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괴테의 『동화』 고찰 - 대립의 극복을 통한 이상세계의 구현

Uberlegungen zu ≪Das Marchen≫ von Goethe - Idealwelt durch Uberwindung der Gegensatzlichkeit

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주제분류독일어와문학

초록

«Das Märchen», das Goethe an das Ende der «Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten» stellte, ist zeitgenössischen und späteren Lesern oft ein Rätsel gewesen. Goethe selbst hat über dieses Erzeugnis seiner Phantasie fast völlig geschwiegen. Das Märchen stellt den Prozess organischen Werdens dar, und die vielen Personen, die in dem Märchen auftreten, symbolisieren das Werden der poetischen Form selbst. Bilder und Szenen verbinden sich zu einem Geschehen, dessen Realität die des Traumes ist. Die Gesetze der Natur haben keine Gültigkeit. Es herrscht trotzdem eine für alle gleichermaßen verbindliche Gesetzmäßigkeit, die nicht der Natur folgt, sondern einer bösen Verzauberung entspringt, die auf allen lastet. Die schöne Lilie ist unglücklich, weil durch ihre Berührung alles Lebendige getötet wird. Der junge Königssohn ist durch ihren Blick aller Kraft und Herrschaft beraubt und irrt zeitlos umher. Lilies Reich diesseits des Flusses ist in reiner Schönheit erblüht, aber es fehlt das Leben; die Pflanzen können keine Früchte tragen. Die Verbindung zum jenseitigen Ufer ist nur unter gewissen Voraussetzungen gewährleistet: allen in der Mittagzeit auf dem Rücken der Schlange oder nur am Abend auf demSchatten des Riesen oder im Kahn des Fährmanns, der nur in einer Richtung - nämlich fort von Lilies Reich - übersetzen darf. Die Liebe eines jungen Mannes zur schönen Lilie ermöglicht es schließlich, dass die entzweite Welt durch Opfer, Liebe und Weisheit ins fünfte Weltalter der Erlösung überführt wird, und in einer sichtbaren Zeitenwende, ein anmutig belebter, Glück gewährender Zustand erreicht wird. Dabei ist das Ziel die Schaffung eines neuen Reiches, in dem die Seelen in einer ständigen Verbindung mit dem Geist leben. Dieses neue Reich der Geistseelen, das für alle Menschen mit entsprechender Entwicklung betretbar ist, wird sinnbildlich als ein Tempel auf einer Brücke zwischen zwei Reichen dargestellt, nämlich zwischen dem Reich der Natur und der absoluten Welt des Geistes. Der Bau der Brücke und das Leben in dem Tempel werden allein durch eine Opfertat des Menschen möglich. Hier vollbringt die grüne Schlange diese Tat.

Abstract

«Das Märchen», das Goethe an das Ende der «Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten» stellte, ist zeitgenössischen und späteren Lesern oft ein Rätsel gewesen. Goethe selbst hat über dieses Erzeugnis seiner Phantasie fast völlig geschwiegen. Das Märchen stellt den Prozess organischen Werdens dar, und die vielen Personen, die in dem Märchen auftreten, symbolisieren das Werden der poetischen Form selbst. Bilder und Szenen verbinden sich zu einem Geschehen, dessen Realität die des Traumes ist. Die Gesetze der Natur haben keine Gültigkeit. Es herrscht trotzdem eine für alle gleichermaßen verbindliche Gesetzmäßigkeit, die nicht der Natur folgt, sondern einer bösen Verzauberung entspringt, die auf allen lastet. Die schöne Lilie ist unglücklich, weil durch ihre Berührung alles Lebendige getötet wird. Der junge Königssohn ist durch ihren Blick aller Kraft und Herrschaft beraubt und irrt zeitlos umher. Lilies Reich diesseits des Flusses ist in reiner Schönheit erblüht, aber es fehlt das Leben; die Pflanzen können keine Früchte tragen. Die Verbindung zum jenseitigen Ufer ist nur unter gewissen Voraussetzungen gewährleistet: allen in der Mittagzeit auf dem Rücken der Schlange oder nur am Abend auf demSchatten des Riesen oder im Kahn des Fährmanns, der nur in einer Richtung - nämlich fort von Lilies Reich - übersetzen darf. Die Liebe eines jungen Mannes zur schönen Lilie ermöglicht es schließlich, dass die entzweite Welt durch Opfer, Liebe und Weisheit ins fünfte Weltalter der Erlösung überführt wird, und in einer sichtbaren Zeitenwende, ein anmutig belebter, Glück gewährender Zustand erreicht wird. Dabei ist das Ziel die Schaffung eines neuen Reiches, in dem die Seelen in einer ständigen Verbindung mit dem Geist leben. Dieses neue Reich der Geistseelen, das für alle Menschen mit entsprechender Entwicklung betretbar ist, wird sinnbildlich als ein Tempel auf einer Brücke zwischen zwei Reichen dargestellt, nämlich zwischen dem Reich der Natur und der absoluten Welt des Geistes. Der Bau der Brücke und das Leben in dem Tempel werden allein durch eine Opfertat des Menschen möglich. Hier vollbringt die grüne Schlange diese Tat.

참고문헌 (15)

  1. Goethe, J. W., "Goethes Werke, Band Ⅵ" (1973), Verlag C. H. Beck
  2. Goethe, J. W., "Goethes Werke, Band Ⅵ" (1973), Verlag C. H. Beck
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  4. Berghahn, Klaus L., "Friedrich Schiller: Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, Reclam" (2000)
  5. Geiss, Immanuel, "Geschichte griffbereit, Bd. 4" (2002), Gütersloh
  6. Jeßing, Benedikt, "Metzler-Goethe-Lexikon" (1999), Weimar
  7. Köthe, Regina, "im literarischen Diskurs nach 1789" (1997)
  8. Niekerk, Carl, "Die Frage nach dem Subjekt in Goethes ‘Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten’" (1995)
  9. Ohly, Friedrich, "Ausgewählte und neue Schriften zur Literaturgeschichte und Bedeutungsforschung" (1995)
  10. Renis, André, "Tabelle" (1997)
  11. Steiner, Rudolf, "Goethes geheime Offenbarung in seinem Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie" (1999), Steiner Verlag
  12. Trunz, Erich, "Goethes Werke Bd. 6" (1973)
  13. Wilpert, Gero, "Die deutsche Gespenstergeschichte" (1994)
  14. Zymner, Rüdiger, "Erzählte Welt – Welt des Erzählens" (2000)

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