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Die bürgerliche Umweltbewegung in der DDR

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주제분류독일어와문학

초록

Eine intensive Thematisierung der zerstörerischen Folgen der industriellen Entwicklung auf natürliche Lebenszusammenhänge begann wie in der BRD auch in der DDR in den siebziger und achtziger Jahren. In einem Staat, der das Thema Umwelt oder Ökologie ausblendete und ökologische Probleme verschwieg, wurde die Kirche zum Sprachohr für die Gesellschaft. Die Kirchen waren die einzigen gesellschaftlichen Großorganisationen, die nicht fest in das System der DDR eingebunden werden konnten. Von den Medien unterdrückte Informationen, von den Verlagen nicht veröffentlichte Texte und von den Kommunen nicht unterstützte Projekte wurden auf Kirchentagen und Synoden sowie von den verschiedenen Kirchenleitungen thematisiert. Vorrangiges Ziel war es, die Umweltprobleme zu verringern. Bemerkenswert an der ökologischen Arbeit der Kirchen war nicht nur ihre Oppositions-, sondern auch ihre Stellvertreterfunktion. Die christlichen Umweltgruppen waren auch für Nichtchristen ein relevanter Anziehungspunkt. Organisationskerne der Umweltbewegung waren das Kirchliche Forschungsheim, die Umwelt-Bibliothek, das Grün-ökologische Netzwerk Arche, die Grüne Partei der DDR und die Grüne Liga. Die Umweltbewegung wies dezentrale, netzwerkähnliche und basisdemokratische Formen auf, die nur lose mit den oben erwähnten Organisationskernen verbunden waren. Diese Organisationsformen der ostdeutschen Umweltbewegung waren der westdeutschen ähnlich. Mit einem Minimum an organisatorischer und selbstbestimmter Struktur wurde eine politische und soziale Gegenkultur gelebt. Zum Schluss sei gesagt, dass die Umweltbewegung in der DDR wesentlich zur Aufklärung der Öffentlichkeit und damit zu einem Bewusstseinswandel beigetragen hat. Dieses Bewusstsein bildet die Voraussetzung dafür, dass später den vielen Worten und Programmen auch endlich Taten folgen werden. In der Wendezeit war die Umweltbewegung maßgeblich am Sturz des SED-Regimes beteiligt.

Abstract

Eine intensive Thematisierung der zerstörerischen Folgen der industriellen Entwicklung auf natürliche Lebenszusammenhänge begann wie in der BRD auch in der DDR in den siebziger und achtziger Jahren. In einem Staat, der das Thema Umwelt oder Ökologie ausblendete und ökologische Probleme verschwieg, wurde die Kirche zum Sprachohr für die Gesellschaft. Die Kirchen waren die einzigen gesellschaftlichen Großorganisationen, die nicht fest in das System der DDR eingebunden werden konnten. Von den Medien unterdrückte Informationen, von den Verlagen nicht veröffentlichte Texte und von den Kommunen nicht unterstützte Projekte wurden auf Kirchentagen und Synoden sowie von den verschiedenen Kirchenleitungen thematisiert. Vorrangiges Ziel war es, die Umweltprobleme zu verringern. Bemerkenswert an der ökologischen Arbeit der Kirchen war nicht nur ihre Oppositions-, sondern auch ihre Stellvertreterfunktion. Die christlichen Umweltgruppen waren auch für Nichtchristen ein relevanter Anziehungspunkt. Organisationskerne der Umweltbewegung waren das Kirchliche Forschungsheim, die Umwelt-Bibliothek, das Grün-ökologische Netzwerk Arche, die Grüne Partei der DDR und die Grüne Liga. Die Umweltbewegung wies dezentrale, netzwerkähnliche und basisdemokratische Formen auf, die nur lose mit den oben erwähnten Organisationskernen verbunden waren. Diese Organisationsformen der ostdeutschen Umweltbewegung waren der westdeutschen ähnlich. Mit einem Minimum an organisatorischer und selbstbestimmter Struktur wurde eine politische und soziale Gegenkultur gelebt. Zum Schluss sei gesagt, dass die Umweltbewegung in der DDR wesentlich zur Aufklärung der Öffentlichkeit und damit zu einem Bewusstseinswandel beigetragen hat. Dieses Bewusstsein bildet die Voraussetzung dafür, dass später den vielen Worten und Programmen auch endlich Taten folgen werden. In der Wendezeit war die Umweltbewegung maßgeblich am Sturz des SED-Regimes beteiligt.

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