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혼종의 이야기, 이야기의 혼종 - 라픽 샤미의 환상과 현실, 오리엔트와 옥시덴트, 거짓과 진실의 세계

Geschichten der Hybridität, Hybridität in den Geschichten - die Welt der Phantasie und Realität, von Orient und Okzident, Lüge und Wahrheit bei Rafik Schami

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주제분류독일어와문학

초록

In der vorliegenden Untersuchung werden die Werke des 1946 in Syrien geborenen Autors Rafik Schami in Hinblick auf Hybridität naher erläutert. Er wuchs in der Nähe von Damaskus als Angehöriger der syrisch-christlichen Minderheiten auf. Nach dem Verbot der literarischen Wandzeitung und durch die Bedrohung der Militärregierung emigrierte 1971 er schließlich in die BRD, wo er zunächst Chemie studierte und promovierte. In dieser Zeit veröffentlichte er auch zahlreiche Texte in Zeitschriften und Anthologien. Ab 1982 schrieb er als Berufschriftssteller und gründete Südwind Gastarbeiter-Deutsch. Bei ihm stehen in erster Linie individuelle Schicksale im Mittelpunkt, wobei er zeigt, wie diese durch das soziale Umfeld geprägt und beeinflusst werden. In der Beschreibung dieser sozialen Umstände sehen manche Wissenschaftler das politische Engagement Schamis. Sein Verständnis für globale Themen und Probleme wird darin deutlich, dass die kritisierten Erscheinungen wie politische Unterdrückung, Diskriminierung und Ausbeutung immer in einem universellen, eben globalen Kontext stehen. In surrealistisch anmutenden Texten, in Märchen und Fabeln, aber auch realistisch gehaltenen Erzählungen scheint insofern auch Schamis politische Einstellung auf. Seine Werke sind jedoch nicht nur als eine interkulturelle Annäherung durch Kritik gesellschaftlicher Zustände, sondern zugleich auch als Kulturvermittlung zu verstehen. Ausgehend von seiner eigenen multikulturellen Biografie erschließen sich einem gewissermaßen auch die hybriden Erzählweisen Schamis. Er beherrscht die aramäische, arabische, französische und deutsche Sprache. Eine wichtige Rolle in seinen Werken spielt vor allem die Enttypisierung. Dies geschieht beispielsweise durch einen nüchtern und objektiv gehaltenen Erzähler, durch den ein nicht typenhaftes, sondern ein an den individuell verschiedenen Menschen gemessenes Bild der Deutschen gezeichnet wird. Von besonderem Interesse ist beispielsweise auch die sich immer stärker ethnozentristisch und deutschfeindlich abzeichenden Figur Ali. Gerade daher ist von Bedeutung, dass der nüchterne Erzähler in den Geschichten hier sowohl ein anderes als auch differenziertes, mithin also faires Bild der Deutschen liefert. Indem er das Individuum für die umstrittenen Verhaltensweisen mitverantwortlich macht, befreit er es dadurch zugleich von der Nationalität und damit von deren Dasein als Mittel zum Zweck – das gilt sowohl in Hinsicht auf die Schuldzuschreibung der anderen als auch der eigenen Rechtfertigung. Dabei gewinnt Schamis Sprache in der Beschreibung der Einheimischen sogar an Objektivität. Die meisten Geschichten Schamis haben den Orient als Schauplatz ihrer Handlung. Dabei versucht er auf eine interessante literarische Weise das nahöstliche Alltagsleben aus der Sicht der Orientalen selbst zu erzählen. Wie gesagt, überschreitet er durch seine Einstellung gegenüber den Menschen die Grenzen der Nationalitäten. In seinen kritischen Bemerkungen setzt er sich zuallererst einmal mit Individuen und bestimmten Verhaltensweisen auseinander als mit Frage ihrer nationalen Zugehörigkeit. Im gleichen Sinne wendet er sich selbst einerseits vehement gegen gängige Etikettierungen des Literaturbetriebes, wie er auf der anderen Seite für sich einen Minderheiten-Bonus ablehnt.

Abstract

In der vorliegenden Untersuchung werden die Werke des 1946 in Syrien geborenen Autors Rafik Schami in Hinblick auf Hybridität naher erläutert. Er wuchs in der Nähe von Damaskus als Angehöriger der syrisch-christlichen Minderheiten auf. Nach dem Verbot der literarischen Wandzeitung und durch die Bedrohung der Militärregierung emigrierte 1971 er schließlich in die BRD, wo er zunächst Chemie studierte und promovierte. In dieser Zeit veröffentlichte er auch zahlreiche Texte in Zeitschriften und Anthologien. Ab 1982 schrieb er als Berufschriftssteller und gründete Südwind Gastarbeiter-Deutsch. Bei ihm stehen in erster Linie individuelle Schicksale im Mittelpunkt, wobei er zeigt, wie diese durch das soziale Umfeld geprägt und beeinflusst werden. In der Beschreibung dieser sozialen Umstände sehen manche Wissenschaftler das politische Engagement Schamis. Sein Verständnis für globale Themen und Probleme wird darin deutlich, dass die kritisierten Erscheinungen wie politische Unterdrückung, Diskriminierung und Ausbeutung immer in einem universellen, eben globalen Kontext stehen. In surrealistisch anmutenden Texten, in Märchen und Fabeln, aber auch realistisch gehaltenen Erzählungen scheint insofern auch Schamis politische Einstellung auf. Seine Werke sind jedoch nicht nur als eine interkulturelle Annäherung durch Kritik gesellschaftlicher Zustände, sondern zugleich auch als Kulturvermittlung zu verstehen. Ausgehend von seiner eigenen multikulturellen Biografie erschließen sich einem gewissermaßen auch die hybriden Erzählweisen Schamis. Er beherrscht die aramäische, arabische, französische und deutsche Sprache. Eine wichtige Rolle in seinen Werken spielt vor allem die Enttypisierung. Dies geschieht beispielsweise durch einen nüchtern und objektiv gehaltenen Erzähler, durch den ein nicht typenhaftes, sondern ein an den individuell verschiedenen Menschen gemessenes Bild der Deutschen gezeichnet wird. Von besonderem Interesse ist beispielsweise auch die sich immer stärker ethnozentristisch und deutschfeindlich abzeichenden Figur Ali. Gerade daher ist von Bedeutung, dass der nüchterne Erzähler in den Geschichten hier sowohl ein anderes als auch differenziertes, mithin also faires Bild der Deutschen liefert. Indem er das Individuum für die umstrittenen Verhaltensweisen mitverantwortlich macht, befreit er es dadurch zugleich von der Nationalität und damit von deren Dasein als Mittel zum Zweck – das gilt sowohl in Hinsicht auf die Schuldzuschreibung der anderen als auch der eigenen Rechtfertigung. Dabei gewinnt Schamis Sprache in der Beschreibung der Einheimischen sogar an Objektivität. Die meisten Geschichten Schamis haben den Orient als Schauplatz ihrer Handlung. Dabei versucht er auf eine interessante literarische Weise das nahöstliche Alltagsleben aus der Sicht der Orientalen selbst zu erzählen. Wie gesagt, überschreitet er durch seine Einstellung gegenüber den Menschen die Grenzen der Nationalitäten. In seinen kritischen Bemerkungen setzt er sich zuallererst einmal mit Individuen und bestimmten Verhaltensweisen auseinander als mit Frage ihrer nationalen Zugehörigkeit. Im gleichen Sinne wendet er sich selbst einerseits vehement gegen gängige Etikettierungen des Literaturbetriebes, wie er auf der anderen Seite für sich einen Minderheiten-Bonus ablehnt.

참고문헌 (32)

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  8. Rafik Schami, "Erzähler der Nacht" (1989)
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  28. "Rafik Schami in einem Interview mit Lutz Tantow: “Abenteuer in der anderen Sprache”", Die Brücken, (24) (1985)
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  30. Said, Edward W., "Orientalismus" (1981)
  31. Stahr, Volker S., "“Das Gute sehen - aber nicht idealisieren. Rafik Schami: ein Brückenbauer zwischen den Welten”. In: Neue Züricher Zeitung", ~ (2003)
  32. Wardy, Haimaa El, "Migration in die Heimat. Das Werk Rafik Schamis im Kontext der deutschsprachigen Literatur arabischer Schriftsteller in Deutschland", Trans, (15) (2004)

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