외설에서 예술로 – 엘프리데 옐리네크의 욕망
Das Obszöne oder die (neue) Kunst? ― Eine Untersuchung von Elfriede Jelineks Lust
0
조회
0
다운로드
2
인용
0
참고문헌
키워드
초록
Elfriede Jelineks Roman Lust(1989) handelt von einer bürgerlichen Familie, in der sich die Frau(Gerti) ökonomisch wie auch sexuell ihrem Mann(Hermann) unterwirft. In der Form von Pornographie wird hier gezeigt, wie er sie durch andauernde Vergewaltigungen physisch und psychisch destruiert. Dabei wird der Text von vielen pornographischen Darstellungen erfüllt, was den auf die traditionelle Lektüre orientierten Leser verlegen macht. Hier lässt sich fragen, auf welche Weise die Autorin das Obszöne ins Künstlerische sublimiert, damit die pornographischen Elemente nicht ein weiteres Mal Pornographie erzeugen. Jelinek denkt, dass infolge der geschechtlichen Ungleichheit im bestehenden System kein weibliches Subjekt – auch auf der sexuellen Ebene – existieren kann. Entsprechend sich im Text eine überspitzt geschilderte Auflösung des weiblichen Selbst feststellen. Dabei bevorzugt sie, die Wirklichkeit zu übertreiben, bis ‘sie zur Kenntlichkeit entstellt wird’. Ihrer Meinung nach soll die dargestellte Grausamkeit in Lust trotz der stilistischen Deformierung der Wirklichkeit endlich als nackte Wahrheit erkannt werden. Aus dieser politischen Haltung benutzt Jelinek absichtlich das Obszöne: Während die Pornographie das Obszöne selbst bezweckt, fungiert es bei ihr als ein Mittel, zu entlarven, was ideologisich versteckt ist und was man für natürliche Gesetze hält. In diesem Text geht es vor allem um die Sexualität und die Familie. Sie scheinen unschuldig, in der Wirklichkeit basieren sie aber auf dem Herr-Knecht-Verhältnis zwischen Männern und Frauen: Die kapitalistische Herrschaft und die ökonomische Abhängigkeit bestimmen die menschliche Beziehung. Die Autorin will auf diese Machtposition hinweisen und benennen, was schuldig ist. Dabei treten die Frauen nicht mehr als Opfer auf, sondern werden als Täter bloßgestellt, die ebenfalls zu der jetzigen Ungleichheit verpflichtet sind. Das Obszöne ist bei ihr gerechtfertigt, solange es als Strategie fungiert, um die nackte Wahrheit erkennen zu lassen.
Abstract
Elfriede Jelineks Roman Lust(1989) handelt von einer bürgerlichen Familie, in der sich die Frau(Gerti) ökonomisch wie auch sexuell ihrem Mann(Hermann) unterwirft. In der Form von Pornographie wird hier gezeigt, wie er sie durch andauernde Vergewaltigungen physisch und psychisch destruiert. Dabei wird der Text von vielen pornographischen Darstellungen erfüllt, was den auf die traditionelle Lektüre orientierten Leser verlegen macht. Hier lässt sich fragen, auf welche Weise die Autorin das Obszöne ins Künstlerische sublimiert, damit die pornographischen Elemente nicht ein weiteres Mal Pornographie erzeugen. Jelinek denkt, dass infolge der geschechtlichen Ungleichheit im bestehenden System kein weibliches Subjekt – auch auf der sexuellen Ebene – existieren kann. Entsprechend sich im Text eine überspitzt geschilderte Auflösung des weiblichen Selbst feststellen. Dabei bevorzugt sie, die Wirklichkeit zu übertreiben, bis ‘sie zur Kenntlichkeit entstellt wird’. Ihrer Meinung nach soll die dargestellte Grausamkeit in Lust trotz der stilistischen Deformierung der Wirklichkeit endlich als nackte Wahrheit erkannt werden. Aus dieser politischen Haltung benutzt Jelinek absichtlich das Obszöne: Während die Pornographie das Obszöne selbst bezweckt, fungiert es bei ihr als ein Mittel, zu entlarven, was ideologisich versteckt ist und was man für natürliche Gesetze hält. In diesem Text geht es vor allem um die Sexualität und die Familie. Sie scheinen unschuldig, in der Wirklichkeit basieren sie aber auf dem Herr-Knecht-Verhältnis zwischen Männern und Frauen: Die kapitalistische Herrschaft und die ökonomische Abhängigkeit bestimmen die menschliche Beziehung. Die Autorin will auf diese Machtposition hinweisen und benennen, was schuldig ist. Dabei treten die Frauen nicht mehr als Opfer auf, sondern werden als Täter bloßgestellt, die ebenfalls zu der jetzigen Ungleichheit verpflichtet sind. Das Obszöne ist bei ihr gerechtfertigt, solange es als Strategie fungiert, um die nackte Wahrheit erkennen zu lassen.
참고문헌 (10)
- Jelinek, Elfriede, "Lust" (2004), Reinbek bei Hamburg
- Chien, Chieh, "Gewaltproblematik bei Elfriede Jelinek. Erläutert anhand des Romans Lust" (2005)
- Friedl, Harald, "Die Tiefe der Tinte. Wolfgang Bauer, Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker, H. C. Artmann, Milo Dor, Gert Jonke, Barbara Frischmuth, Ernst Jandl, Peter Turrini, Christine Nöstlinger im Gespräch", pp.27~51 (1990)
- Harwig, Ina, "Sexuelle Poetik. Proust, Musil, Genet, Jelinek", pp.228~285 (1998)
- Jelinek, Elfriede, "Der Sinn des Obszönen, In Frauen & Pornographie", pp.101~103 (1988), o.J
- Jelinek, Elfriede, "Gespräch mit Adolf-Ernst Meyer, In Sturm und Zwang. Schreiben als Geschlechterkampf" (1995)
- Jelinek, Elfriede, "Die Hosen runter im Feuilleton", Emma, pp.4~5 (1989)
- Luserke, Matthias, "Ästhetik des Obszönen. Elfriede Jelineks Lust als Protokoll einer Mikroskopie des Patriarchat, In Text + Kritik. Elfriede Jelinek", pp.92~99 (1999)
- Schestag, Uda, "Sprachspiel als Lebensform. Strukturuntersuchungen zur erzählenden Prosa Elfriede Jelineks" (1997)
- Winter, Riki, "Gespräch mit Elfriede Jelinek, In Elfriede Jelinek", pp.9~19 (1991)
