언어변동의 메커니즘과 사회문화적 원칙 - ‘제3의 현상’인 언어를 중심으로 -
Mechanismen des Sprachwandels und sozio-kulturelle Prinzipien
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초록
Phänomene der dritten Art in der Semiotik sind zumindest insofern interessant, als sie die meisten Probleme aufwerfen und am schwersten zu durchschauen sind. Dabei steht die Sprache an erster Stelle, weil sie als Kode der soziokulturellen Evolution unterliegt und durch nichtintendierte Nebeneffekte menschlicher Handlungen erzeugt wird. Der Prozess des Sprachwandels trägt evolutionäre Züge. Die Evolution einer Sprache umfasst Stase und Wandel gleichermassen. Denn das eine ist nicht weniger erklärungsbedürftig als das andere. In diesem Zusammenhang schreibt John Maynard Smith: “It may be that the search for the causes of constancy in human affairs may prove as fruitful as has the comparable study of homeostasis in biology”(1972, 42). Etablierte sprachliche Zeichen sind Phänomene der dritten Art. Sie sind weder Naturphänomene, wie die Tanzfiguren der sogenannten Bienensprache, noch Artefakte, wie das Morsealphabet oder die Piktogramme der olympischen Disziplinen, sondern sie sind nicht-intendierte Ergebnisse einer Vielzahl intentionaler kommunikativer Akte. Eine adäquate Sprachtheorie muss nicht nur das Funktionieren einer Sprache erklären und beschreiben können, sondern sie muss auch der Tatsache gerecht werden, dass jede sogenannte natürliche Sprache permanentem Wandel unterliegt. Sie muss den Wandel als Phänomen ansehen, das dem Gebrauch der Sprache immanent ist.
Abstract
Phänomene der dritten Art in der Semiotik sind zumindest insofern interessant, als sie die meisten Probleme aufwerfen und am schwersten zu durchschauen sind. Dabei steht die Sprache an erster Stelle, weil sie als Kode der soziokulturellen Evolution unterliegt und durch nichtintendierte Nebeneffekte menschlicher Handlungen erzeugt wird. Der Prozess des Sprachwandels trägt evolutionäre Züge. Die Evolution einer Sprache umfasst Stase und Wandel gleichermassen. Denn das eine ist nicht weniger erklärungsbedürftig als das andere. In diesem Zusammenhang schreibt John Maynard Smith: “It may be that the search for the causes of constancy in human affairs may prove as fruitful as has the comparable study of homeostasis in biology”(1972, 42). Etablierte sprachliche Zeichen sind Phänomene der dritten Art. Sie sind weder Naturphänomene, wie die Tanzfiguren der sogenannten Bienensprache, noch Artefakte, wie das Morsealphabet oder die Piktogramme der olympischen Disziplinen, sondern sie sind nicht-intendierte Ergebnisse einer Vielzahl intentionaler kommunikativer Akte. Eine adäquate Sprachtheorie muss nicht nur das Funktionieren einer Sprache erklären und beschreiben können, sondern sie muss auch der Tatsache gerecht werden, dass jede sogenannte natürliche Sprache permanentem Wandel unterliegt. Sie muss den Wandel als Phänomen ansehen, das dem Gebrauch der Sprache immanent ist.
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