영상매체에서 문자매체로의 전이현상 -알렉산더 클루게의 영화텍스트 『감정의 힘』을 중심으로
Medientransformation vom Audiovisuellen zur Schrift -Alexander Kluges Filmtext Die Macht der Gefühle
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초록
Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht die Untersuchung der medialen Transformationsverfahren des Audiovisuellen (besonders hier des Mediums Film) zum Schriftmedium Text bzw. Literatur. Betrachtet man in der kulturellen Landschaft der Gegenwart das Verhältnis zwischen den audiovisuellen Medien und dem Schriftmedium Literatur, so lassen sich zwei ambivalente Phänomene beobachten. Auf der einen Seite ist es die Literatur, die angesichts der faszinierenden Anschaulichkeit optischer und akustischer Medien ein Defizit an Sinnlichkeit und Unmittelbarkeit aufzuweisen scheint. Auf der anderen Seite scheinen auch die audiovisuellen Medien bedroht angesichts deren ständiger Rückübersetzung in die Schrift. In Bezug darauf lässt sich die Frage stellen: Aus welchem Grund soll Audiovisuelles heutzutage ‘überflüssigerweise’ in die Schrift übersetzt werden? Welche Funktion hat dabei die Lektüre des Audiovisuellen, und wie liest man die so in die Schrift übersetzte Lektüre? Zur konkreten Erläuterung des medialen Transformationsprozess vom Audiovisuellen zur Schrift untersuche ich in meiner Arbeit besonders Alexander Kluges Filmtext Die Macht der Gefühle. Kluges Filmtext gilt hier als die nachträgliche Verschriftlichung des gleichnamigen Films Die Macht der Gefühle (1983). Die schriftliche Übersetzung des Mediums Film ist bei Kluge in zweifacher Weise realisiert: einmal von der gesprochenen Sprache in die geschriebene Schrift und zum anderen von den bewegten Filmbildern in Beschreibungen oder Stand-Bilder. Beim Übersetzungsprozess von der gesprochenen Sprache in die geschriebene Schrift werden Grammatik und Satzbau für die buchgemässe Wiedergabe verbessert. Dabei zeigt der Filmtext Kluges immer noch eine filmspezifische Dialogform. Auch beim Übersetzungsprozess von den bewegten Filmbildern in die Beschreibungen werden die benötigten Kommentare zu den Filmbildern hinzugefügt. Die Unlesbarkeit des Audiovisuellen wird damit in Lesbarkeit überführt. In Bezug auf die Lesbarkeit gewinnt der Filmtext Kluges einen literarischen Status. Die Stand-Bilder aus Sequenzenfotos werden erneut bearbeitet und zum literarischen Text zusammengesetzt. Die einmontierten Sequenzenfotos bilden dabei eine eigene Argumentationsgrundlage gegenüber dem Text, auf diese Weise erzeugt Kluge wieder eine filmadäquate Darstellung. Der Filmtext Kluges hat somit eine paradoxe Struktur: Er beinhaltet in sich durch die schriftliche Fixierung des Beweglichen nicht das Wesen des Films, trägt also Züge eines literarischen Textes. Der Filmtext repräsentiert jedoch zugleich eine filmadäquate Struktur durch die filmspezifische Dialogform im Präsens und durch die Einmontierung der Filmbilder in den Text. Kluges Filmtext Die Macht der Gefühle hat im Vergleich zu den klassischen literarischen Texten ein besonderes Merkmal, nämlich vermittelt er die neue filmische Erzählperspektive. Kluges Filmtext macht es damit erforderlich, den Text als ein Genre der ‘neuen’ Literatur darzustellen.
Abstract
Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht die Untersuchung der medialen Transformationsverfahren des Audiovisuellen (besonders hier des Mediums Film) zum Schriftmedium Text bzw. Literatur. Betrachtet man in der kulturellen Landschaft der Gegenwart das Verhältnis zwischen den audiovisuellen Medien und dem Schriftmedium Literatur, so lassen sich zwei ambivalente Phänomene beobachten. Auf der einen Seite ist es die Literatur, die angesichts der faszinierenden Anschaulichkeit optischer und akustischer Medien ein Defizit an Sinnlichkeit und Unmittelbarkeit aufzuweisen scheint. Auf der anderen Seite scheinen auch die audiovisuellen Medien bedroht angesichts deren ständiger Rückübersetzung in die Schrift. In Bezug darauf lässt sich die Frage stellen: Aus welchem Grund soll Audiovisuelles heutzutage ‘überflüssigerweise’ in die Schrift übersetzt werden? Welche Funktion hat dabei die Lektüre des Audiovisuellen, und wie liest man die so in die Schrift übersetzte Lektüre? Zur konkreten Erläuterung des medialen Transformationsprozess vom Audiovisuellen zur Schrift untersuche ich in meiner Arbeit besonders Alexander Kluges Filmtext Die Macht der Gefühle. Kluges Filmtext gilt hier als die nachträgliche Verschriftlichung des gleichnamigen Films Die Macht der Gefühle (1983). Die schriftliche Übersetzung des Mediums Film ist bei Kluge in zweifacher Weise realisiert: einmal von der gesprochenen Sprache in die geschriebene Schrift und zum anderen von den bewegten Filmbildern in Beschreibungen oder Stand-Bilder. Beim Übersetzungsprozess von der gesprochenen Sprache in die geschriebene Schrift werden Grammatik und Satzbau für die buchgemässe Wiedergabe verbessert. Dabei zeigt der Filmtext Kluges immer noch eine filmspezifische Dialogform. Auch beim Übersetzungsprozess von den bewegten Filmbildern in die Beschreibungen werden die benötigten Kommentare zu den Filmbildern hinzugefügt. Die Unlesbarkeit des Audiovisuellen wird damit in Lesbarkeit überführt. In Bezug auf die Lesbarkeit gewinnt der Filmtext Kluges einen literarischen Status. Die Stand-Bilder aus Sequenzenfotos werden erneut bearbeitet und zum literarischen Text zusammengesetzt. Die einmontierten Sequenzenfotos bilden dabei eine eigene Argumentationsgrundlage gegenüber dem Text, auf diese Weise erzeugt Kluge wieder eine filmadäquate Darstellung. Der Filmtext Kluges hat somit eine paradoxe Struktur: Er beinhaltet in sich durch die schriftliche Fixierung des Beweglichen nicht das Wesen des Films, trägt also Züge eines literarischen Textes. Der Filmtext repräsentiert jedoch zugleich eine filmadäquate Struktur durch die filmspezifische Dialogform im Präsens und durch die Einmontierung der Filmbilder in den Text. Kluges Filmtext Die Macht der Gefühle hat im Vergleich zu den klassischen literarischen Texten ein besonderes Merkmal, nämlich vermittelt er die neue filmische Erzählperspektive. Kluges Filmtext macht es damit erforderlich, den Text als ein Genre der ‘neuen’ Literatur darzustellen.
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