세템브리니와 나프타. 토마스 만의 『마의 산』의 두 지식인에 대한 소고
Settembrini und Naphta. Zwei Intellektuelle in Thomas Manns Roman Der Zauberberg
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초록
Bei den heftigen Disputen zwischen beiden Intellektuellen, Settembrini und Naphta, geht es im Wesentlichen um die Frage nach der Möglichkeit einer Zukunft der “bürgerlich-humanistisch-liberalen” Gesellschaft. Dabei vertritt Settembrini die Idee der Aufklärung und den Fortschrittsoptimismus, während sein Widersacher Naphta versucht, die mittelalterliche Religiosität mit dem modernen Kommunismus zu verbinden. Hans Castorp gerät in die Mitte ihrer Kontroversen und wird mit den “geistigen Gegensätzen von Humanität und Romantik, Fortschritt und Reaktion, Gesundheit und Krankheit” konfrontiert. Dabei erweist sich das Denken Settembrinis als instrumentalisierte Vernunft, als die zum Selbstzweck entartete Aufklärung. Bei Settembrini wird die Zweckrationalität zum Prinzip des Denkens und damit schlagen die Mittel in Zwecke um. Durch die Verselbständigung der Mittel gegenüber den Zwecken reduziert sich die Vernunft auf bloße Instrumentalität. Seine Ratio ist nicht in der Lage, sich auf den Gesammtzusammenhang des Lebens zu beziehen. Obwohl Naphtas Zielvorstellung auf das Heil aller Menschen gerichtet ist, will sein theoretisches Programm die Freiheit und die Interessen des Individuums einem abstrakten Begriff von Ganzen aufopfern und sogar Terror als Mittel zum Zweck rechtfertigen. Damit weist es Tendenzen zur totalitären Inhumanität auf. Trotz der gegensätzlichen Anschauungen zeigt sich eine strukturelle Ähnlichkeit in den beiden Denkformen. Sowohl Naphtas abstrakt-radikale, geistesdiktatorische Theorie als auch Settembrinis instrumentelle Vernunft wollen das Leben und die Menschen der Herrschaft ihrer Idee unterwerfen. Damit lassen sie die Individualität und das konkrete Leben in der Abstraktion eines verselbständigten geistigen Entwurfs verkümmern. Nach dem Schneetraum nimmt Hans Castorp Abschied vom “Prinzip der ausschließenden Gegensätzlichkeit” zugunsten der alle Gegensätze unfassenden Humanität. Außerdem angesichts der Persönlichkeit Peeperkorns „verzwergen“ die redegewandten Intellektuellen zu “Schwätzerchen”. “Persönlichkeit ist Sein, nicht Meinen”, schreibt Thomas Mann in den 「Betrachtungen eines Unpolitischen」.
Abstract
Bei den heftigen Disputen zwischen beiden Intellektuellen, Settembrini und Naphta, geht es im Wesentlichen um die Frage nach der Möglichkeit einer Zukunft der “bürgerlich-humanistisch-liberalen” Gesellschaft. Dabei vertritt Settembrini die Idee der Aufklärung und den Fortschrittsoptimismus, während sein Widersacher Naphta versucht, die mittelalterliche Religiosität mit dem modernen Kommunismus zu verbinden. Hans Castorp gerät in die Mitte ihrer Kontroversen und wird mit den “geistigen Gegensätzen von Humanität und Romantik, Fortschritt und Reaktion, Gesundheit und Krankheit” konfrontiert. Dabei erweist sich das Denken Settembrinis als instrumentalisierte Vernunft, als die zum Selbstzweck entartete Aufklärung. Bei Settembrini wird die Zweckrationalität zum Prinzip des Denkens und damit schlagen die Mittel in Zwecke um. Durch die Verselbständigung der Mittel gegenüber den Zwecken reduziert sich die Vernunft auf bloße Instrumentalität. Seine Ratio ist nicht in der Lage, sich auf den Gesammtzusammenhang des Lebens zu beziehen. Obwohl Naphtas Zielvorstellung auf das Heil aller Menschen gerichtet ist, will sein theoretisches Programm die Freiheit und die Interessen des Individuums einem abstrakten Begriff von Ganzen aufopfern und sogar Terror als Mittel zum Zweck rechtfertigen. Damit weist es Tendenzen zur totalitären Inhumanität auf. Trotz der gegensätzlichen Anschauungen zeigt sich eine strukturelle Ähnlichkeit in den beiden Denkformen. Sowohl Naphtas abstrakt-radikale, geistesdiktatorische Theorie als auch Settembrinis instrumentelle Vernunft wollen das Leben und die Menschen der Herrschaft ihrer Idee unterwerfen. Damit lassen sie die Individualität und das konkrete Leben in der Abstraktion eines verselbständigten geistigen Entwurfs verkümmern. Nach dem Schneetraum nimmt Hans Castorp Abschied vom “Prinzip der ausschließenden Gegensätzlichkeit” zugunsten der alle Gegensätze unfassenden Humanität. Außerdem angesichts der Persönlichkeit Peeperkorns „verzwergen“ die redegewandten Intellektuellen zu “Schwätzerchen”. “Persönlichkeit ist Sein, nicht Meinen”, schreibt Thomas Mann in den 「Betrachtungen eines Unpolitischen」.
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