죽음의 무도 - 미술적 모티프의 문학적 수용에 관하여
Totentanz: Zur literarischen Rezeption des Kunstmotivs
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초록
Die Bildtradition des Totentanzes ist eine kulturelle Erscheinung des ausgehenden Spätmittelalters, die in Bild und Text dem Menschen seine unausweichliche Sterblichkeit vor Augen führt und deren ununterbrochene Kontinuität man bis in unsere Gegenwart beobachten kann. Angeführten vom personifizierten Tod tanzen Mann und Frau, Kaiser und Bettler, Reich und Arm, Alt und Jung dem Gericht Gottes entgegen. Aus der ursprünglich mystisch-religiösen, auf das Jenseits gerichteten Todesvorstellung des Mittelalters wird eine vom Humanismus und von der Reformation beeinflusste Ständesatire und gesellschaftliche Morallehre der Renaissance. In neuerer Zeit treten an die Stelle des Ständereigen Themen wie das mechanische Töten in Kriegen oder die Ängste vor neuen technischen Errungenschaften. In der vorliegenden Arbeit wird versucht aufzuzeigen, wie die Tradition des Totentanzes in den verschiedenen Phasen der deutschen Literaturgeschichte je nach Autor und Zeit verschieden rezipiert und thematisiert worden ist. Das Gedicht von Claudius Der Tod und das Mädchen ist ein Text, der mit Vorwissen um diese Kunsttraditionen, in diesem Fall um den 'Totentanz' und das Motiv ‘der Tod und das Mädchen’, vollständig verstanden werden kann. Dort finden sich auch geschichtliche Veränderungsprozesse wie Individualisierung und Säkularisierung. Oder noch konkreter kann man einsehen, warum ‘den Lüsten ergeben sein’ epigrammatisch auf den ‘Kuss mit dem Tod’ verweist. Das Gedicht ist auch als eine literarische, strategische Reaktion auf moralische, religiöse Botschaften anzusehen. Im großen und ganzen ist da eine Veränderung in der Auffassung des Todes spürbar. In dem Sinn, in dem ‘der Tod als die perfekteste, von Gott geschaffene Gleichheit unter den Menschen’ die wichtigste Bedeutung des Totentanzes ist, ist auch Heines Äußerung vom Tod als “ernstes Gleichheitssystem” zu verstehen. Der Tod diente Heine als eine bedeutungsvolle Metapher für die Idee der Gleichheit, die eines seiner Lebensziele war. Bei ihm wird die ungerechte Sozialordnung mit ihren Privilegierten der perfekten Gleichheit, für die der Tod steht, entgegengesetzt. Diese Deutung steht im Einklang mit derjenigen Gleichheit, die der Totentanz von jeher hatte. Aus dieser endgültigen Gleichheit schließt Heine, dass die Idee der Gleichheit nicht nur erst durch den Tod, sondern gerade in der realen Welt geltend gemacht werden muss. Der Tod des Menschen findet im nuklearen Zeitalter bzw. im Zeitalter der Umweltzerstörung Eingang in das Bildrepertoire der Totentanzdarstellung. Der Punkt, wo die beiden Erzählungen Kunerts am schärfsten mit dem Motiv des Totentanzes in Bezug genommen werden können, liegt in der Tatsache, dass jene Erzählungen die Ermahnung des Memento mori in der Version Kunerts auf ähnlicher Weise dramatisch darstellen. Der Kern bzw. die Intention der beiden Werke kann auf die Formel “gedenkt des Todes!” gebracht werden. Und dies kann im engeren Sinne als eine ernste Mahnung an den real existierenden Sozialismus der DDR interpretiert werden. Ferner kann dies auch auf die globale Umweltzerstörung oder auf die Ausbeutung der Erde sowie auf das Ende der Welt zielen. Bei Kunert sieht man eine Wandlung dieses Motivs, das von der Frage des individuellen, existentiellen Todes zu einer umfangreicheren Metapher eines ‘sozialen Todes’ übergeht.
Abstract
Die Bildtradition des Totentanzes ist eine kulturelle Erscheinung des ausgehenden Spätmittelalters, die in Bild und Text dem Menschen seine unausweichliche Sterblichkeit vor Augen führt und deren ununterbrochene Kontinuität man bis in unsere Gegenwart beobachten kann. Angeführten vom personifizierten Tod tanzen Mann und Frau, Kaiser und Bettler, Reich und Arm, Alt und Jung dem Gericht Gottes entgegen. Aus der ursprünglich mystisch-religiösen, auf das Jenseits gerichteten Todesvorstellung des Mittelalters wird eine vom Humanismus und von der Reformation beeinflusste Ständesatire und gesellschaftliche Morallehre der Renaissance. In neuerer Zeit treten an die Stelle des Ständereigen Themen wie das mechanische Töten in Kriegen oder die Ängste vor neuen technischen Errungenschaften. In der vorliegenden Arbeit wird versucht aufzuzeigen, wie die Tradition des Totentanzes in den verschiedenen Phasen der deutschen Literaturgeschichte je nach Autor und Zeit verschieden rezipiert und thematisiert worden ist. Das Gedicht von Claudius Der Tod und das Mädchen ist ein Text, der mit Vorwissen um diese Kunsttraditionen, in diesem Fall um den 'Totentanz' und das Motiv ‘der Tod und das Mädchen’, vollständig verstanden werden kann. Dort finden sich auch geschichtliche Veränderungsprozesse wie Individualisierung und Säkularisierung. Oder noch konkreter kann man einsehen, warum ‘den Lüsten ergeben sein’ epigrammatisch auf den ‘Kuss mit dem Tod’ verweist. Das Gedicht ist auch als eine literarische, strategische Reaktion auf moralische, religiöse Botschaften anzusehen. Im großen und ganzen ist da eine Veränderung in der Auffassung des Todes spürbar. In dem Sinn, in dem ‘der Tod als die perfekteste, von Gott geschaffene Gleichheit unter den Menschen’ die wichtigste Bedeutung des Totentanzes ist, ist auch Heines Äußerung vom Tod als “ernstes Gleichheitssystem” zu verstehen. Der Tod diente Heine als eine bedeutungsvolle Metapher für die Idee der Gleichheit, die eines seiner Lebensziele war. Bei ihm wird die ungerechte Sozialordnung mit ihren Privilegierten der perfekten Gleichheit, für die der Tod steht, entgegengesetzt. Diese Deutung steht im Einklang mit derjenigen Gleichheit, die der Totentanz von jeher hatte. Aus dieser endgültigen Gleichheit schließt Heine, dass die Idee der Gleichheit nicht nur erst durch den Tod, sondern gerade in der realen Welt geltend gemacht werden muss. Der Tod des Menschen findet im nuklearen Zeitalter bzw. im Zeitalter der Umweltzerstörung Eingang in das Bildrepertoire der Totentanzdarstellung. Der Punkt, wo die beiden Erzählungen Kunerts am schärfsten mit dem Motiv des Totentanzes in Bezug genommen werden können, liegt in der Tatsache, dass jene Erzählungen die Ermahnung des Memento mori in der Version Kunerts auf ähnlicher Weise dramatisch darstellen. Der Kern bzw. die Intention der beiden Werke kann auf die Formel “gedenkt des Todes!” gebracht werden. Und dies kann im engeren Sinne als eine ernste Mahnung an den real existierenden Sozialismus der DDR interpretiert werden. Ferner kann dies auch auf die globale Umweltzerstörung oder auf die Ausbeutung der Erde sowie auf das Ende der Welt zielen. Bei Kunert sieht man eine Wandlung dieses Motivs, das von der Frage des individuellen, existentiellen Todes zu einer umfangreicheren Metapher eines ‘sozialen Todes’ übergeht.
참고문헌 (19)
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