정신분석학과 디지털문학비평 - 수용자의 몰입과 성찰을 중심으로
Psychoanalyse und digitale Literaturkritik - unter besonderer Berücksichtigung der Immersion und Reflexion des Rezipienten
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초록
In dieser Arbeit wird versucht, die Anwendungsmöglichkeiten der Psychoanalyse als eine Theorie der rezeptionsorientierten digitalen Literaturkritik zu zeigen. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich hier auf die Hypertextliteratur, die literarische Inhalte gestaltet, indem sie Merkmale des digitalen Mediums anwendet. Freud betrachtet die Literatur vor allem als ein Medium, welches die Kommunikation zwischen Autor und Leser zu Stande bringt und sowohl dem Autor als auch dem Leser Lust bereitet, indem sie das Lustprinzip mit dem Realitätsprinzip versöhnt. Dieses Realitätsprinzip steht in Verbindung mit dem Lacanischen Begriff des Realen, das der Blick zur Erscheinung bringt, das Wesen des Seins andeutet und die symbolische Ordnung umzustürzen droht. Aufgrund dieses psychoanalytischen Literaturverständnisses wird versucht, anhand von konkreten Beispielen darzustellen, mit welchen Mitteln digitale Literatur dem Leser Immersion und Reflexion ermöglicht, die jeweils im Zusammenhang mit dem Lustprinzip und dem Realitätsprinzip stehen. Immersion beruht auf dem psychischen Mechanismus, Identifizierung und Wiederholungszwang. In der digitalen Literatur identifiziert sich der Leser durch die Merkmale des digitalen Mediums, Multimedialität, Interaktivität und vielschichtiger Inszenierung meistens intensiv nicht nur mit den Figuren, sondern mit dem Autor, so dass der Leser multiple Ichs herausbildet. Durch die Multilinealität erlebt der Leser die Geschichte wiederholend, um unbefriedigende Zustände zu meistern. Durch vielschichtige multimediale Inszenierung und auch Interaktivität bietet digitale Literatur dem Leser auf verschiedene Weisen die Möglichkeiten, sich von der fiktiven Welt und somit von seinen identifizierten Rollen zu distanzieren und sich über das Werk und darüber hinaus selbst zu reflektieren, indem er den Blick des Anderen wahrnimmt. Wenn digitale Literatur in Zukunft psychische Vorgänge differenziert darstellt, kann Psychoanalyse auch einen Beitrag sowohl zu der produktionsorientierten als auch zu der werkorientierten digitalen Literaturkritik leisten. Man kann nämlich anhand der Psychoanalyse analysieren, wie der Autor dem Leser Lust bereitet, indem er die Wertvorstellung und den ästhetischen Geschmack der Zeit berücksichtigt, einen Kompromiss zwischen Wunscherfüllung und Abwehr schließt sowie welche unbewussten Wünsche der Figuren durch die Mechanismen der Traumarbeit wie Verschiebung und Verdichtung gestaltet werden und letztlich welche psychische Bedeutungen die Figuren oder Motive enthalten.
Abstract
In dieser Arbeit wird versucht, die Anwendungsmöglichkeiten der Psychoanalyse als eine Theorie der rezeptionsorientierten digitalen Literaturkritik zu zeigen. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich hier auf die Hypertextliteratur, die literarische Inhalte gestaltet, indem sie Merkmale des digitalen Mediums anwendet. Freud betrachtet die Literatur vor allem als ein Medium, welches die Kommunikation zwischen Autor und Leser zu Stande bringt und sowohl dem Autor als auch dem Leser Lust bereitet, indem sie das Lustprinzip mit dem Realitätsprinzip versöhnt. Dieses Realitätsprinzip steht in Verbindung mit dem Lacanischen Begriff des Realen, das der Blick zur Erscheinung bringt, das Wesen des Seins andeutet und die symbolische Ordnung umzustürzen droht. Aufgrund dieses psychoanalytischen Literaturverständnisses wird versucht, anhand von konkreten Beispielen darzustellen, mit welchen Mitteln digitale Literatur dem Leser Immersion und Reflexion ermöglicht, die jeweils im Zusammenhang mit dem Lustprinzip und dem Realitätsprinzip stehen. Immersion beruht auf dem psychischen Mechanismus, Identifizierung und Wiederholungszwang. In der digitalen Literatur identifiziert sich der Leser durch die Merkmale des digitalen Mediums, Multimedialität, Interaktivität und vielschichtiger Inszenierung meistens intensiv nicht nur mit den Figuren, sondern mit dem Autor, so dass der Leser multiple Ichs herausbildet. Durch die Multilinealität erlebt der Leser die Geschichte wiederholend, um unbefriedigende Zustände zu meistern. Durch vielschichtige multimediale Inszenierung und auch Interaktivität bietet digitale Literatur dem Leser auf verschiedene Weisen die Möglichkeiten, sich von der fiktiven Welt und somit von seinen identifizierten Rollen zu distanzieren und sich über das Werk und darüber hinaus selbst zu reflektieren, indem er den Blick des Anderen wahrnimmt. Wenn digitale Literatur in Zukunft psychische Vorgänge differenziert darstellt, kann Psychoanalyse auch einen Beitrag sowohl zu der produktionsorientierten als auch zu der werkorientierten digitalen Literaturkritik leisten. Man kann nämlich anhand der Psychoanalyse analysieren, wie der Autor dem Leser Lust bereitet, indem er die Wertvorstellung und den ästhetischen Geschmack der Zeit berücksichtigt, einen Kompromiss zwischen Wunscherfüllung und Abwehr schließt sowie welche unbewussten Wünsche der Figuren durch die Mechanismen der Traumarbeit wie Verschiebung und Verdichtung gestaltet werden und letztlich welche psychische Bedeutungen die Figuren oder Motive enthalten.
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