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『디미트리』: 고전 역사드라마의 ‘연속작업’*

Dmitri: Zur Rezeption des klassischen Geschichtsdramas

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초록

In der vorliegenden Arbeit wird Volker Brauns Dmitri untersucht. Brauns Stück ist ein bemerkenswerter Beitrag in der Rezeptionsgeschichte von Schillers Demetrius, in seiner Aneignung für die Gegenwart. Er übernimmt im wesentlichen das Handlungs gerüst. Aber Motivierung und Behandlung der Figuren sind entscheidend verändert. Aus einer klassischen Geschichtstragödie wird bei Braun ein Schauspiel mit komischen, grotesken und absurden Zügen. Der Protagonist und sein Schicksal stehen bei Schiller im Zentrum einer Nemesistragödie, während Braun die Aufmerksamkeit auf die Situation des Volkes und auf sein kollektives Schicksal lenkt. Braun hat die Demetriustragödie in ein vor wiegend politisches Drama umgewandelt. Im Mittelpunkt seines Dramas steht nicht das psychologisch-moralische Dilemma eines großen Helden, sondern die politische Frage, wer in der Gesellschaft die Macht ausübt. Es ist für Braun vor allem wichtig, die Illusion von Realität zu vermeiden zugunsten der Kommunikationen mit dem Publikum. Um das zu erreichen, ist er auf der Suche nach neuen dramatischen Darstellungsmöglichkeiten. Schillers Text wird im Probenstil von Schauspielern memoriert, die erst dabei sind, ihre Rollen zu lernen. Dadurch kommt es immer wieder zu parodistischer Illusionszerstörung. Fast alle Charakter fallen wiederholt von einem gehobenen Sprachnieveau in die Vulgärsprache. Die Sprechweise alterniert zwischen klassischer Diktion und nachlässiger Umgangsprache. Die Einheitlichkeit der Zeitdarstellung wird abgelöst durch ein universales Nebeneinander disparater Zeitabschnitte. Braun bemüht sich mit einer Vielzahl von Mitteln darum, eine distanzierte Haltung der Zuschauer zu Figuren und Bühnen geschehen zu erreichen, Dazu gehört, daß die Schauspieler aus der Rolle fallen und keinesfalls sich mit ihrer Rolle identifizieren. Nicht Identifikation, Furcht und Mitleid sind das Ziel, sondern Distanzierung und kritische Beurteilung. Braun betont, im Theater geht es nicht darum die Lösung von Konflikten vorzuführen, sondern ihre Lösbarkeit. Wie Brecht glaubt auch Braun, durch das Theater Einfluß nehmen zu können auf das gesellschaftliche Bewußtsein und die Weiterentwicklung der ganzen Gesellschaft.

Abstract

In der vorliegenden Arbeit wird Volker Brauns Dmitri untersucht. Brauns Stück ist ein bemerkenswerter Beitrag in der Rezeptionsgeschichte von Schillers Demetrius, in seiner Aneignung für die Gegenwart. Er übernimmt im wesentlichen das Handlungs gerüst. Aber Motivierung und Behandlung der Figuren sind entscheidend verändert. Aus einer klassischen Geschichtstragödie wird bei Braun ein Schauspiel mit komischen, grotesken und absurden Zügen. Der Protagonist und sein Schicksal stehen bei Schiller im Zentrum einer Nemesistragödie, während Braun die Aufmerksamkeit auf die Situation des Volkes und auf sein kollektives Schicksal lenkt. Braun hat die Demetriustragödie in ein vor wiegend politisches Drama umgewandelt. Im Mittelpunkt seines Dramas steht nicht das psychologisch-moralische Dilemma eines großen Helden, sondern die politische Frage, wer in der Gesellschaft die Macht ausübt. Es ist für Braun vor allem wichtig, die Illusion von Realität zu vermeiden zugunsten der Kommunikationen mit dem Publikum. Um das zu erreichen, ist er auf der Suche nach neuen dramatischen Darstellungsmöglichkeiten. Schillers Text wird im Probenstil von Schauspielern memoriert, die erst dabei sind, ihre Rollen zu lernen. Dadurch kommt es immer wieder zu parodistischer Illusionszerstörung. Fast alle Charakter fallen wiederholt von einem gehobenen Sprachnieveau in die Vulgärsprache. Die Sprechweise alterniert zwischen klassischer Diktion und nachlässiger Umgangsprache. Die Einheitlichkeit der Zeitdarstellung wird abgelöst durch ein universales Nebeneinander disparater Zeitabschnitte. Braun bemüht sich mit einer Vielzahl von Mitteln darum, eine distanzierte Haltung der Zuschauer zu Figuren und Bühnen geschehen zu erreichen, Dazu gehört, daß die Schauspieler aus der Rolle fallen und keinesfalls sich mit ihrer Rolle identifizieren. Nicht Identifikation, Furcht und Mitleid sind das Ziel, sondern Distanzierung und kritische Beurteilung. Braun betont, im Theater geht es nicht darum die Lösung von Konflikten vorzuführen, sondern ihre Lösbarkeit. Wie Brecht glaubt auch Braun, durch das Theater Einfluß nehmen zu können auf das gesellschaftliche Bewußtsein und die Weiterentwicklung der ganzen Gesellschaft.

참고문헌 (17)

  1. Braun, Volker, "Volker: Texte in zeitlicher Folge" (1991)
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  5. Blumenberg, Hans, "Aspekte der Epochenschwelle" (1976)
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  8. Gadamer, Hans-Georg, "Wahrheit und Methode" (1972)
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  11. Leistner Bernd, "Unruhe um einen Klassiker" (1971)
  12. May, Karl, "Die Realistische Wendung und Neue Tragik in Schillers", pp.258~275 (1950)
  13. Streller, Siegfried, "Die Produktivitt des Widerspruchs" (1986)
  14. Teller, Jrgen, "Die Zerstrung des schnen Scheins in zwei Versionen Schillers ‘Demetrius’ und Volker Brauns ‘Dmitri’" (1987)
  15. Timm, Hans Jrgen, "Geschichte als Erfahrungsraum. Zu Aspekten der Dramatik Volker Brauns in Weimarer Beitrge", pp.1506~1529 (1989)
  16. Voßkamp, Wilhelm, "Klassik im Vergleich. Normativitt und Historizitt europischer Klassiken" (1993)
  17. Winter, Ilse, "Dmitri’ versus ‘Demetrius’: Zu Volker Brauns kritischer Adaption von Friedrich Schiller", pp.52~67 (1987)

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