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Ikonisches Denken bei Ch. S. Peirce

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주제분류독일어와문학

초록

Peirce unterscheidet bei Ikonen zwischen bildhafter, diagrammatischer und metaphorischer Ikonizität. Er glaubt, alles Denken sei bildlich und von daher ein visueller Akt. Er gebraucht bevorzugt Diagramme, weil ein “außerordentliches Merkmal von Diagrammen ist, dass sie zeigen”, und “das Diagramm eine Relation in definiter Form repräsentiert.” Für ihn ist alles notwendige Denken diagrammatisch. So schreibt er: “I do not think I ever reflect in words: I employ visual diagrams.” Und diese Selbstbeschreibung von Charles S. Peirce bildet den Ausgangspunkt für eine neue Sicht auf sein Denken. Hier wird die kontinuierliche Form des Systems der Diagrammeals grundlegend behandelt, da sie dem Prozesscharakter des Denkens entspricht. Im Mittelpunkt dieses diagrammatischen Denkens bei Peirce steht die Analogie der Teile eines Ikons oder des Diagramms zu den Teilen des Denkgegenstandes, sowie das vorstellungmäßige Experimentieren mit diesem Bild und das Beobachten des Ergebnisses, um so die unbeachteten und verborgenen Beziehungen zwischen den Teilen aufzudecken. Von daher ist alles neue und schöpferische Denken diagrammatisch und zugleich analogisch. Ob die Ideen der Wahrheit entsprechen, muss durch den abduktiven Denkprozess geprüft werden. Peirces These von der rahmenden Funktion visueller Qualitäten und Wahrnehmungsweisen für die Evolution menschlichen Wissens und die Entstehung der Wissenschaft basiert auf der Annahme, dass Visualisierung von nicht verkörperten Qualitäten und visueller Denkstil den Weltzugang moderner Wissenschaften ermöglichten. Im Poststrukturalismus findet keine ausführliche Auseineandersetzung mit der Peirce’schen Diagrammatik statt. Doch in zahlreichen Texten finden sich Hinweise und Gedanken zu wichtigen diagrammatischen Feststellungen. Gille Deleuze zählt zu den poststrukturalistischen Autoren, die am konsequentesten räumliche Begriffe mit diagrammatischem Charakter verwendet haben. Einer seiner schillerndsten Begriffe ist der des “Rhizoms”. Für ihn (und Guattari) sind ‘Rhizom’ und ‘Baum’ zwei gegensätzliche Erkenntnisschemata, die sich in unterchiedlichen Diskursen wiederfinden lassen. Die Metaphorik des Begriffs ‘Rhizom’ soll dazu beitragen, diese Ähnlichkeit zu verdeutlichen. Als Diagramm bringt das Rhizom den Gegenstand, den er beschreibt, entwerfend mit hervor. Daraus folgt: Für ihn ist das Philosophieren eine ‘diagrammatische’ Praxis. Diagramme sind, wie bei Peirce in den unterschiedlichen Kontexte, rahmenbildende soziokulturelle Schemata, in denen sich semiotische oder materielle Prozesse vollziehen und konkretisieren. So gilt bei Deleuze wie bei Peirce, durch das diagrammatische Denken neue Ideen zu gewinnen. Aber bei Deleuze geht es mehr um die produktive “Deterritorialisierung”, während bei Peirce um die feste Überzeugung und schließlich um die Gewohnheit und deren Änderung(“habit-change”) des Menschen geht.

Abstract

Peirce unterscheidet bei Ikonen zwischen bildhafter, diagrammatischer und metaphorischer Ikonizität. Er glaubt, alles Denken sei bildlich und von daher ein visueller Akt. Er gebraucht bevorzugt Diagramme, weil ein “außerordentliches Merkmal von Diagrammen ist, dass sie zeigen”, und “das Diagramm eine Relation in definiter Form repräsentiert.” Für ihn ist alles notwendige Denken diagrammatisch. So schreibt er: “I do not think I ever reflect in words: I employ visual diagrams.” Und diese Selbstbeschreibung von Charles S. Peirce bildet den Ausgangspunkt für eine neue Sicht auf sein Denken. Hier wird die kontinuierliche Form des Systems der Diagrammeals grundlegend behandelt, da sie dem Prozesscharakter des Denkens entspricht. Im Mittelpunkt dieses diagrammatischen Denkens bei Peirce steht die Analogie der Teile eines Ikons oder des Diagramms zu den Teilen des Denkgegenstandes, sowie das vorstellungmäßige Experimentieren mit diesem Bild und das Beobachten des Ergebnisses, um so die unbeachteten und verborgenen Beziehungen zwischen den Teilen aufzudecken. Von daher ist alles neue und schöpferische Denken diagrammatisch und zugleich analogisch. Ob die Ideen der Wahrheit entsprechen, muss durch den abduktiven Denkprozess geprüft werden. Peirces These von der rahmenden Funktion visueller Qualitäten und Wahrnehmungsweisen für die Evolution menschlichen Wissens und die Entstehung der Wissenschaft basiert auf der Annahme, dass Visualisierung von nicht verkörperten Qualitäten und visueller Denkstil den Weltzugang moderner Wissenschaften ermöglichten. Im Poststrukturalismus findet keine ausführliche Auseineandersetzung mit der Peirce’schen Diagrammatik statt. Doch in zahlreichen Texten finden sich Hinweise und Gedanken zu wichtigen diagrammatischen Feststellungen. Gille Deleuze zählt zu den poststrukturalistischen Autoren, die am konsequentesten räumliche Begriffe mit diagrammatischem Charakter verwendet haben. Einer seiner schillerndsten Begriffe ist der des “Rhizoms”. Für ihn (und Guattari) sind ‘Rhizom’ und ‘Baum’ zwei gegensätzliche Erkenntnisschemata, die sich in unterchiedlichen Diskursen wiederfinden lassen. Die Metaphorik des Begriffs ‘Rhizom’ soll dazu beitragen, diese Ähnlichkeit zu verdeutlichen. Als Diagramm bringt das Rhizom den Gegenstand, den er beschreibt, entwerfend mit hervor. Daraus folgt: Für ihn ist das Philosophieren eine ‘diagrammatische’ Praxis. Diagramme sind, wie bei Peirce in den unterschiedlichen Kontexte, rahmenbildende soziokulturelle Schemata, in denen sich semiotische oder materielle Prozesse vollziehen und konkretisieren. So gilt bei Deleuze wie bei Peirce, durch das diagrammatische Denken neue Ideen zu gewinnen. Aber bei Deleuze geht es mehr um die produktive “Deterritorialisierung”, während bei Peirce um die feste Überzeugung und schließlich um die Gewohnheit und deren Änderung(“habit-change”) des Menschen geht.

참고문헌 (25)

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  16. Peirce, Charles Sanders, "The Collected Papers" (1974), The Belknap Press of Harvard University Press
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  22. Sun-Joo Shin, "The Iconic Logik of Peirce’s Graphs" (2002)
  23. Strub, Christian, "Kreativität und Logik. Charles S. Peirce und das philosophische Problem des Neuen", pp.209~232 (1994)
  24. Peirce Edition Project, "Selected Philosophical Writings" (1998)
  25. Fernando Zalamea, "Peirces Logic of Continuity" (2012)

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