나르시스의 사랑, 고통, 노래 - 하이네의 『노래의 책』 연구
Narziß’ Liebe, Leid und Lieder - Eine Studie zu Heines »Buch der Lieder«
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초록
Im Buch der Lieder, worauf Heines Weltruhm gründet, handelt es sich meistens um die Klage über die unerwiderte, schmerzvolle Liebe. Die vorliegende Studie geht der Frage nach, ob und inwiefern bei den Liedern in seiner ersten Gedichtsammlung von „Eitelkeit“ und „Egoismus“ des Dichters Heine die Rede sein kann. Auf dem ersten Blick scheint der junge Dichter wie der wahre Narziß ständig sich damit zu beschäftigen, seine eigenen Bilder, seine eigenen Gesichtszüge aus allen Blickwinkeln aufzuzeichnen und zu beschreiben. Heine zeigt sich jedoch als ein moderner Narziß. Im Buch der Lieder, wo die Themen Liebe, Leid und Lieder eng miteinander verknüpft sind, liefert Heine nämlich keineswegs solche Selbstbilder, die naive Eitelkeit und Selbstverliebtheit unvermittelt zur Schau stellen, sondern solche, die durch die Selbstironie hinlänglich gebrochen und selbstreflexiv distanziert sind. Heines frühe Lyrik stellt eine absichtsvolle Selbstinszenierung und variations- und facettenreiche Gestaltung des Selbstbewusstseins dar. Die janusköpfige, bittersüße „Dichterliebe“, die voll Wonne und Leid ist, bezeichnet die „verfehlte Liebe“ und darüber hinaus die Unmöglichkeit der glücklichen Liebe überhaupt. Wiederholt auf die unschöne Wirklichkeit seiner Zeit geprallt, wird dem romantisch-harmonischen Liebesideal der Boden entzogen. Heines Buch der Lieder ist gleichsam der Teich von dem „zerrissenen“ Narziß, worauf sich unzählige bunte Selbstbilder des unglücklich verliebten jungen Dichters spiegeln. An diesen häufig ironisch relativierten Selbstbildern sind jedoch gleichzeitig scharfe Konturen seiner Zeit sichtbar. Die Ironie bzw. Selbstironie gehört nicht nur zu den augenfälligsten Merkmalen der frühen Lyrik Heines, sondern auch zu den wichtigsten Symptomen der Moderne. Somit beweist sich der junge Heine, der bereits auf dem guten Weg zum „Meister der Ironie“ ist, als Vorläufer der Moderne.
Abstract
Im Buch der Lieder, worauf Heines Weltruhm gründet, handelt es sich meistens um die Klage über die unerwiderte, schmerzvolle Liebe. Die vorliegende Studie geht der Frage nach, ob und inwiefern bei den Liedern in seiner ersten Gedichtsammlung von „Eitelkeit“ und „Egoismus“ des Dichters Heine die Rede sein kann. Auf dem ersten Blick scheint der junge Dichter wie der wahre Narziß ständig sich damit zu beschäftigen, seine eigenen Bilder, seine eigenen Gesichtszüge aus allen Blickwinkeln aufzuzeichnen und zu beschreiben. Heine zeigt sich jedoch als ein moderner Narziß. Im Buch der Lieder, wo die Themen Liebe, Leid und Lieder eng miteinander verknüpft sind, liefert Heine nämlich keineswegs solche Selbstbilder, die naive Eitelkeit und Selbstverliebtheit unvermittelt zur Schau stellen, sondern solche, die durch die Selbstironie hinlänglich gebrochen und selbstreflexiv distanziert sind. Heines frühe Lyrik stellt eine absichtsvolle Selbstinszenierung und variations- und facettenreiche Gestaltung des Selbstbewusstseins dar. Die janusköpfige, bittersüße „Dichterliebe“, die voll Wonne und Leid ist, bezeichnet die „verfehlte Liebe“ und darüber hinaus die Unmöglichkeit der glücklichen Liebe überhaupt. Wiederholt auf die unschöne Wirklichkeit seiner Zeit geprallt, wird dem romantisch-harmonischen Liebesideal der Boden entzogen. Heines Buch der Lieder ist gleichsam der Teich von dem „zerrissenen“ Narziß, worauf sich unzählige bunte Selbstbilder des unglücklich verliebten jungen Dichters spiegeln. An diesen häufig ironisch relativierten Selbstbildern sind jedoch gleichzeitig scharfe Konturen seiner Zeit sichtbar. Die Ironie bzw. Selbstironie gehört nicht nur zu den augenfälligsten Merkmalen der frühen Lyrik Heines, sondern auch zu den wichtigsten Symptomen der Moderne. Somit beweist sich der junge Heine, der bereits auf dem guten Weg zum „Meister der Ironie“ ist, als Vorläufer der Moderne.
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