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새로운 매체와 예술의 변화 -발터 벤야민과 레프 마노비치의 매체미학

Neue Medien und Wandel der Kunst -Medienästhetik von Walter Benjamin und Lev Manovich

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Die Computertechnologie und die Informationsindustrie, die sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts rasant entwickeln, haben zu großen Änderungen in allen Lebensbereichen geführt. Von dieser Entwicklung ist nun auch die Kunst erfaßt. In der medienästhetischen Szene ist sogar von einem Paradigmenwechel der Kunst die Rede, der durch die digitale Technologie verursacht würde, wobei man häufig als historisches Modell auf die medienästhetischen Überlegungen Walter Benjamins um den Essay Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit zurückgreift. Für Benjamin war der Film, damal die neueste Medien, zugleich das Paradigma der neuen Kunst, das den “den Gesamtcharakter der Kunst” verändert habe. Im Film sieht er die Aura, das Kern der traditionellen Kunst, endgültig zerstört, was die Dadaisten mit ihrer Provokation vergeblich versucht hat. Dieses destruktive Potential steckt - nach Benjamin - in der filmischen Technik selbst: Die Vermittlung des Filmschauspielers durch die Kamera führe zu dessen Vergegenständlichung und damt zum Verlust seiner Aura; die Montage als technisches Verfahren des Films zerstöre den schönen Schein der alten Kunst; die rasche Abfolge der Film-Bilder verunmögliche mit ihren Schockwirkungen dem Zuschauer die kontemplatvie Versenkung. Der Film als neue Medien bewirkt nicht nur die Verabschiedung der traditionellen Ästhetik sondern auch einen grundsätzlichen Funktionswandel der Kunst, durch den die Masse, die bis dahin von der Kunst weitgehend ausgeschlossen waren, nun sowohl an der Rezeption als auch an der Produktion der Kunst aktiv teilnehmen könnten. Angesichts der drohenden Machtexpansion der Faschisten sah Benjamin in dem Film als politischer Massenkunst auch die einzige Alternative zu deren “Ästhetisierung der Politik”. Mit The Language of New Media(2001) von Lev Manovich liegt nun nicht nur eine erste umfassende und systematische Ästhetik der Neuen Medien vor, sondern auch ein anderes Konzept als das Benjaminsche, über den Wandel der Medien und Kunst zu denken. Inzwischen haben sich nicht nur Benjamins Ansichten über den Film, z. B. seine Beschreibung des Kinopublikums als “eines zerstreuten Examinators” als realtätsfern erwiesen: Die sozialistische ‘große Erzählung’, die für Benjamin die Alternative zum Faschismus darstellte, ist selbst so tief in Míßkredit geraten, dass wir nicht mehr ohne weiteres sein Vertrauen an Geschichte und Kollektiv teilen können. Im Buch von Manovich werden nicht nur die ganze Bereiche der Neuen Medien wie Websites, Digitalfilme, Virtuelle Welten, interaktive Installationen detailiert analysiert, sondern auch dieser Zeitwandel mitreflektiert: In Erinnerung an den Preis der Zerstörung der Vergangenheit durch die Avantgarde und den Sozilalismus wird der ästhetische Wandel nicht mehr als einen gewaltsamen Traditionsbruch gedacht, sondern als einen kontinuierlichen, wechelseitigen Prozeß, in dem die neue mediale Technik und die alte visuelle Kultur zu einer Hybridisierung kommen. Wenn Benjamins Filmtheorie mit ihrem Antitraditionalismus, Geschichtsoptimismus und Technikkult zur Moderne gehört, könnte Manovichs Ästhetik der Neuen Medien als postmodern bezeichnet werden. Manovich versucht auch, die Parallelitäten zwischen den Neuen Medien, der postmodernen Kultur und der postindustrieller Gesellschaft aufzuspüren, wie bei Benjamin die filmische Wahrnehmung zur avantgardistischen Kunst und modernen Industriegesellschaft in Anlogie gesetzt wird. In der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine vergleichende Studie über die Medienästhetik von Benjamin und Manovich. Dabei werden nicht nur Gemeinsamkeiten untersucht: Der Hauptaugenmerk gilt deren historischen und konzeptuellen Unterschiede.

Abstract

Die Computertechnologie und die Informationsindustrie, die sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts rasant entwickeln, haben zu großen Änderungen in allen Lebensbereichen geführt. Von dieser Entwicklung ist nun auch die Kunst erfaßt. In der medienästhetischen Szene ist sogar von einem Paradigmenwechel der Kunst die Rede, der durch die digitale Technologie verursacht würde, wobei man häufig als historisches Modell auf die medienästhetischen Überlegungen Walter Benjamins um den Essay Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit zurückgreift. Für Benjamin war der Film, damal die neueste Medien, zugleich das Paradigma der neuen Kunst, das den “den Gesamtcharakter der Kunst” verändert habe. Im Film sieht er die Aura, das Kern der traditionellen Kunst, endgültig zerstört, was die Dadaisten mit ihrer Provokation vergeblich versucht hat. Dieses destruktive Potential steckt - nach Benjamin - in der filmischen Technik selbst: Die Vermittlung des Filmschauspielers durch die Kamera führe zu dessen Vergegenständlichung und damt zum Verlust seiner Aura; die Montage als technisches Verfahren des Films zerstöre den schönen Schein der alten Kunst; die rasche Abfolge der Film-Bilder verunmögliche mit ihren Schockwirkungen dem Zuschauer die kontemplatvie Versenkung. Der Film als neue Medien bewirkt nicht nur die Verabschiedung der traditionellen Ästhetik sondern auch einen grundsätzlichen Funktionswandel der Kunst, durch den die Masse, die bis dahin von der Kunst weitgehend ausgeschlossen waren, nun sowohl an der Rezeption als auch an der Produktion der Kunst aktiv teilnehmen könnten. Angesichts der drohenden Machtexpansion der Faschisten sah Benjamin in dem Film als politischer Massenkunst auch die einzige Alternative zu deren “Ästhetisierung der Politik”. Mit The Language of New Media(2001) von Lev Manovich liegt nun nicht nur eine erste umfassende und systematische Ästhetik der Neuen Medien vor, sondern auch ein anderes Konzept als das Benjaminsche, über den Wandel der Medien und Kunst zu denken. Inzwischen haben sich nicht nur Benjamins Ansichten über den Film, z. B. seine Beschreibung des Kinopublikums als “eines zerstreuten Examinators” als realtätsfern erwiesen: Die sozialistische ‘große Erzählung’, die für Benjamin die Alternative zum Faschismus darstellte, ist selbst so tief in Míßkredit geraten, dass wir nicht mehr ohne weiteres sein Vertrauen an Geschichte und Kollektiv teilen können. Im Buch von Manovich werden nicht nur die ganze Bereiche der Neuen Medien wie Websites, Digitalfilme, Virtuelle Welten, interaktive Installationen detailiert analysiert, sondern auch dieser Zeitwandel mitreflektiert: In Erinnerung an den Preis der Zerstörung der Vergangenheit durch die Avantgarde und den Sozilalismus wird der ästhetische Wandel nicht mehr als einen gewaltsamen Traditionsbruch gedacht, sondern als einen kontinuierlichen, wechelseitigen Prozeß, in dem die neue mediale Technik und die alte visuelle Kultur zu einer Hybridisierung kommen. Wenn Benjamins Filmtheorie mit ihrem Antitraditionalismus, Geschichtsoptimismus und Technikkult zur Moderne gehört, könnte Manovichs Ästhetik der Neuen Medien als postmodern bezeichnet werden. Manovich versucht auch, die Parallelitäten zwischen den Neuen Medien, der postmodernen Kultur und der postindustrieller Gesellschaft aufzuspüren, wie bei Benjamin die filmische Wahrnehmung zur avantgardistischen Kunst und modernen Industriegesellschaft in Anlogie gesetzt wird. In der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine vergleichende Studie über die Medienästhetik von Benjamin und Manovich. Dabei werden nicht nur Gemeinsamkeiten untersucht: Der Hauptaugenmerk gilt deren historischen und konzeptuellen Unterschiede.

참고문헌 (40)

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