현대독일문학의 중국수용과 생소화 - 브레히트, 카프카, 프리쉬를 중심으로
China-Rezeption und Verfremdung in der modernen deutschen Literatur - Am Beispiel von Brecht, Kafka und Frisch
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China-Rezeption und Verfremdung in der modernen deutschen Literatur - Am Beispiel von Brecht, Kafka und Frisch Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, China-Rezeption und Verfremdung in der modernen deutschen Literatur am Beispiel von Brecht, Kafka und Frisch zu untersuchen. Die Schwerpunkt der Untersuchung liegt vor allem auf der ‘produktiven’ China-Rezeption. Dabei geht es um den Verfremdungsprozess, wo dem Betrachter vertraute Dinge in einem neuen Licht erschienen werden und so Widersprüche in der Realität sichtbar gemacht werden. Trotz der Verschiedenheit in den Beschreibungen der Chinesen ist – bis zum Ende des 19. Jahrhunderts - die Anziehungskraft der fremden Welt für die deutschen Dichter ist unbestritten. Kuriosität, Exotismus, Träumerei und geistige Zuflucht bilden für viele Dichter die besondere Anziehung. Die anderen Dichter suchen ein Wunschbild in dem fernen China, um ihre eigene Weltschau zu korrigieren, zu ergänzen und zu erleuchten. Kafka, Brecht und Frisch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ziehen ähnlich wie die andern das ferne China zur Spiegelung nächstliegender Erfahrungen, Probleme, Interessen her und nutzen zum Entwurf der eigenständigen literarischen Texten. Sie leihen, kopieren oder idealisieren aber nicht einfach die Formen und Inhalte des Chinesischen. Sie aneignen, rekonstruieren und verfremden dagegen sie beispielsweise in Der Gute Mensch von Sezuan (Brecht), Beim Bau der chinesischen Mauer (Kafka) und Die Chinesische Mauer (Frisch), um das Gewohnt-Gewöhnliche im Fremd-Befremdlichen zu verfremden und zu veranschaulichen. So verarbeiten Franz Kafka in der Mitteilungen der distanzierten Historiker über die Hintergründe des Mauerbaus seine Motive wie Gottferne, Kommunikationshemmung, Isolation und Kontaktverlust. So zeigte Bertolt Brecht in der Kulisse des Chinesischen den heimischen Kapitalismus auf. Frisch gibt seinem Appell zum Kampf gegen Dummheit und Unmenschlichkeit, die den Verlauf der Geschichte geprägt haben, die Form der verfremdeten satirisch-polemischen Komödie. In diesem Sinne gelten ihre China-Rezeptionen für ‘produktiv’.
Abstract
China-Rezeption und Verfremdung in der modernen deutschen Literatur - Am Beispiel von Brecht, Kafka und Frisch Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, China-Rezeption und Verfremdung in der modernen deutschen Literatur am Beispiel von Brecht, Kafka und Frisch zu untersuchen. Die Schwerpunkt der Untersuchung liegt vor allem auf der ‘produktiven’ China-Rezeption. Dabei geht es um den Verfremdungsprozess, wo dem Betrachter vertraute Dinge in einem neuen Licht erschienen werden und so Widersprüche in der Realität sichtbar gemacht werden. Trotz der Verschiedenheit in den Beschreibungen der Chinesen ist – bis zum Ende des 19. Jahrhunderts - die Anziehungskraft der fremden Welt für die deutschen Dichter ist unbestritten. Kuriosität, Exotismus, Träumerei und geistige Zuflucht bilden für viele Dichter die besondere Anziehung. Die anderen Dichter suchen ein Wunschbild in dem fernen China, um ihre eigene Weltschau zu korrigieren, zu ergänzen und zu erleuchten. Kafka, Brecht und Frisch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ziehen ähnlich wie die andern das ferne China zur Spiegelung nächstliegender Erfahrungen, Probleme, Interessen her und nutzen zum Entwurf der eigenständigen literarischen Texten. Sie leihen, kopieren oder idealisieren aber nicht einfach die Formen und Inhalte des Chinesischen. Sie aneignen, rekonstruieren und verfremden dagegen sie beispielsweise in Der Gute Mensch von Sezuan (Brecht), Beim Bau der chinesischen Mauer (Kafka) und Die Chinesische Mauer (Frisch), um das Gewohnt-Gewöhnliche im Fremd-Befremdlichen zu verfremden und zu veranschaulichen. So verarbeiten Franz Kafka in der Mitteilungen der distanzierten Historiker über die Hintergründe des Mauerbaus seine Motive wie Gottferne, Kommunikationshemmung, Isolation und Kontaktverlust. So zeigte Bertolt Brecht in der Kulisse des Chinesischen den heimischen Kapitalismus auf. Frisch gibt seinem Appell zum Kampf gegen Dummheit und Unmenschlichkeit, die den Verlauf der Geschichte geprägt haben, die Form der verfremdeten satirisch-polemischen Komödie. In diesem Sinne gelten ihre China-Rezeptionen für ‘produktiv’.
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