‘포르노 세대’? - 최근 독일 청소년문학에 나타난 성
‘Generation Porno’? - Zur Darstellung von Sexualität in der aktuellen deutschen Jugendliteratur
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초록
In der Auseinandersetzung mit der Jugendkultur in Deutschland wird in den vergangenen Jahren unter dem Schlagwort der ‘Generation Porno’ öffentlichkeitswirksam die These vertreten, dass Sexualität und Pornographie mittlerweile feste Bestandteile der Alltagswelt von Jugendlichen darstellen. Insbesondere das Internet ermögliche es den Jugendlichen, immer früher und jederzeit, ohne Kontrolle und ohne Zugangsschwierigkeiten, Pornographie zu konsumieren. Die Folge sei die sexuelle Vewahrlosung einer ganzen Generation, die die Fähigkeit verliere, Sexualität mit Liebe zu verbinden und echte Beziehungen und Partnerschaften aufzubauen - ein Befund, dem aktuelle soziologische Untersuchungen durchaus widersprechen. Das Thema des Umgangs der Jugend mit Pornographie hat in den vergangenen Jahren auch Eingang in die Jugendliteratur gefunden. In der vorliegenden Arbeit werden drei Texte untersucht, die den Einfluss von Pornographie auf Jugendliche explizit behandeln und dabei die Gefühle und Befindlichkeiten ihrer Protagonisten in den Mittelpunkt der Darstellung rücken. Es handelt sich dabei um die Romane Doktorspiele von Jaromir Konecny und Abspringen von Tobias Elsäßer, sowie die Kurzgeschichte Abgefüllt von Jochen Till. Dass Jugendliche über die Medien und insbesondere über das Internet mit Pornographie konfrontiert werden, und dass Jugendliche früh sexuelle Erfahrungen sammeln, erscheint bei allen Autoren als Tatsache, die akzeptiert werden muss. Der alltägliche Umgang mit Pornographie, den die Protagonisten der Texte pflegen, zeigt Auswirkungen zunächst und am auffälligsten in der Sprache der Hauptfiguren, die sexuelle Inhalte, über die oft und offen zwischen den Jugendlichen geredet wird, direkt und zumeist in einer verhältnismäßig vulgären Form benennt. Die Autoren zeigen Jugendliche, die über große Kenntnisse bezüglich der Sexualität verfügen, stellen aber deutlich den Gegensatz heraus zwischen diesem “theoretischen Wissen” und der elementaren Verunsicherung, die die Jugendlichen angesichts des Erwachens ihrer eigenen Sexualität ergreift. Ungeachtet des offenen Umgangs mit Sexualität haben die Protagonisten offensichtlich große Schwierigkeiten, ihre eigenen sexuellen Wünsche einzuordnen. In Elsäßers Roman nehmen die Schuldgefühle, die die Hauptfigur Paul angesichts seiner sexuellen Bedürfnisse befallen, sogar pathologische Züge an. Entscheidend ist für alle Autoren, wie sich die Jugendlichen verhalten, wenn sie sich verlieben, bzw. die Möglichkeit bekommen, tatsächlich eine sexuelle Beziehung einzugehen. Die Frage ist, ob sie in der Lage sind, eine echte zwischenmenschliche Beziehung aufzubauen und zu führen. Wichtig ist dabei, inwieweit die Jugendlichen es schaffen, das Phänomen Pornographie zu abstrahieren, also letztlich zwischen fiktionalisierter, medial inszenierter Sexualität und der Realität zu unterscheiden. In den Texten von Jochen Till und Jaromir Konecny sind die Protagonisten am Ende sehr wohl dazu in der Lage. Sie lernen, dass in einer Beziehung traditionelle Werte, Romantik und Einfühlungsvermögen von Bedeutung sind. Ein zentraler Aspekt in diesem Zusammenhang ist, dass die Protagonisten bei Till und Konecny Bezugspersonen finden, die ihnen Orientierung und Hilfe geben. Genau diese Orientierung fehlt Paul, der Hauptfigur Elsäßers, dessen Beziehung schließlich scheitert.
Abstract
In der Auseinandersetzung mit der Jugendkultur in Deutschland wird in den vergangenen Jahren unter dem Schlagwort der ‘Generation Porno’ öffentlichkeitswirksam die These vertreten, dass Sexualität und Pornographie mittlerweile feste Bestandteile der Alltagswelt von Jugendlichen darstellen. Insbesondere das Internet ermögliche es den Jugendlichen, immer früher und jederzeit, ohne Kontrolle und ohne Zugangsschwierigkeiten, Pornographie zu konsumieren. Die Folge sei die sexuelle Vewahrlosung einer ganzen Generation, die die Fähigkeit verliere, Sexualität mit Liebe zu verbinden und echte Beziehungen und Partnerschaften aufzubauen - ein Befund, dem aktuelle soziologische Untersuchungen durchaus widersprechen. Das Thema des Umgangs der Jugend mit Pornographie hat in den vergangenen Jahren auch Eingang in die Jugendliteratur gefunden. In der vorliegenden Arbeit werden drei Texte untersucht, die den Einfluss von Pornographie auf Jugendliche explizit behandeln und dabei die Gefühle und Befindlichkeiten ihrer Protagonisten in den Mittelpunkt der Darstellung rücken. Es handelt sich dabei um die Romane Doktorspiele von Jaromir Konecny und Abspringen von Tobias Elsäßer, sowie die Kurzgeschichte Abgefüllt von Jochen Till. Dass Jugendliche über die Medien und insbesondere über das Internet mit Pornographie konfrontiert werden, und dass Jugendliche früh sexuelle Erfahrungen sammeln, erscheint bei allen Autoren als Tatsache, die akzeptiert werden muss. Der alltägliche Umgang mit Pornographie, den die Protagonisten der Texte pflegen, zeigt Auswirkungen zunächst und am auffälligsten in der Sprache der Hauptfiguren, die sexuelle Inhalte, über die oft und offen zwischen den Jugendlichen geredet wird, direkt und zumeist in einer verhältnismäßig vulgären Form benennt. Die Autoren zeigen Jugendliche, die über große Kenntnisse bezüglich der Sexualität verfügen, stellen aber deutlich den Gegensatz heraus zwischen diesem “theoretischen Wissen” und der elementaren Verunsicherung, die die Jugendlichen angesichts des Erwachens ihrer eigenen Sexualität ergreift. Ungeachtet des offenen Umgangs mit Sexualität haben die Protagonisten offensichtlich große Schwierigkeiten, ihre eigenen sexuellen Wünsche einzuordnen. In Elsäßers Roman nehmen die Schuldgefühle, die die Hauptfigur Paul angesichts seiner sexuellen Bedürfnisse befallen, sogar pathologische Züge an. Entscheidend ist für alle Autoren, wie sich die Jugendlichen verhalten, wenn sie sich verlieben, bzw. die Möglichkeit bekommen, tatsächlich eine sexuelle Beziehung einzugehen. Die Frage ist, ob sie in der Lage sind, eine echte zwischenmenschliche Beziehung aufzubauen und zu führen. Wichtig ist dabei, inwieweit die Jugendlichen es schaffen, das Phänomen Pornographie zu abstrahieren, also letztlich zwischen fiktionalisierter, medial inszenierter Sexualität und der Realität zu unterscheiden. In den Texten von Jochen Till und Jaromir Konecny sind die Protagonisten am Ende sehr wohl dazu in der Lage. Sie lernen, dass in einer Beziehung traditionelle Werte, Romantik und Einfühlungsvermögen von Bedeutung sind. Ein zentraler Aspekt in diesem Zusammenhang ist, dass die Protagonisten bei Till und Konecny Bezugspersonen finden, die ihnen Orientierung und Hilfe geben. Genau diese Orientierung fehlt Paul, der Hauptfigur Elsäßers, dessen Beziehung schließlich scheitert.
참고문헌 (19)
- Elsäßer, Tobias, "Abspringen" (2011), Frankfurt a.M
- Konecny, Jaromir, "Doktorspiele" (2009), München
- Till, Jochen, "Abgefüllt, In Lust. Liebe. Sex. 16 Storys" (2010), Weinheim, Basel
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- Projektgruppe sexware, "Generation Sex? Jugend zwischen Romantik, Rotlicht und Hardcore-Porno" (2001), Berlin
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- Siggelkow, Bernd, "Büscher, Wolfgang: Deutschlands sexuelle Tragödie. Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist" (2010), München
- Matthias Weber, "Die Nutzung von Pornographie unter deutschen Jugendlichen. In: Forum Sexualität und Familienplanung. Themenheft Medien. Hrsg. von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" (2009), Köln
- Wenke, Gabriela, "Liebe, Lust und Frust. Liebe und Sexualität in Erzählungen für Jugendliche. In: Zwischen Bullerbü und Schewenborn. Auf Spurensuche in 40 Jahren deutschsprachiger Kinder- und Jugendliteratur. Hrsg. vom Arbeitskreis für Jugendliteratur", pp.211~218 (1995), München
