1950년대 서독 사회의 가치 변화- 마리슈카의 영화 <시씨> 3부작의 예를 중심으로
Wertewandel in der Bundesrepublik der 50er Jahre – am Beispiel von Ernst Marischkas <Sissi> Filmen
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초록
Ernst Marischkas Film-Trilogie um die Liebesgeschichte der jungen bayerischenPrinzessin Elisabeth und des österreichischen Kaisers Franz Joseph ist einer dergrößten deutschsprachigen Kinoerfolge der Nachkriegszeit und auch heute nochfest im kollektiven Bewusstsein der Deutschen verankert. Lange Zeit wurden die Sissi-Filme von der Kritik vor allem als kitschigeHeimatfilme und als Repräsentanten der restaurativen Atmosphäre der Adenauer-Ärageschmäht. In den vergangenen Jahren haben jedoch film- und kulturwissenschaftlicheArbeiten herausgestellt, dass die Trilogie auch wichtige Modernisierungstendenzender 50er Jahre widerspiegelt. An diese Erkenntnisse schließt der vorliegendeAufsatz an. Er will zeigen, inwieweit die Filme als Ausdruck eines tiefgreifendenWerte- und Mentalitätswandels verstanden werden können, der sich in derwestdeutschen Gesellschaft der 50er Jahre vollzieht. Dazu werden ausgewählteinhaltliche Aspekte der Filme, wie die Darstellung von Generationenkonflikten, dieNeubewertung politischer Denkmuster, die Rolle der Vaterfiguren im Film und dieEntwürfe individueller Lebensgestaltung analysiert. Es wird dabei deutlich, dass es in den Filmen durchaus zu einer positiven Bewertung von Denkweisen undEinstellungen kommt, die alte Autoritäten in Frage stellen, Ansprüche des Staatesan den Einzelnen Grenzen setzen und mehr persönliche Freiheiten und das Rechtauf individuelle Glücksansprüche reklamieren. Vor diesem Hintergrund erscheinendie 50er Jahre, insofern populäre Filme auch immer Wünsche und Sehnsüchte desPublikums formulieren, als eine Zeit, in der sich die Grundlagen einer pluralistischeren,liberaleren Gesellschaft in der Bundesrepublik zu bilden beginnen.
Abstract
Ernst Marischkas Film-Trilogie um die Liebesgeschichte der jungen bayerischenPrinzessin Elisabeth und des österreichischen Kaisers Franz Joseph ist einer dergrößten deutschsprachigen Kinoerfolge der Nachkriegszeit und auch heute nochfest im kollektiven Bewusstsein der Deutschen verankert. Lange Zeit wurden die Sissi-Filme von der Kritik vor allem als kitschigeHeimatfilme und als Repräsentanten der restaurativen Atmosphäre der Adenauer-Ärageschmäht. In den vergangenen Jahren haben jedoch film- und kulturwissenschaftlicheArbeiten herausgestellt, dass die Trilogie auch wichtige Modernisierungstendenzender 50er Jahre widerspiegelt. An diese Erkenntnisse schließt der vorliegendeAufsatz an. Er will zeigen, inwieweit die Filme als Ausdruck eines tiefgreifendenWerte- und Mentalitätswandels verstanden werden können, der sich in derwestdeutschen Gesellschaft der 50er Jahre vollzieht. Dazu werden ausgewählteinhaltliche Aspekte der Filme, wie die Darstellung von Generationenkonflikten, dieNeubewertung politischer Denkmuster, die Rolle der Vaterfiguren im Film und dieEntwürfe individueller Lebensgestaltung analysiert. Es wird dabei deutlich, dass es in den Filmen durchaus zu einer positiven Bewertung von Denkweisen undEinstellungen kommt, die alte Autoritäten in Frage stellen, Ansprüche des Staatesan den Einzelnen Grenzen setzen und mehr persönliche Freiheiten und das Rechtauf individuelle Glücksansprüche reklamieren. Vor diesem Hintergrund erscheinendie 50er Jahre, insofern populäre Filme auch immer Wünsche und Sehnsüchte desPublikums formulieren, als eine Zeit, in der sich die Grundlagen einer pluralistischeren,liberaleren Gesellschaft in der Bundesrepublik zu bilden beginnen.
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