브레히트의 소시민 비판 - <쿨레 밤페 또는 세상은 누구의 것인가?>를 중심으로 -
Brecht's critique of the petty bourgeoisie - Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?
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초록
Die Weltwirtschaftskrise, die sich aus dem Zusammenbruch der New Yorker Börse im Oktober 1929 entwickelte, betraf sämtliche große Industrienationen. Auch Deutschland geriet tief in den Strudel der Weltwirtschaftskrise, die zum Kollaps von Wirtschaftsunternehmen, zu Deflation und Massenarbeitslosigkeit führte. Die Situation in Deutschland glich einer totalen Katastrophe. Die Anstrengungen der deutschen Regierung, diese Krise zu überwinden, begünstigten jedoch einseitig das Kapital und wälzten die Hauptlast in solchem Maße auf die einfache Bevölkerung ab, dass diese dabei ihre gesamte Existenzgrundlage zu verlieren drohte. Mitten in dieser Katastrophe entstand 1932 der Film Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?, für den Brecht das Drehbuch mitverfasste und an dessen Produktion er selbst mitwirkte. Der Film war Ausdruck von Brechts Problembewusstsein. Brecht sah sich mit diesen “finsteren Zeiten” direkt konfrontiert und versuchte, im Sinne seiner realistischen Geisteshaltung Auswege aufzuzeigen. Dabei sah er sich gezwungen, sich mit dem Kleinbürgertum auseinanderzusetzen, das dazu tendierte, die verzweifelte Lage zu verdrängen und somit ein großes Hindernis für die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen darstellte. Vor diesem Hintergrund wird sich die vorliegende Arbeit anhand des Films Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt? mit Brechts Kritik am Kleinbürgertum beschäftigen, wobei folgende drei Aspekte in den Fokus genommen werden: Erstens verinnerlicht nämlich der Kleinbürger den “liberalistischen Individualismus”, indem er durch individualisierend-moralisierendes Urteilen die bestehende Gesellschaftsordnung stabilisiert und im Sinne einer “Praktizierung der herrschenden Ideologie” diese handelnd weiterträgt. Zweitens erweist sich der Kleinbürger als Mensch ohne Geschichts- und Verantwortungsbewusstsein, indem er seine eigenen Interessen verkennt und damit einem “Abgleiten in die Scheinidylle” verfällt. Drittens kennzeichnet die kleinbürgerliche Lebenshaltung ein “Verlust der makroskopischen Sicht”, indem sie sich im Mikrokosmos ihres Alltags verliert und den Verhältnissen mit einer von leeren Phrasen und Formeln geprägten und somit wirklichkeitsfernen Logik beizukommen versucht. Doch damit, die Kleinbürger in den kritischen Blick zu nehmen, lässt es Brecht durchaus nicht bewenden. Denn Kritik ist bei Brecht bekanntermaßen sich selbst nicht genug, sondern muss hinauslaufen auf die Gewinnung einer neuen, alternativen Perspektive. Diese erkennt er denn hier auch in dem Potenzial der jungen Leute zur Überwindung der beschriebenen “finsteren Zeiten”.
Abstract
Die Weltwirtschaftskrise, die sich aus dem Zusammenbruch der New Yorker Börse im Oktober 1929 entwickelte, betraf sämtliche große Industrienationen. Auch Deutschland geriet tief in den Strudel der Weltwirtschaftskrise, die zum Kollaps von Wirtschaftsunternehmen, zu Deflation und Massenarbeitslosigkeit führte. Die Situation in Deutschland glich einer totalen Katastrophe. Die Anstrengungen der deutschen Regierung, diese Krise zu überwinden, begünstigten jedoch einseitig das Kapital und wälzten die Hauptlast in solchem Maße auf die einfache Bevölkerung ab, dass diese dabei ihre gesamte Existenzgrundlage zu verlieren drohte. Mitten in dieser Katastrophe entstand 1932 der Film Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?, für den Brecht das Drehbuch mitverfasste und an dessen Produktion er selbst mitwirkte. Der Film war Ausdruck von Brechts Problembewusstsein. Brecht sah sich mit diesen “finsteren Zeiten” direkt konfrontiert und versuchte, im Sinne seiner realistischen Geisteshaltung Auswege aufzuzeigen. Dabei sah er sich gezwungen, sich mit dem Kleinbürgertum auseinanderzusetzen, das dazu tendierte, die verzweifelte Lage zu verdrängen und somit ein großes Hindernis für die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen darstellte. Vor diesem Hintergrund wird sich die vorliegende Arbeit anhand des Films Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt? mit Brechts Kritik am Kleinbürgertum beschäftigen, wobei folgende drei Aspekte in den Fokus genommen werden: Erstens verinnerlicht nämlich der Kleinbürger den “liberalistischen Individualismus”, indem er durch individualisierend-moralisierendes Urteilen die bestehende Gesellschaftsordnung stabilisiert und im Sinne einer “Praktizierung der herrschenden Ideologie” diese handelnd weiterträgt. Zweitens erweist sich der Kleinbürger als Mensch ohne Geschichts- und Verantwortungsbewusstsein, indem er seine eigenen Interessen verkennt und damit einem “Abgleiten in die Scheinidylle” verfällt. Drittens kennzeichnet die kleinbürgerliche Lebenshaltung ein “Verlust der makroskopischen Sicht”, indem sie sich im Mikrokosmos ihres Alltags verliert und den Verhältnissen mit einer von leeren Phrasen und Formeln geprägten und somit wirklichkeitsfernen Logik beizukommen versucht. Doch damit, die Kleinbürger in den kritischen Blick zu nehmen, lässt es Brecht durchaus nicht bewenden. Denn Kritik ist bei Brecht bekanntermaßen sich selbst nicht genug, sondern muss hinauslaufen auf die Gewinnung einer neuen, alternativen Perspektive. Diese erkennt er denn hier auch in dem Potenzial der jungen Leute zur Überwindung der beschriebenen “finsteren Zeiten”.
참고문헌 (27)
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