Das Scheitern des Genies Patrick Süskinds Roman Das Parfum zwischen Tradition und (Post-)Moderne
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초록
Dieser Aufsatz untersucht die Vorstellung des Genies in Patrick Süskinds Roman Das Parfum (1985) vor dem Hintergrund der traditionellen Genieästhetik. Er zeigt, dass der Protagonist Jean-Baptiste Grenouille zwar viele Eigenschaften des Originalgenies aufweist, diese Darstellung im Text aber gezielt unterlaufen wird: Grenouille bringt sein Werk nicht nur aus sich selbst hervor, sondern erlernt und perfektioniert die Techniken und Fertigkeiten der Parfumeurskunst. Diese Vorstellung der Genies als eines systematisch arbeitenden Handwerkers ist geprägt von Friedrich Nietzsches scharfsichtiger Kritik an der Genie-Ideologie. Zugleich fragt der Aufsatz nach den Gründen für das Scheitern des Genies: Mit der Erschaffung des vollkommenen Parfums gelingt Grenouille ein triumphaler Erfolg – warum endet sein Leben trotzdem in Verzweiflung und Selbstmord? Dieses scheinbare Paradox hat seinen Grund in der Tatsache, dass der Protagonist als genuin moderne Figur erscheint, die über keine in sich geschlossene Persönlichkeit verfügt, was im Roman in seinem fehlenden Eigengeruch zum Ausdruck kommt. Unter Rückgriff auf Friedrich Nietzsches Vorstellung des Genies als Schauspieler wird untersucht, wie Grenouille versucht, diesen essentiellen Mangel zu korrigieren, indem er sich einen Duft und damit eine Persönlichkeit erschafft. Er verzweifelt, weil diese Täuschung nur auf seine Mitmenschen wirkt, nicht aber auf ihn selbst, und dieses Scheitern illustriert die Grenzen der Genieästhetik unter den Bedingungen der Moderne.
Abstract
Dieser Aufsatz untersucht die Vorstellung des Genies in Patrick Süskinds Roman Das Parfum (1985) vor dem Hintergrund der traditionellen Genieästhetik. Er zeigt, dass der Protagonist Jean-Baptiste Grenouille zwar viele Eigenschaften des Originalgenies aufweist, diese Darstellung im Text aber gezielt unterlaufen wird: Grenouille bringt sein Werk nicht nur aus sich selbst hervor, sondern erlernt und perfektioniert die Techniken und Fertigkeiten der Parfumeurskunst. Diese Vorstellung der Genies als eines systematisch arbeitenden Handwerkers ist geprägt von Friedrich Nietzsches scharfsichtiger Kritik an der Genie-Ideologie. Zugleich fragt der Aufsatz nach den Gründen für das Scheitern des Genies: Mit der Erschaffung des vollkommenen Parfums gelingt Grenouille ein triumphaler Erfolg – warum endet sein Leben trotzdem in Verzweiflung und Selbstmord? Dieses scheinbare Paradox hat seinen Grund in der Tatsache, dass der Protagonist als genuin moderne Figur erscheint, die über keine in sich geschlossene Persönlichkeit verfügt, was im Roman in seinem fehlenden Eigengeruch zum Ausdruck kommt. Unter Rückgriff auf Friedrich Nietzsches Vorstellung des Genies als Schauspieler wird untersucht, wie Grenouille versucht, diesen essentiellen Mangel zu korrigieren, indem er sich einen Duft und damit eine Persönlichkeit erschafft. Er verzweifelt, weil diese Täuschung nur auf seine Mitmenschen wirkt, nicht aber auf ihn selbst, und dieses Scheitern illustriert die Grenzen der Genieästhetik unter den Bedingungen der Moderne.
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