『향수』 - 냄새나는 인간학
『Das Parfum』 oder eine olfaktorische Anthropologie
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초록
Im vorliegenden Aufsatz wird untersucht, wie 'postmodern' Süskinds Bestseller『Das Parfum』ist. Anders als in einigen, bereits erschienenen Arbeiten über den Roman, stehen hier jedoch Erscheinungen wie Pastiche, Parodie, Pluralität und Doppelkodierung, die oft als Merkmale einer postmodernen Literatur angesehen werden, nicht im Vordergrund. Hier soll der Fokus eher auf die sowohl phantasienreiche wie folgenreiche Gewichtsverschiebung in der menschlichen Seinsweise, der conditio humana, gelegt werden; bei der Hauptfigur Grenouille mit seinem höchst entwickelten Geruchssinn handelt es sich m. E. um ein literarisches fiktionales Experiment und ein Phantasieren über Sinne, Denken und Kommunikation. Der Geruchssinn, der gegenüber dem oft mit dem Denken und der Vernunft gleichgesetzten Gesichtssinn als animalisch geächtet wird, erreicht im『Parfum』eine quantitativ und qualitativ enorme Dimension. In der Analyse wird angestrebt, den Geruchssinn im Zusammenhang mit bzw. im Gegensatz zu dessen kulturgeschichtlichen Bedeutungswandel herauszustellen. Dient der Geruchssinn in der Moderne de Individualisierungstendenz und moralischen und ideologischen Differenzierungsbedürfnissen der bürgerlichen Klasse, so zeigt die olfaktorische Erscheinung der Hauptfigur die Ironie dieser kulturgeschichtlichen Entwicklung. Grenouille ist zwar unter einer stinkenden Fischbude geboren, aber er kann die ganze Welt ausschließlich durch Riechen erkennen und erinnern. Er tut dies zwar mit einer extremen Präzision und Vielfältigkeit, aber er selbst riecht nicht. Ironisch ist auch, wenn es ihm endlich gelingt, mit 'seinem' Parfum die ganze Welt vor sich auf die Knie zu bringen, aber gerade in diesem Augenblick muß er sehen, daß die vom Parfum ausgelöste Liebe und Zuneigung zu ihm in eine Orgie ausartet. Der Geruchsinn als Sinn für die subtile Differenzierungsstrategie des Bürgertums kehrt hier in den Sinn von lauter infalischer Mischung und Indifferenz um. Im Gegensatz zu der von seinem Duft gefangengenommenen Masse, fiel er, voll von seiner eigenen Geruchlosigkeit erstickend, in Ohnmacht. Bezüglich dieser Widersprüchlichkeit und Spannung wäre zu fragen, ob es sich doch nicht auf jenen schwer festzulegenden, fließenden und zweideutigen Charakter des Geruchssinns hinausläuft. Grenouilles Geruch, der 'Nebel der Geruchlosigkeit', die selbst mit dem absoluten Duft nicht zu vertilgen ist, sei wohl stellvertretend für die Struktur des Olfaktorischen. Es ist kein Zufall, daß in der Entwicklung des europäischen Geistes der Geruchssinn und die olfaktorische Beschreibung eine erkenntniswidersetzend- erkenntnisführende Rolle gespielt hat. Das galt und gilt vor allem in Bereichen wie der Begegnung mit der Fremdheit, der fremden Kultur, und Kritik am Eurozentrismus und dem modernen Subjektbegriff usw. So betrachtet, möchte man Georg Simmels Betrachtung nur zustimmen, soziale Fragen, Fragen des Rassismus und des Kulturkreises usw. seien nicht nur eine moralische Frage, sondern auch eine Frage des Geruchssinns und der Nase.
Abstract
Im vorliegenden Aufsatz wird untersucht, wie 'postmodern' Süskinds Bestseller『Das Parfum』ist. Anders als in einigen, bereits erschienenen Arbeiten über den Roman, stehen hier jedoch Erscheinungen wie Pastiche, Parodie, Pluralität und Doppelkodierung, die oft als Merkmale einer postmodernen Literatur angesehen werden, nicht im Vordergrund. Hier soll der Fokus eher auf die sowohl phantasienreiche wie folgenreiche Gewichtsverschiebung in der menschlichen Seinsweise, der conditio humana, gelegt werden; bei der Hauptfigur Grenouille mit seinem höchst entwickelten Geruchssinn handelt es sich m. E. um ein literarisches fiktionales Experiment und ein Phantasieren über Sinne, Denken und Kommunikation. Der Geruchssinn, der gegenüber dem oft mit dem Denken und der Vernunft gleichgesetzten Gesichtssinn als animalisch geächtet wird, erreicht im『Parfum』eine quantitativ und qualitativ enorme Dimension. In der Analyse wird angestrebt, den Geruchssinn im Zusammenhang mit bzw. im Gegensatz zu dessen kulturgeschichtlichen Bedeutungswandel herauszustellen. Dient der Geruchssinn in der Moderne de Individualisierungstendenz und moralischen und ideologischen Differenzierungsbedürfnissen der bürgerlichen Klasse, so zeigt die olfaktorische Erscheinung der Hauptfigur die Ironie dieser kulturgeschichtlichen Entwicklung. Grenouille ist zwar unter einer stinkenden Fischbude geboren, aber er kann die ganze Welt ausschließlich durch Riechen erkennen und erinnern. Er tut dies zwar mit einer extremen Präzision und Vielfältigkeit, aber er selbst riecht nicht. Ironisch ist auch, wenn es ihm endlich gelingt, mit 'seinem' Parfum die ganze Welt vor sich auf die Knie zu bringen, aber gerade in diesem Augenblick muß er sehen, daß die vom Parfum ausgelöste Liebe und Zuneigung zu ihm in eine Orgie ausartet. Der Geruchsinn als Sinn für die subtile Differenzierungsstrategie des Bürgertums kehrt hier in den Sinn von lauter infalischer Mischung und Indifferenz um. Im Gegensatz zu der von seinem Duft gefangengenommenen Masse, fiel er, voll von seiner eigenen Geruchlosigkeit erstickend, in Ohnmacht. Bezüglich dieser Widersprüchlichkeit und Spannung wäre zu fragen, ob es sich doch nicht auf jenen schwer festzulegenden, fließenden und zweideutigen Charakter des Geruchssinns hinausläuft. Grenouilles Geruch, der 'Nebel der Geruchlosigkeit', die selbst mit dem absoluten Duft nicht zu vertilgen ist, sei wohl stellvertretend für die Struktur des Olfaktorischen. Es ist kein Zufall, daß in der Entwicklung des europäischen Geistes der Geruchssinn und die olfaktorische Beschreibung eine erkenntniswidersetzend- erkenntnisführende Rolle gespielt hat. Das galt und gilt vor allem in Bereichen wie der Begegnung mit der Fremdheit, der fremden Kultur, und Kritik am Eurozentrismus und dem modernen Subjektbegriff usw. So betrachtet, möchte man Georg Simmels Betrachtung nur zustimmen, soziale Fragen, Fragen des Rassismus und des Kulturkreises usw. seien nicht nur eine moralische Frage, sondern auch eine Frage des Geruchssinns und der Nase.
참고문헌 (10)
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- 김덕영, "짐멜의 모더니티 읽기" (2005), 새물결
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- 허영재, "파트릭 쥐스킨트의 『향수』 연구", 독일문학, 71, pp.322~360 (1999)
- 최은아, "감각의 문화사 연구 - 시각과 후각을 중심으로", 카프카 연구, (17), pp.147~173 (2007), 한국카프카학회
- Maiworm, Regina, "Menschliche Geruchskommunikation. Einflüsse körpereigener Duftstoffe auf die gegengeschlechtliche Attraktivitätswahrnehmung" (1993), Waxmann
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- Nielsen, Helge, "Die deutsche Literatur 1945-1995", Geschichte der deutschen Literatur, ~ (1997)
- "Die Macht der Gerüche Eine Philosophie der Nase; aus dem Französischen von Wolfgang Krege"[URL]
