생태주의적 관점으로 본 괴테의 『젊은 베르터의 고뇌』
Goethes Die Leiden des jungen Werther aus ökologischer Sicht
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초록
Martin Walser hat einmal über Goethe geschrieben: “Da er unser größtes Kaufhaus ist, findet bei ihm jeder, was er braucht.” Bis jetzt haben viele Forscher über Goethes Werke aus ganz verschiedenen Gesichtspunkten und mit vielfältigen Methoden zahlreiche Untersuchungen vorgelegt. Aber von den so vielen Untersuchungen gibt es nur wenige, die Goethes Werke aus ökologischer Sicht analysierten. Eine davon ist das 2003 erschienene Buch Manfred Ostens <“Alles veloziferisch” oder Goethes Entdeckung der Langsamkeit>, in dem es um zivilisationskritische Ansätze Goethes handelt. In seiner Analyse stehen die späten Werke Goethes Die Wahlverwandtschaften, Faust und West-östlicher Divan im Mittelunkt. Aber die Kritik an die Moderne und Zivilisation läßt sich schon in den frühen Werken Goethes finden - das wäre meine These. In Die Leiden des jungen Werther stehen die Gegensätze von Vormoderne und Moderne, Antike und Gegenwart, Langsamkeit und Geschwindigkeit, Land und Stadt, Natur und Kunst, Muße und Arbeit im Vordergrund. Durch diese Gegensätze kritisiert Goethe die Probleme seiner Zeit, die mit Geschwindigkeit, Wirksamkeit, Fortschritt und Tätigkeit gekennzeichnet ist, und plädiert eine alternative Lebensweise. Werther unterscheidet zwischen freier Tätigkeit und gezwungener Arbeit und prognostiziert, dass die Arbeit der meisten Menschen durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist. Werther stellt das freie und bescheidene Leben in der Natur als Alternative zum modernen Leben in der Stadt. Wenn man darüber berücksichtigt, dass die Arbeit ein wichtiger Wert im 18. Jahrhundert war, der die Identität des Bürgertums stiftet, ist es erstaunlich, dass Werther andere Werte wie die Muße, freie Tätigkeit und bescheidenes Leben vorgeschlagen hat. Diese neue Lebensweise bekommt insbesondere in unserer Zeit der Geschwindigkeit und Überarbeit ihre Aktualität. Für Werther ist die Natur kein Zufluchtsort, sondern eine in der Wirklichkeit realisierte Utopie, weil er dort Vollkommenheit erlebt. Er findet in der Natur eine harmonische Welt, wo alle Lebewesen ohne Hierarchie miteinander friedlich leben. Diese Natur- und Weltanschauung, dass alle Lebewesen zusammen eine holistische Welt bilden und sie voneinander abhängig existieren -das ist gerade der Kern des ökologischen Denkens- unterscheidet sich von der modernen, wonach die Natur als Mittel und Stoff für meschlichen Wohlstand degradiert wird. Werther kritisiert die moderne Naturanschauung und versucht, die verlorene mythische Welt wieder herzustellen. In diesem Sinne läßt sich Werther als ein frühes Beispiel der deutschen ökologischen Romane bezeichnen.
Abstract
Martin Walser hat einmal über Goethe geschrieben: “Da er unser größtes Kaufhaus ist, findet bei ihm jeder, was er braucht.” Bis jetzt haben viele Forscher über Goethes Werke aus ganz verschiedenen Gesichtspunkten und mit vielfältigen Methoden zahlreiche Untersuchungen vorgelegt. Aber von den so vielen Untersuchungen gibt es nur wenige, die Goethes Werke aus ökologischer Sicht analysierten. Eine davon ist das 2003 erschienene Buch Manfred Ostens <“Alles veloziferisch” oder Goethes Entdeckung der Langsamkeit>, in dem es um zivilisationskritische Ansätze Goethes handelt. In seiner Analyse stehen die späten Werke Goethes Die Wahlverwandtschaften, Faust und West-östlicher Divan im Mittelunkt. Aber die Kritik an die Moderne und Zivilisation läßt sich schon in den frühen Werken Goethes finden - das wäre meine These. In Die Leiden des jungen Werther stehen die Gegensätze von Vormoderne und Moderne, Antike und Gegenwart, Langsamkeit und Geschwindigkeit, Land und Stadt, Natur und Kunst, Muße und Arbeit im Vordergrund. Durch diese Gegensätze kritisiert Goethe die Probleme seiner Zeit, die mit Geschwindigkeit, Wirksamkeit, Fortschritt und Tätigkeit gekennzeichnet ist, und plädiert eine alternative Lebensweise. Werther unterscheidet zwischen freier Tätigkeit und gezwungener Arbeit und prognostiziert, dass die Arbeit der meisten Menschen durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist. Werther stellt das freie und bescheidene Leben in der Natur als Alternative zum modernen Leben in der Stadt. Wenn man darüber berücksichtigt, dass die Arbeit ein wichtiger Wert im 18. Jahrhundert war, der die Identität des Bürgertums stiftet, ist es erstaunlich, dass Werther andere Werte wie die Muße, freie Tätigkeit und bescheidenes Leben vorgeschlagen hat. Diese neue Lebensweise bekommt insbesondere in unserer Zeit der Geschwindigkeit und Überarbeit ihre Aktualität. Für Werther ist die Natur kein Zufluchtsort, sondern eine in der Wirklichkeit realisierte Utopie, weil er dort Vollkommenheit erlebt. Er findet in der Natur eine harmonische Welt, wo alle Lebewesen ohne Hierarchie miteinander friedlich leben. Diese Natur- und Weltanschauung, dass alle Lebewesen zusammen eine holistische Welt bilden und sie voneinander abhängig existieren -das ist gerade der Kern des ökologischen Denkens- unterscheidet sich von der modernen, wonach die Natur als Mittel und Stoff für meschlichen Wohlstand degradiert wird. Werther kritisiert die moderne Naturanschauung und versucht, die verlorene mythische Welt wieder herzustellen. In diesem Sinne läßt sich Werther als ein frühes Beispiel der deutschen ökologischen Romane bezeichnen.
참고문헌 (26)
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