독일 신세대 작가들의 팝문학과 문화상품화 전략
Die neue Popliteratur in den 90er Jahren
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초록
Ziel dieser Untersuchung ist es, Erscheinungsformen und Charakteristika der jüngsten deutschen Popliteratur nach der Wiedervereinigung zu skizzieren sowie das Selbstverständnis der Popliteraten und die von ihnen im Rahmen medialer Inszenierungen eingesetzten Vermarktungsstrategien zu analysieren. Die ursprüngliche Popbewegung der 60er Jahre hatte sich als Protestbewegung gegen die etablierte Opposition von Massen- und Hochkultur entwickelt und wies die rebellisch-subversiven Züge einer antibürgerlichen Gegenkultur auf, die mit dem explosiv-revolutionärem Gestus einer gegen den Status Quo auftrumpfenden Generation auftrat. Dagegen stellt die neue Popliteratur der 90er Jahre nicht mehr den Ausdruck einer Subkultur dar, sondern bildet selbst einen Teil der Kulturindustrie, in deren Rahmen ihre Autoren als Trend-, Kult- oder Lifestyleautoren wahrgenommen werden. 'Die jungen Milden', die sich nach eigener Aussage in einem 'Zustand der industriellen Vollverspaßung' befinden. also den Erwartungen des Publikums an unterhaltsame, leichte und gut lesbare Literatur nachkommen, lassen sich somit gut vermarkten. Zunächst verbinden die Themen der Popliteratur wie Sexualität, Drogen, Gewalt, Verlust einer Partnerschaft, Einsamkeit und Entfremdung Autor und Publikum, da sie auf gemeinsamen Erfahrungen beruhen. Der Autor fungiert allerdings nicht allein als Präsentierender von gemeinsamen Erfahrungen, die ein spezifisches Lebensgefühl transportieren und Identifikationen ermöglichen, sondern wird selbst zur Fläche der Identifikation. Die Selbsteinordnung in den Zusammenhang einer 'Vollverspaßung' und der damit einhergehende Verzicht auf Utopien wie überhaupt die insgesamt unpolitische Haltung sollen die Abgrenzung zu den Akteuren der 60er Jahre deutlich machen. Das Selbstverständnis des als mediale Marke gehandelten Autors ist als neu zu bezeichnen, indem es diesem letztlich um den Verkauf des Buches, um das Geldverdienen geht. Der Autor hat zunehmend bei Live-Auftritten, im Radio, in Zeitschriften, im Fernsehen oder auch im Internet seine Person zu präsentieren. Als zutreffende Charakterisierung erweist sich damit Thomas Jungs Begriff der Popliteratur: Jung zufolge sind Literaten der Popliteratur geprägt von der sie umgebenden Medien- und Konsumwelt, die ihnen gleichzeitig als thematische Ressource wie als Bühne kalkulierter Selbstinszenierung dient.
Abstract
Ziel dieser Untersuchung ist es, Erscheinungsformen und Charakteristika der jüngsten deutschen Popliteratur nach der Wiedervereinigung zu skizzieren sowie das Selbstverständnis der Popliteraten und die von ihnen im Rahmen medialer Inszenierungen eingesetzten Vermarktungsstrategien zu analysieren. Die ursprüngliche Popbewegung der 60er Jahre hatte sich als Protestbewegung gegen die etablierte Opposition von Massen- und Hochkultur entwickelt und wies die rebellisch-subversiven Züge einer antibürgerlichen Gegenkultur auf, die mit dem explosiv-revolutionärem Gestus einer gegen den Status Quo auftrumpfenden Generation auftrat. Dagegen stellt die neue Popliteratur der 90er Jahre nicht mehr den Ausdruck einer Subkultur dar, sondern bildet selbst einen Teil der Kulturindustrie, in deren Rahmen ihre Autoren als Trend-, Kult- oder Lifestyleautoren wahrgenommen werden. 'Die jungen Milden', die sich nach eigener Aussage in einem 'Zustand der industriellen Vollverspaßung' befinden. also den Erwartungen des Publikums an unterhaltsame, leichte und gut lesbare Literatur nachkommen, lassen sich somit gut vermarkten. Zunächst verbinden die Themen der Popliteratur wie Sexualität, Drogen, Gewalt, Verlust einer Partnerschaft, Einsamkeit und Entfremdung Autor und Publikum, da sie auf gemeinsamen Erfahrungen beruhen. Der Autor fungiert allerdings nicht allein als Präsentierender von gemeinsamen Erfahrungen, die ein spezifisches Lebensgefühl transportieren und Identifikationen ermöglichen, sondern wird selbst zur Fläche der Identifikation. Die Selbsteinordnung in den Zusammenhang einer 'Vollverspaßung' und der damit einhergehende Verzicht auf Utopien wie überhaupt die insgesamt unpolitische Haltung sollen die Abgrenzung zu den Akteuren der 60er Jahre deutlich machen. Das Selbstverständnis des als mediale Marke gehandelten Autors ist als neu zu bezeichnen, indem es diesem letztlich um den Verkauf des Buches, um das Geldverdienen geht. Der Autor hat zunehmend bei Live-Auftritten, im Radio, in Zeitschriften, im Fernsehen oder auch im Internet seine Person zu präsentieren. Als zutreffende Charakterisierung erweist sich damit Thomas Jungs Begriff der Popliteratur: Jung zufolge sind Literaten der Popliteratur geprägt von der sie umgebenden Medien- und Konsumwelt, die ihnen gleichzeitig als thematische Ressource wie als Bühne kalkulierter Selbstinszenierung dient.
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