann man als Grundbedeutung "hervorbringen, erschaffen, bewirken, bereiten", für das schwache "erledigen, eine Ortsveränderung herbeiführen, anordnen“ ansetzen. Das starke bedeutet auch heute südwestdeutsch "arbeiten", südostdeutsch "befehlen, bestellen". Der Bedeutung nach unterscheidet man beide Verben. Daher können beide Verben als Homonyme gelten. Diachronisch wird die Homonymie des deutschen Verbs schaffen behandelt.
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