그로테스크와 현대문학 - 슈니츨러의 『녹색앵무새』를 중심으로
Das Groteske in der modernen Literatur
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초록
Eigentlich verweist das Wort ‘grotesk’ auf die produktive Nachahmung bestimmter spätantiker, meist unterirdisch angebrachter Wandmalereien mit phantastisch-widernatürlicher Mischornamentik aus pflanzlichen und menschlich- mythologischen Elementen. Seit ihrer Einführung hat sich die Kategorie des Grotesken rasch auf fast alle Bereiche der Kunst ausgedehnt. Aber eine Theoretisierung des Grotesken fehlt bis zur Romantik fast völlig. Dies scheint verständlich, da auf der Basis einer rationalistischen Mimesis-Theorie das Groteske höchstens nur als komische Abweichung fassbar wird. Die von Tendenzen des Rationalismus und des klassischen Bildungsideals weitergeführte Kritik an der Widernatürlichkeit grotesker Kunstformen schlägt in der Frühromantik um, die sie als Naturform der Poesie, als ursprüngliche Form der Phantasie betrachtet. In der Moderne werden groteske Formen zunehmend zum Ausdruck der nicht gelingenden Vermittlung von Subjektivität und den als objektiv erfahrenen Strukturen. Damit wird das Groteske zum Ausdrucksmittel des Sinnwidrigen, Paradoxen, Absurden. Die zeitgenössischen Theorieansätze gehen weitgehend aus von Wolfgang Kaysers Bestimmung des Grotesken als verfremdete Welt. Im Gegensatz zu Kaysers Auslegung fasst Carl Pietzcker das Groteske als Struktur eines Bewusstseinaktes auf, in dem die Deutungserwartung eines Sachverhalts enttäuscht wird, ohne dass eine weitere angemessene Deutungsweise bereitsteht. In diesem Sinne kann man Schnitzlers Drama “Der grüne Kakadu” als Beispiel für das Groteske bezeichnen, weil er hier ein solches Missverhältnis zwischen der Realität und dem Selbstverständnis des Menschen veranschaulicht.
Abstract
Eigentlich verweist das Wort ‘grotesk’ auf die produktive Nachahmung bestimmter spätantiker, meist unterirdisch angebrachter Wandmalereien mit phantastisch-widernatürlicher Mischornamentik aus pflanzlichen und menschlich- mythologischen Elementen. Seit ihrer Einführung hat sich die Kategorie des Grotesken rasch auf fast alle Bereiche der Kunst ausgedehnt. Aber eine Theoretisierung des Grotesken fehlt bis zur Romantik fast völlig. Dies scheint verständlich, da auf der Basis einer rationalistischen Mimesis-Theorie das Groteske höchstens nur als komische Abweichung fassbar wird. Die von Tendenzen des Rationalismus und des klassischen Bildungsideals weitergeführte Kritik an der Widernatürlichkeit grotesker Kunstformen schlägt in der Frühromantik um, die sie als Naturform der Poesie, als ursprüngliche Form der Phantasie betrachtet. In der Moderne werden groteske Formen zunehmend zum Ausdruck der nicht gelingenden Vermittlung von Subjektivität und den als objektiv erfahrenen Strukturen. Damit wird das Groteske zum Ausdrucksmittel des Sinnwidrigen, Paradoxen, Absurden. Die zeitgenössischen Theorieansätze gehen weitgehend aus von Wolfgang Kaysers Bestimmung des Grotesken als verfremdete Welt. Im Gegensatz zu Kaysers Auslegung fasst Carl Pietzcker das Groteske als Struktur eines Bewusstseinaktes auf, in dem die Deutungserwartung eines Sachverhalts enttäuscht wird, ohne dass eine weitere angemessene Deutungsweise bereitsteht. In diesem Sinne kann man Schnitzlers Drama “Der grüne Kakadu” als Beispiel für das Groteske bezeichnen, weil er hier ein solches Missverhältnis zwischen der Realität und dem Selbstverständnis des Menschen veranschaulicht.
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