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성교육 그림책 연구 - 야노쉬의 『엄마 말해 주세요, 누가 아이를 만드나요?』를 중심으로

Zum Genre der Aufklärungsbilderbücher - am Beispiel von Janoschs Mutter sag, wer macht die Kinder?

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주제분류독일어와문학

초록

Die Bedeutung von sexueller Aufklärung bzw. Sexualerziehung ist in der heutigen Zeit unter anderem vor dem Hintergrund eines immer früheren freizügigen Umgangs von Kindern und Jugendlichen mit dem Thema Sexualität unbestritten. Aufklärungsbilderbücher werden dabei als geeignetes Medium einer frühzeitigen Sexualerziehung angesehen. Da diese Bücher in der wissenschaftlichen Diskussion in erster Linie unter dem Aspekt ihrer Zweckmäßigkeit betrachtet werden, existieren zwar bereits zahlreiche Arbeiten, die sich mit der Frage auseinandersetzen, wie und in welchem Rahmen Aufklärungsbilderbücher zum Einsatz kommen können. Untersuchungen, die sich den Büchern unter literarischer Perspektive nähern, sind dagegen rar, obwohl es sich bei Aufklärungsbilderbüchern zweifellos auch um literarische Werke handelt. Die vorliegende Arbeit will einen Beitrag dazu leisten, diese Lücke zu schließen. In einem ersten Schritt wird zunächst versucht, die Entwicklungsgeschichte der Aufklärungsbücher nachzuzeichnen. Entscheidende Impulse insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung von Aufklärungsbilderbüchern setzten in Deutschland nach 1968 ein. So ist in den 70er und 80er Jahren zu beobachten, dass neben solche Werke, die einer eher konservativen Ausrichtung folgen, auch dezidiert freizügigere und liberalere Bilderbücher treten. Ab den 1990er Jahren erfahren die Aufklärungsbilderbücher weitere bedeutende Veränderungen, insofern sie nun häufig einfallsreicher strukturiert und vor allem literarischer werden. Janoschs Mutter sag, wer macht die Kinder? stellt in diesem Zusammenhang ein aufschlussreiches Beispiel dar. Janosch erzählt seine Geschichte aus der Perspektive einer Mäusefamilie. Die Protagonistin Tütü, ein Mäusemädchen, das selbst gerade erste körperliche Liebeserfahrungen mit einem Maulwurf macht, nimmt in der Mäuseschule am Aufklärungsunterricht teil. Menschliche Sexualität und Schwangerschaft wird den Mäusekindern dort als ein Beispiel präsentiert, um die eigene Mäusesexualität zu verstehen. Durch diesen verfremdenden Perspektivwechsel schafft Janosch eine ironische Distanz zu seinem eigentlichen Gegenstand. Zum einen wird in diesem Text deutlich der Lustaspekt betont, zum anderen stellt Janosch die Geschlechter im Hinblick auf die Sexualität zumindest oberflächlich als gleichermaßen aktiv dar. Gerade im Hinblick auf die letzten beiden Punkte zeigen sich jedoch bemerkenswerte Diskrepanzen von Text- und Bildebene. Janoschs Bilder ergänzen zwar zumeist den Text, teilweise eröffnet sich jedoch auch durch die Bilder eine neue Lesart, die über den Text hinausgeht. So wirken einerseits die Darstellungen des menschlichen Geschlechtsaktes ins Groteske und Lächerliche überzeichnet, eine Dimension, die dem Text fehlt. Zum anderen hebt Janosch auf der Textebene zwar die sexuelle Aktivität und Initiative der Frau hervor und scheint so die sexuelle Gleichberechtigung von Mann und Frau zu propagieren, auf der Bildebene unterläuft er jedoch dieses Muster und schreibt traditionelle Rollenvorstellungen fort. Janosch gelingt es aber, durch sein Spiel mit den traditionellen Mustern des Aufklärungsbuchs Sexualität für sein Publikum zu entmystifizieren und sie als alltäglich und normal erscheinen zu lassen.

Abstract

Die Bedeutung von sexueller Aufklärung bzw. Sexualerziehung ist in der heutigen Zeit unter anderem vor dem Hintergrund eines immer früheren freizügigen Umgangs von Kindern und Jugendlichen mit dem Thema Sexualität unbestritten. Aufklärungsbilderbücher werden dabei als geeignetes Medium einer frühzeitigen Sexualerziehung angesehen. Da diese Bücher in der wissenschaftlichen Diskussion in erster Linie unter dem Aspekt ihrer Zweckmäßigkeit betrachtet werden, existieren zwar bereits zahlreiche Arbeiten, die sich mit der Frage auseinandersetzen, wie und in welchem Rahmen Aufklärungsbilderbücher zum Einsatz kommen können. Untersuchungen, die sich den Büchern unter literarischer Perspektive nähern, sind dagegen rar, obwohl es sich bei Aufklärungsbilderbüchern zweifellos auch um literarische Werke handelt. Die vorliegende Arbeit will einen Beitrag dazu leisten, diese Lücke zu schließen. In einem ersten Schritt wird zunächst versucht, die Entwicklungsgeschichte der Aufklärungsbücher nachzuzeichnen. Entscheidende Impulse insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung von Aufklärungsbilderbüchern setzten in Deutschland nach 1968 ein. So ist in den 70er und 80er Jahren zu beobachten, dass neben solche Werke, die einer eher konservativen Ausrichtung folgen, auch dezidiert freizügigere und liberalere Bilderbücher treten. Ab den 1990er Jahren erfahren die Aufklärungsbilderbücher weitere bedeutende Veränderungen, insofern sie nun häufig einfallsreicher strukturiert und vor allem literarischer werden. Janoschs Mutter sag, wer macht die Kinder? stellt in diesem Zusammenhang ein aufschlussreiches Beispiel dar. Janosch erzählt seine Geschichte aus der Perspektive einer Mäusefamilie. Die Protagonistin Tütü, ein Mäusemädchen, das selbst gerade erste körperliche Liebeserfahrungen mit einem Maulwurf macht, nimmt in der Mäuseschule am Aufklärungsunterricht teil. Menschliche Sexualität und Schwangerschaft wird den Mäusekindern dort als ein Beispiel präsentiert, um die eigene Mäusesexualität zu verstehen. Durch diesen verfremdenden Perspektivwechsel schafft Janosch eine ironische Distanz zu seinem eigentlichen Gegenstand. Zum einen wird in diesem Text deutlich der Lustaspekt betont, zum anderen stellt Janosch die Geschlechter im Hinblick auf die Sexualität zumindest oberflächlich als gleichermaßen aktiv dar. Gerade im Hinblick auf die letzten beiden Punkte zeigen sich jedoch bemerkenswerte Diskrepanzen von Text- und Bildebene. Janoschs Bilder ergänzen zwar zumeist den Text, teilweise eröffnet sich jedoch auch durch die Bilder eine neue Lesart, die über den Text hinausgeht. So wirken einerseits die Darstellungen des menschlichen Geschlechtsaktes ins Groteske und Lächerliche überzeichnet, eine Dimension, die dem Text fehlt. Zum anderen hebt Janosch auf der Textebene zwar die sexuelle Aktivität und Initiative der Frau hervor und scheint so die sexuelle Gleichberechtigung von Mann und Frau zu propagieren, auf der Bildebene unterläuft er jedoch dieses Muster und schreibt traditionelle Rollenvorstellungen fort. Janosch gelingt es aber, durch sein Spiel mit den traditionellen Mustern des Aufklärungsbuchs Sexualität für sein Publikum zu entmystifizieren und sie als alltäglich und normal erscheinen zu lassen.

참고문헌 (16)

  1. Janosch, "Mutter sag, wer macht die Kinder?" (2007)
  2. Knudsen, per Holm, "Wie Vater und Mutter ein Kind bekommen" (1988)
  3. Leist, Marielene, "Mutter erzählt mir alles. Ein Aufklärungsbuch für 5-10jährige Buben und Mädchen. Zum Vorlesen und Selberlesen. Bilder von Monika Karpf-Achtelik" (1971)
  4. 교육인적자원부, "함께 풀어가는 성 이야기. 유치원 (3-6세) 성교육 교사용 지도지침서" (2001), 대한 교과서 주식회사
  5. 아이코리아부속연구개발실, "이상한 느낌이에요" (2008), 아이코리아
  6. 아이코리아부속연구개발실, "내 몸, 네 몸" (2008), 아이코리아
  7. 정지영, "소중한 나의 몸" (2009), 비룡소
  8. 현은자, "그림책의 그림 읽기" (2004), 마루벌
  9. Aller, Rudolf, "Sexualpädagogik. Grundlagen und Grundlinien" (1934)
  10. Häfner, Claudia, "Geschlechtsrollenstereotype im Kinderbuch: das Verständnis der Mutter- und Vaterrolle in zeitgenössischen „Aufklärungsbüchern„ für Vorschulkinder" (1987)
  11. Kaminski, Winfred, "Magische Lebensläufe. Das Kindheitsbild im Werk von Janosch. in: Literarische Kinderkultur zwischen Wirklichkeit und Phantasie", pp.94~104 (2003)
  12. Siegling, Luise, "Aufklärungsbuch, sexuelles. in: Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur. Bd. 1" (1973)
  13. Schramm, Paul, "Sexuelle Aufklärungen und die Schule" (1909)
  14. Schwarcz, Joseph H., "Ways of the Illustrator. Visual Communication in Childrens' Literature" (1982)
  15. Stern, Erich, "Die Erziehung und die sexuelle Frage. Ein Lehr- und Handbuch der Sexualpädagogik" (1927)
  16. Thiele, Jens, "Das Bilderbuch. in: Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur. Bd. 1", pp.228~245 (2005)

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