경계 위반과 해체의 미학 - 한스 벨머의 ≪인형≫ 시리즈를 중심으로
Ästhetik als Überschreitung und Auflösung der Grenzen - mit Bezug auf die Puppen Serien von Hans Bellmer
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초록
In der vorliegenden Arbeit wird mit Bezug auf das obszöne, fragmentierte Körperbild der Inszenierungen der Puppe untersucht, wie die Ästhetik von Überschreitung und Auflösung der Grenzen in den Puppen Serien von Hans Bellmer realisiert und präsentiert wird. Bellmer inszeniert simultan das Wechselverhältnis von Leben und Tod mit der Inszenierung des Puppenbildes. Vor allem enthält die Puppe Bellmers ihre Lebendigkeit durch die Fotografie, welche die Bewegung stillstellt und damit die Animationsbewegung auf die Interaktion zwischen BetrachterIn und Bild delegiert. Daher sind alle künstlerische Verfahren, die Körper zerstückelt, fragmentiert oder abjekt zeigen, gekennzeichnet durch eine Inversion der Hierarchie der Körperglieder. Konstruktion und Dekonstruktion des Puppenkörpers werden bereits in der ersten, mehr noch aber in der zweiten Puppe demonstrativ als Teile jener Doppelstruktur erkennbar, die dem weiblichen Körper und seinem künstlerischen Double innewohnt und die Leben/Natur und Tod/Mechanik unwiederbringlich miteinander verknüpft. D.h. Bellmer verfolgte mit der Multiplikations-, Inversions- und Ersetzungsstruktur der Körperglieder eine semantische Befreiung, Verlagerung und Neucodierung bestimmter physischer Parteien. Bellmers Bilder repräsentieren weder eine bestimmte, noch eine Idealfrau, noch reflektieren sie perverse Wünsche pathologischer Provinz. Vorstellungsbilder mit erotischer Wirkung können, müssen sich aber nicht an Personen-Darstellungen heften. Die kindlich organisierten Patrialtriebe orientieren sich an Patrialobjekten, Fetischen, Übergangsobjekten, Formen und Figuren, die die erotische Neugier wecken. Ausserdem evoziert die Puppe von Bellmer den abjekten Körper daher durch ihre anti-klassische Inszenierung, die diese Unterscheidung zwischen Selbst und Außen, d.h. Anderem oder auch Belebtem und Unbelebtem nicht mehr zuläßt. Und diese Verneinung des klassischen Körperideals kann auch interpretiert werden als Ablehnung einer Reihe anderer Adjektive moderner Identitätsformation, u.a. des geschlossenen, homogenen, monumentalen, zentrierten und symmetrischen Körperbildes. Bellmers anti-ideale Repräsentationen des Körpers beitragen zur Dekonstruktion des Phantasmas vom ‘ganzen Körper’ bei. Und seine Dekonstruktion ist gleichzeitig eine Absage an die idealistischen Abbildtheorien, deren Höhepunkt erst noch bevorstand - im Faschismus. Bellmers Arbeiten, die die Kritik am ‘Mythos des ganzen Körpers’ implizieren, zeigen den expliziten Bruch mit konventionellen Inszenierungen des weiblichen Körpers und sie sind als emanzipatorisch im Sinne der Zerstörung eines Herrschaftsblicks auf den (weiblichen) Körper zu verstehen.
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird mit Bezug auf das obszöne, fragmentierte Körperbild der Inszenierungen der Puppe untersucht, wie die Ästhetik von Überschreitung und Auflösung der Grenzen in den Puppen Serien von Hans Bellmer realisiert und präsentiert wird. Bellmer inszeniert simultan das Wechselverhältnis von Leben und Tod mit der Inszenierung des Puppenbildes. Vor allem enthält die Puppe Bellmers ihre Lebendigkeit durch die Fotografie, welche die Bewegung stillstellt und damit die Animationsbewegung auf die Interaktion zwischen BetrachterIn und Bild delegiert. Daher sind alle künstlerische Verfahren, die Körper zerstückelt, fragmentiert oder abjekt zeigen, gekennzeichnet durch eine Inversion der Hierarchie der Körperglieder. Konstruktion und Dekonstruktion des Puppenkörpers werden bereits in der ersten, mehr noch aber in der zweiten Puppe demonstrativ als Teile jener Doppelstruktur erkennbar, die dem weiblichen Körper und seinem künstlerischen Double innewohnt und die Leben/Natur und Tod/Mechanik unwiederbringlich miteinander verknüpft. D.h. Bellmer verfolgte mit der Multiplikations-, Inversions- und Ersetzungsstruktur der Körperglieder eine semantische Befreiung, Verlagerung und Neucodierung bestimmter physischer Parteien. Bellmers Bilder repräsentieren weder eine bestimmte, noch eine Idealfrau, noch reflektieren sie perverse Wünsche pathologischer Provinz. Vorstellungsbilder mit erotischer Wirkung können, müssen sich aber nicht an Personen-Darstellungen heften. Die kindlich organisierten Patrialtriebe orientieren sich an Patrialobjekten, Fetischen, Übergangsobjekten, Formen und Figuren, die die erotische Neugier wecken. Ausserdem evoziert die Puppe von Bellmer den abjekten Körper daher durch ihre anti-klassische Inszenierung, die diese Unterscheidung zwischen Selbst und Außen, d.h. Anderem oder auch Belebtem und Unbelebtem nicht mehr zuläßt. Und diese Verneinung des klassischen Körperideals kann auch interpretiert werden als Ablehnung einer Reihe anderer Adjektive moderner Identitätsformation, u.a. des geschlossenen, homogenen, monumentalen, zentrierten und symmetrischen Körperbildes. Bellmers anti-ideale Repräsentationen des Körpers beitragen zur Dekonstruktion des Phantasmas vom ‘ganzen Körper’ bei. Und seine Dekonstruktion ist gleichzeitig eine Absage an die idealistischen Abbildtheorien, deren Höhepunkt erst noch bevorstand - im Faschismus. Bellmers Arbeiten, die die Kritik am ‘Mythos des ganzen Körpers’ implizieren, zeigen den expliziten Bruch mit konventionellen Inszenierungen des weiblichen Körpers und sie sind als emanzipatorisch im Sinne der Zerstörung eines Herrschaftsblicks auf den (weiblichen) Körper zu verstehen.
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