묵독과 해석에 관한 연구 - 경험구성주의 문학이론과 18세기 독일의 문학체계를 중심으로
Untersuchung zum stillen Lesen und Interpretieren - Unter besonderer Berücksichtigung von der Empirischen Theorie der Literatur und vom deutschen Literatursystem im 18. Jahrhundert
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초록
Angesichts der durch elektronische Medien veränderten Medienumwelt sieht die Literturforschung sich aufgefordert, sich mit Fragen nach der Rolle und dem Stellenwert des Buches und damit des Lesens stärker denn je zu beschäftigen. Dies führt dazu, die Aufmerksamekeit auf das Literatursystem im 18. Jahrhundert in Deutschland zu lenken, in dem sich literarische Handlungen im modernen Sinne entwickelt haben. Dabei wird vor allem auf stilles Lesen und Interpretieren eingegangen, um deutlich zu machen, wie die Kluft zwischen Laien- und Expertenlesern bezüglich literarischer Kommunikation entstanden ist und wie sie sich im Verlauf der Zeit vergrößert hat. Dafür wird zunächst ein knapper Überblick über den Forschungsstand zum Buch und Lesen im 18. Jahrhundert innerhalb der Germanistik in Korea gegeben, um damit die Empirische Theorie der Literatur (ETL) als eine Basistheorie für die Untersuchung zum Literatursystem heranzuziehen. In der ETL werden literarische Handlungen nach vier Handlungskategorien unterschieden: Produktion, Vermittlung, Rezeption und Verarbeitung, wobei stilles Lesen als Rezeption und das Interpretieren als Rezeption bzw. Verarbeitung konzipiert sind. Mit der Herausbildung des Bürgertums ist die funktionale Ausdifferenzierung innerhalb des Literatursystems einhergegangen, was sich auch am Wandel des Leseverhaltens erkennen lässt. An die Stelle des lauten Lesens, das sich als eine sinnliche Rezeption auffassen lässt und unter Umständen nach einem Konsens über das Vorgelesene sucht, ist das stille Lesen als ein neues Leseverhalten getreten. Im Unterschied zum lauten Lesen bringt stilles Lesen die Leser dazu, sich von Norm- und Sinnfragen befreit zu fühlen und Phantasie zu entfalten. Zugleich sind die Leser aber bei der Sinnsuche allein gelassen und mussten gegebenenfalls Zuflucht bei Expertenlesern suchen, um eigene Interpretation abzusichern. Die Literaturkritik, die sich als Literaturverarbeitung auffassen lässt, hat Anfang des 18. Jahrhunderts versucht, mithilfe des Buches die Bürger bzw. das Lesepublikum aufzuklären. Die großen Erwartungen der Aufklärer haben sich aber im Verlauf des 18. Jahrhunderts in Enttäuschung verwandelt, da die Leser mit dem Vormarsch des kapitalisierten Buchmarktes eher zur Unterhaltungsliteratur bzw. zum Romanlesen „verführt„ wurden. Damit ist die Schere zwischen Lesern und Literaturkritikern noch größer geworden. Dies hatte zur Folge, dass sich die Leserschaft ausdifferenzierte und literarische Kommunikation keine homogene Leserschaft mehr voraussetzen konnte, was auch für das Literatursystem von heute gilt. Um die Kluft zwischen Lesern in Bezug auf Kommunikation zu verkleinern oder gar aufzuheben, muss sich die Literaturforschung sowohl mit der Frage nach der Interpretationsmethoden als auch mit der Frage befassen, wie eine bestimmte Interpretation bei Lesern mit unterschiedlicher Lesesozialisation zustande kommt und wie sie sich im Literatursystem etabliert. Allerdings sollte weiter versucht werden, Lust auf Literatur bzw. auf das Lesen im alltäglichen und beruflichen Leben sowie innerhalb und außerhalb des Literaturunterrichts zu beleben.
Abstract
Angesichts der durch elektronische Medien veränderten Medienumwelt sieht die Literturforschung sich aufgefordert, sich mit Fragen nach der Rolle und dem Stellenwert des Buches und damit des Lesens stärker denn je zu beschäftigen. Dies führt dazu, die Aufmerksamekeit auf das Literatursystem im 18. Jahrhundert in Deutschland zu lenken, in dem sich literarische Handlungen im modernen Sinne entwickelt haben. Dabei wird vor allem auf stilles Lesen und Interpretieren eingegangen, um deutlich zu machen, wie die Kluft zwischen Laien- und Expertenlesern bezüglich literarischer Kommunikation entstanden ist und wie sie sich im Verlauf der Zeit vergrößert hat. Dafür wird zunächst ein knapper Überblick über den Forschungsstand zum Buch und Lesen im 18. Jahrhundert innerhalb der Germanistik in Korea gegeben, um damit die Empirische Theorie der Literatur (ETL) als eine Basistheorie für die Untersuchung zum Literatursystem heranzuziehen. In der ETL werden literarische Handlungen nach vier Handlungskategorien unterschieden: Produktion, Vermittlung, Rezeption und Verarbeitung, wobei stilles Lesen als Rezeption und das Interpretieren als Rezeption bzw. Verarbeitung konzipiert sind. Mit der Herausbildung des Bürgertums ist die funktionale Ausdifferenzierung innerhalb des Literatursystems einhergegangen, was sich auch am Wandel des Leseverhaltens erkennen lässt. An die Stelle des lauten Lesens, das sich als eine sinnliche Rezeption auffassen lässt und unter Umständen nach einem Konsens über das Vorgelesene sucht, ist das stille Lesen als ein neues Leseverhalten getreten. Im Unterschied zum lauten Lesen bringt stilles Lesen die Leser dazu, sich von Norm- und Sinnfragen befreit zu fühlen und Phantasie zu entfalten. Zugleich sind die Leser aber bei der Sinnsuche allein gelassen und mussten gegebenenfalls Zuflucht bei Expertenlesern suchen, um eigene Interpretation abzusichern. Die Literaturkritik, die sich als Literaturverarbeitung auffassen lässt, hat Anfang des 18. Jahrhunderts versucht, mithilfe des Buches die Bürger bzw. das Lesepublikum aufzuklären. Die großen Erwartungen der Aufklärer haben sich aber im Verlauf des 18. Jahrhunderts in Enttäuschung verwandelt, da die Leser mit dem Vormarsch des kapitalisierten Buchmarktes eher zur Unterhaltungsliteratur bzw. zum Romanlesen „verführt„ wurden. Damit ist die Schere zwischen Lesern und Literaturkritikern noch größer geworden. Dies hatte zur Folge, dass sich die Leserschaft ausdifferenzierte und literarische Kommunikation keine homogene Leserschaft mehr voraussetzen konnte, was auch für das Literatursystem von heute gilt. Um die Kluft zwischen Lesern in Bezug auf Kommunikation zu verkleinern oder gar aufzuheben, muss sich die Literaturforschung sowohl mit der Frage nach der Interpretationsmethoden als auch mit der Frage befassen, wie eine bestimmte Interpretation bei Lesern mit unterschiedlicher Lesesozialisation zustande kommt und wie sie sich im Literatursystem etabliert. Allerdings sollte weiter versucht werden, Lust auf Literatur bzw. auf das Lesen im alltäglichen und beruflichen Leben sowie innerhalb und außerhalb des Literaturunterrichts zu beleben.
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