정치 · 사회적 현상 이해를 통한 영화매체 이해 -파스빈더의 영화 <마리아 브라운의 결혼>을 중심으로-
Verstehen des Mediums Film im Kontext gesellschaftlich-politischer Phänomena -Im Bezug auf Rainer Werner Fassbinders DIE EHE DER MARIA BRAUN-
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초록
Der Film DIE EHE DER MARIA BRAUN, der auf der Berlinale 1979 als Eröffnungsfilm seine Premiere hatte und im selben Jahr in die Kinos kam, ist einer der bekanntesten, zugänglichsten und populärsten Filme von Fassbinder, einem wichtigen Akteur des Neuen Deutschen Films. Gerade aus diesem Grund ist der Ausdruck von Francois Truffaut zu verstehen, dass der Filmemacher mit DIE EHE DER MARIA BRAUN aus dem Elfenbeinturm der Cinephilen ausgebrochen sei. Fassbinder hat diesen Film als das erste Werk seiner BRD-Trilogie gedreht, in der er die Nazi-Zeit und die Gründungsjahre der Bundesrepublik Deutschland unter die Lupe genommen hat, um sich mit seiner Geschichte auseinander zu setzen. Der Film porträtiert eine Frau, Maria Braun, die von der Zeit zur Selbständigkeit gezwungen wird und sich dabei in der Gesellschaft emanzipiert. Sie kann mit diesem Prinzip in der Nachkriegsgesellschaft festen Boden unter die Füße bekommen, ihre Familie und ihre Freunde ernähren und schließlich im Wohlstand leben. Aber gerade diese kalkülierte Lebensweise Marias verdrängt ihre Liebe und ihre Sehnsucht nach den Gefühlen, wodurch sie schließlich zugrunde geht. Fassbinder stellt die melodramatische Geschichte vor dem Hintergrund der Nachkriegszeit Deutschlands dar. Dabei schafft er es, dass der Film gleichzeitig auch als Spiegelbild deutscher Nachkriegsgeschichte erscheint. Dafür fängt Fassbinder die Zeitgeschichte vor allem in seinem raffinierten O-Ton ein. Besonders Reden des Kanzlers Konrad Adenauer im Rundfunk beschwören Stimmung und Atmosphäre der Nachkriegszeit und der noch jungen BRD. Schließlich klingt die Reportage vom Herbert Zimmermann beim deutschen Endspiel-Sieg der Fußballweltmeisterschaft in Bern 1954 als ironischer Kommentar zu Marias Leben. Der Filmemacher inszeniert diese Szene meisterhaft und anrührend, so dass Marias tragisches Leben als Allegorie der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland fungiert.
Abstract
Der Film DIE EHE DER MARIA BRAUN, der auf der Berlinale 1979 als Eröffnungsfilm seine Premiere hatte und im selben Jahr in die Kinos kam, ist einer der bekanntesten, zugänglichsten und populärsten Filme von Fassbinder, einem wichtigen Akteur des Neuen Deutschen Films. Gerade aus diesem Grund ist der Ausdruck von Francois Truffaut zu verstehen, dass der Filmemacher mit DIE EHE DER MARIA BRAUN aus dem Elfenbeinturm der Cinephilen ausgebrochen sei. Fassbinder hat diesen Film als das erste Werk seiner BRD-Trilogie gedreht, in der er die Nazi-Zeit und die Gründungsjahre der Bundesrepublik Deutschland unter die Lupe genommen hat, um sich mit seiner Geschichte auseinander zu setzen. Der Film porträtiert eine Frau, Maria Braun, die von der Zeit zur Selbständigkeit gezwungen wird und sich dabei in der Gesellschaft emanzipiert. Sie kann mit diesem Prinzip in der Nachkriegsgesellschaft festen Boden unter die Füße bekommen, ihre Familie und ihre Freunde ernähren und schließlich im Wohlstand leben. Aber gerade diese kalkülierte Lebensweise Marias verdrängt ihre Liebe und ihre Sehnsucht nach den Gefühlen, wodurch sie schließlich zugrunde geht. Fassbinder stellt die melodramatische Geschichte vor dem Hintergrund der Nachkriegszeit Deutschlands dar. Dabei schafft er es, dass der Film gleichzeitig auch als Spiegelbild deutscher Nachkriegsgeschichte erscheint. Dafür fängt Fassbinder die Zeitgeschichte vor allem in seinem raffinierten O-Ton ein. Besonders Reden des Kanzlers Konrad Adenauer im Rundfunk beschwören Stimmung und Atmosphäre der Nachkriegszeit und der noch jungen BRD. Schließlich klingt die Reportage vom Herbert Zimmermann beim deutschen Endspiel-Sieg der Fußballweltmeisterschaft in Bern 1954 als ironischer Kommentar zu Marias Leben. Der Filmemacher inszeniert diese Szene meisterhaft und anrührend, so dass Marias tragisches Leben als Allegorie der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland fungiert.
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