크리스타 볼프의 문학에 나타난 내면성의 정치성 - 소설 크리스타 T.에 대한 회상을 중심으로
Die Innerlichkeit als politischer Raum in Christa Wolfs Literatur - zum Roman Nachdenken über Christa T.
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초록
Ziel der vorliegenden Studie ist es, den spezifisch politischen Charakter der Innerlichkeit in Christa Wolfs Literatur aufzuweisen. Diese Arbeit sieht sich besonders durch den ‘Streit um Christa Wolf’ veranlasst, der sich im Zuge der deutschen Wiedervereinigung verschärfte. In diesem Streit warfen westdeutsche Kritiker wie Marcel Reich-Ranicki, Frank Schirrmacher und Ulrich Greiner Christa Wolf vor, Kennzeichen ihrer Literatur sei “die altbekannte machtgeschützte Innerlichkeit”. Diese Kritik trifft jedoch kaum ihren Gegenstand. Denn es handelt sich bei der Innerlichkeit in Christa Wolfs Literatur weniger um den Rückzug in einen privaten, aber staatlich geschützten Raum, als vielmehr um eine kritische Auseinandersetzung mit dem inneren Faschismus, der die DDR dauerhaft daran hinderte, sich auf eine demokratische und sozialistische Gesellschaft hin zu entwickeln. Um die Spuren dieses inneren Faschismus mit den Mitteln der Literatur aufzudecken, entwickelte Christa Wolf die ihr eigene Ästhetik der subjektiven Authentizität. Dabei lehnte sie sich vor allem an Anna Seghers, Ingeborg Bachmann und Georg Büchner an. In ihrem Roman Nachdenken über Christa T. gewinnt ihre politische Ästhetik Gestalt. Es geht hier vor allem darum, über die innere psychische Verfasstheit der ostdeutschen Bevölkerung nachzudenken, die weitgehend durch den Nationalsozialismus geprägt worden war und den Stalinismus in der DDR gestärkt hat. In diesem Sinne bildet die Innerlichkeit bei Christa Wolf keinesfalls eine Zuflucht, vielmehr ist sie Vorhut der politischen Kritik. Ferner hat in diesem Zusammenhang der Tod Christa T.s einen allegorischen Sinn: Er steht für die Unmöglichkeit, in der DDR “dieses Zu-sich-selber-Kommen des Menschen” zu verwirklichen, das im Motto des Buches zitiert wird.
Abstract
Ziel der vorliegenden Studie ist es, den spezifisch politischen Charakter der Innerlichkeit in Christa Wolfs Literatur aufzuweisen. Diese Arbeit sieht sich besonders durch den ‘Streit um Christa Wolf’ veranlasst, der sich im Zuge der deutschen Wiedervereinigung verschärfte. In diesem Streit warfen westdeutsche Kritiker wie Marcel Reich-Ranicki, Frank Schirrmacher und Ulrich Greiner Christa Wolf vor, Kennzeichen ihrer Literatur sei “die altbekannte machtgeschützte Innerlichkeit”. Diese Kritik trifft jedoch kaum ihren Gegenstand. Denn es handelt sich bei der Innerlichkeit in Christa Wolfs Literatur weniger um den Rückzug in einen privaten, aber staatlich geschützten Raum, als vielmehr um eine kritische Auseinandersetzung mit dem inneren Faschismus, der die DDR dauerhaft daran hinderte, sich auf eine demokratische und sozialistische Gesellschaft hin zu entwickeln. Um die Spuren dieses inneren Faschismus mit den Mitteln der Literatur aufzudecken, entwickelte Christa Wolf die ihr eigene Ästhetik der subjektiven Authentizität. Dabei lehnte sie sich vor allem an Anna Seghers, Ingeborg Bachmann und Georg Büchner an. In ihrem Roman Nachdenken über Christa T. gewinnt ihre politische Ästhetik Gestalt. Es geht hier vor allem darum, über die innere psychische Verfasstheit der ostdeutschen Bevölkerung nachzudenken, die weitgehend durch den Nationalsozialismus geprägt worden war und den Stalinismus in der DDR gestärkt hat. In diesem Sinne bildet die Innerlichkeit bei Christa Wolf keinesfalls eine Zuflucht, vielmehr ist sie Vorhut der politischen Kritik. Ferner hat in diesem Zusammenhang der Tod Christa T.s einen allegorischen Sinn: Er steht für die Unmöglichkeit, in der DDR “dieses Zu-sich-selber-Kommen des Menschen” zu verwirklichen, das im Motto des Buches zitiert wird.
참고문헌 (18)
- Christa Wolf, "Nachdenken über Christa T." (1977)
- Christa Wolf, "Im Dialog. Aktuelle Texte" (1990)
- Christa Wolf, "Ansprachen", pp.75~ (1988)
- Christa Wolf, "Die Dimension der Autors. Aufsätze, Essays, Gespräche und Reden, 1959-1985. Band I und Band II" (1986)
- Christa Wolf, "Lesen und Schreiben. Aufsätze und Prosastücke" (1972)
- 토마스 안츠, "통일독일 문학논쟁. 문제는 크리스타 볼프가 아니다" (2004), 경북대학교출판부
- Baumer, Franz, "Christa Wolf" (1996)
- Behn, Manfred, "Wirkungsgeschichte von Christa Wolfs Nachdenken über Christa T." (1978)
- Behn, Manfred, "Neuere antifaschistische Prosa in der DDR", Jahrbuch für antifaschistische Literatur und Kunst, 1 (1978)
- Drescher, Angela, "Dokumentation zu Christa Wolfs Nachdenken über Christa T" (1991)
- Drescher, Angela, "Christa Wolf. Ein Arbeitsbuch: Studien, Dokumente, Bibliographie" (1990)
- Emmerich, Wolfgang, "Kleine Literaturgeschichte der DDR" (2009)
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- Hörnigk, Therese, "Christa Wolf. Schriftsteller der Gegenwart" (1989)
- Mauser, Wolfram, "Christa Wolfs Nachdenken über Christa T" (1987)
- Schütte, Wolfram, "Doppelzüngler. Jagdszenen um Christa Wolf", Frankfurter Rundschau, ~ (1993)
- Stephan, Alexander, "Christa Wolf" (1976)
