비극과 역사 - 헤벨의 『헤롯과 마리암네』
Tragedy and History - Hebbels Herodes und Mariamne
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초록
In meiner Arbeit wird F. Hebbels Herodes und Mariamne unter dem Gesichtspunkt des Verhältnisses der Tragödie zur Geschichte untersucht. Hebbel betritt eine neue ästhetische Sphäre, indem er diese Tragödie in den Horizont des Hegelianismus rückt. Die dramatischen Figuren sind mit einem bestimmten historischen Bewusstsein ausgestattet. Herodes erscheint als Mann der Zukunft in seinen politischen Zielsetzungen. Zu seinen Qaulifikationen gehören die Willenskraft und die machtpolitische Analyse. Dieser Staatsmann plädiert für eine geschichtliche Bewertung des starren “Gesetzes”. Als der praktische Staatsmann ist er mit seinen Plänen für eine politische Reform historisch im Recht. Aber hier wird das historische Individuum gemäß seiner Stellung im historischen Prozess modifiziert. Herodes unterliegt einer Täuschung, wenn er in diesem politischen Handeln die Messias-Verheißung glaubt auffangen zu können. Damit wird er in das Geschehen hineingezogen, das er zu lenken meinte. Somit wird Herodes zum weltgeschichtlichen Verlierer. Herodes unterwirft dem Prinzip des Despotismus, der unbedingten Befehlsanmaßung über Menschen, auch seine eigene Gattin. Darin ist er als menschenverachtender Despot historischer Exponent, der mit der Ausweitung der Befehlsanmaßung ins Persönliche auf das Unsichere seiner Lage reagiert. Mariamne zwingt dem missleiteten Ehemann eine Verkennung ihres Wesens auf. Sie betreibt planmäßig ihre Vernichtung durch den Mann, um ihn, der sie in ihrem Größen- und Ehrenanspruch missachtet hat, selbst zu erniedrigen. Aber hier wird diese Rachestruktur inhaltlich verschleiert. Mariamne erfährt einen gewaltsamen Eingriff in die Intimssphäre als Zerstörung des Ganzen und kann daher mit einem 뷔히너와 현대문학Gegenschlag antworten, der den eigenen Tod und die seelische Vernichtung des Ehepartners in Kauf nimmt. Und was sich bei Mariamne auf dem Höhepunkt zeigt, ist eine historische Handlungskraft, die ihr die Tragödie zuspielt. Durch die verhüllte Rachestruktur wirkt die Kunstform Tragödieals als Regulativ. Die Rache wird im Zeichen der aufklärerischen Humanität als niedriger Affekt angesehen. Vor diesem Hintergrund wird hier die Kausalität der Rache verdeckt. In Bezug auf den geschichtlichen Charakter der Mariamne geht es um das Edle ihrer Gesinnung. Sie ist historisch in die alte Welt einzuordnen. In dieser Geschichtstragödie behält der historische Prozess nicht mehr seine spekulative Sinngarantie, sondern wird auf die Vorstellung reduziert, dass es immer weitergegangen ist und also auch weitergehen wird. Angesichts des Dreikönigsschlusses wird ‘Versöhnung’ als Element des Tragischen selbst gesehen. Und als das vom Hegelianismus geforderte Pathos ist der versöhnliche Dreikönigsschluss nicht gestaltet. Die Schlussszene deutet die Zukunft vergleichsweise ungestaltet an. Dem Rezipienten wird über die historische Erinnerung ein Exempel des geschichtlichen Weitergehens und darin eine Möglichkeit für die eigene Gegenwart zuteil. Hebbels Anliegen war es, das historische Beispiel dem Rezipienten gemäß einem wirkungspoetischen Konzept vor Augen zu führen. Es geht hier um den ‘ergänzenden’ Rezipienten. Vom Standpunkt des ästhetischen Traditionalismus gesehen, erscheint die tragische Form als gerechtfertigt. Andererseits dient diese Tragödie dazu, durch einen nicht mehr hegelianisch gebundenen, also offenen Schluss bei den Rezipienten ein Mitreflektieren in Gang zu setzen und ihnen so eine neue Erkenntnis zu ermöglichen.
Abstract
In meiner Arbeit wird F. Hebbels Herodes und Mariamne unter dem Gesichtspunkt des Verhältnisses der Tragödie zur Geschichte untersucht. Hebbel betritt eine neue ästhetische Sphäre, indem er diese Tragödie in den Horizont des Hegelianismus rückt. Die dramatischen Figuren sind mit einem bestimmten historischen Bewusstsein ausgestattet. Herodes erscheint als Mann der Zukunft in seinen politischen Zielsetzungen. Zu seinen Qaulifikationen gehören die Willenskraft und die machtpolitische Analyse. Dieser Staatsmann plädiert für eine geschichtliche Bewertung des starren “Gesetzes”. Als der praktische Staatsmann ist er mit seinen Plänen für eine politische Reform historisch im Recht. Aber hier wird das historische Individuum gemäß seiner Stellung im historischen Prozess modifiziert. Herodes unterliegt einer Täuschung, wenn er in diesem politischen Handeln die Messias-Verheißung glaubt auffangen zu können. Damit wird er in das Geschehen hineingezogen, das er zu lenken meinte. Somit wird Herodes zum weltgeschichtlichen Verlierer. Herodes unterwirft dem Prinzip des Despotismus, der unbedingten Befehlsanmaßung über Menschen, auch seine eigene Gattin. Darin ist er als menschenverachtender Despot historischer Exponent, der mit der Ausweitung der Befehlsanmaßung ins Persönliche auf das Unsichere seiner Lage reagiert. Mariamne zwingt dem missleiteten Ehemann eine Verkennung ihres Wesens auf. Sie betreibt planmäßig ihre Vernichtung durch den Mann, um ihn, der sie in ihrem Größen- und Ehrenanspruch missachtet hat, selbst zu erniedrigen. Aber hier wird diese Rachestruktur inhaltlich verschleiert. Mariamne erfährt einen gewaltsamen Eingriff in die Intimssphäre als Zerstörung des Ganzen und kann daher mit einem 뷔히너와 현대문학Gegenschlag antworten, der den eigenen Tod und die seelische Vernichtung des Ehepartners in Kauf nimmt. Und was sich bei Mariamne auf dem Höhepunkt zeigt, ist eine historische Handlungskraft, die ihr die Tragödie zuspielt. Durch die verhüllte Rachestruktur wirkt die Kunstform Tragödieals als Regulativ. Die Rache wird im Zeichen der aufklärerischen Humanität als niedriger Affekt angesehen. Vor diesem Hintergrund wird hier die Kausalität der Rache verdeckt. In Bezug auf den geschichtlichen Charakter der Mariamne geht es um das Edle ihrer Gesinnung. Sie ist historisch in die alte Welt einzuordnen. In dieser Geschichtstragödie behält der historische Prozess nicht mehr seine spekulative Sinngarantie, sondern wird auf die Vorstellung reduziert, dass es immer weitergegangen ist und also auch weitergehen wird. Angesichts des Dreikönigsschlusses wird ‘Versöhnung’ als Element des Tragischen selbst gesehen. Und als das vom Hegelianismus geforderte Pathos ist der versöhnliche Dreikönigsschluss nicht gestaltet. Die Schlussszene deutet die Zukunft vergleichsweise ungestaltet an. Dem Rezipienten wird über die historische Erinnerung ein Exempel des geschichtlichen Weitergehens und darin eine Möglichkeit für die eigene Gegenwart zuteil. Hebbels Anliegen war es, das historische Beispiel dem Rezipienten gemäß einem wirkungspoetischen Konzept vor Augen zu führen. Es geht hier um den ‘ergänzenden’ Rezipienten. Vom Standpunkt des ästhetischen Traditionalismus gesehen, erscheint die tragische Form als gerechtfertigt. Andererseits dient diese Tragödie dazu, durch einen nicht mehr hegelianisch gebundenen, also offenen Schluss bei den Rezipienten ein Mitreflektieren in Gang zu setzen und ihnen so eine neue Erkenntnis zu ermöglichen.
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