아놀트의 탈교회적 경건주의와 그의 시 「바벨 조가」
Arnolds radikaler Pietismus und sein Gedicht Babels Grablied
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초록
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Gottfried Arnold und seinem Gedicht Babels Grablied. Arnold war der bedeutendste Kopf des radikalen Pietismus. Mit seinem radikalsten wissenschaftlichen Werk, seiner Kirchen- und Ketzerhistorie (1699-1700), gab Arnold seiner Absage an das kirchliche Christentum ein wissenschaftliches Gewand. Das Bild Arnolds als Verfassers der Kirchen- und Ketzerhistorie zeigt jedoch nur eine Seite seiner intellektuellen Persönlichkeit. Unter den großen Pietisten steht er insofern fast einzigartig da, als dass er sowohl Wissenschaftler als auch Dichter war. Mit Babels Grablied stimmte der dichterisch Hochbegabte der lutherischen Volkskirche den Totengesang an. Es ist das bekannteste und zugleich das einzige Lied Arnolds, das seine schneidende Kritik an der Verdorbenheit der Kirche in voller Schärfe dokumentiert, ja es übertraf darin alle anderen Lieder, die an dessen Verse anklingen. Im ersten Abschnitt wird versucht zu erfassen, welchen Stellenwert Arnolds Kirchen- und Ketzerhistorie für Goethe besaß. Der zweite Abschnitt nimmt einen kirchlichen Pietisten unter die Lupe, der uns in der Autobiografie Goethes Dichtung und Wahrheit begegnet, um die Grenzen des kirchlichen Pietismus zugunsten der kirchlichen Reformen darzustellen. Er heißt Johann Philipp Fresenius (1705-1761), der als Senior des lutherischen Predigerministeriums in Frankfurt am Main ganz im Sinne eines kirchlichen Pietismus wirkte. Der dritte Abschnitt gilt dem Versuch, als Beispiel Babels Grablied mittels der Erörterung des prophetischen Gestus durch Arnolds Anknüpfung an Jeremia 51,9 eingehend zu analysieren und in seinem Kontext zu interpretieren. Dadurch soll die radikalpietistische Bedeutung von Babels Grablied detailliert aufgezeigt werden.
Abstract
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Gottfried Arnold und seinem Gedicht Babels Grablied. Arnold war der bedeutendste Kopf des radikalen Pietismus. Mit seinem radikalsten wissenschaftlichen Werk, seiner Kirchen- und Ketzerhistorie (1699-1700), gab Arnold seiner Absage an das kirchliche Christentum ein wissenschaftliches Gewand. Das Bild Arnolds als Verfassers der Kirchen- und Ketzerhistorie zeigt jedoch nur eine Seite seiner intellektuellen Persönlichkeit. Unter den großen Pietisten steht er insofern fast einzigartig da, als dass er sowohl Wissenschaftler als auch Dichter war. Mit Babels Grablied stimmte der dichterisch Hochbegabte der lutherischen Volkskirche den Totengesang an. Es ist das bekannteste und zugleich das einzige Lied Arnolds, das seine schneidende Kritik an der Verdorbenheit der Kirche in voller Schärfe dokumentiert, ja es übertraf darin alle anderen Lieder, die an dessen Verse anklingen. Im ersten Abschnitt wird versucht zu erfassen, welchen Stellenwert Arnolds Kirchen- und Ketzerhistorie für Goethe besaß. Der zweite Abschnitt nimmt einen kirchlichen Pietisten unter die Lupe, der uns in der Autobiografie Goethes Dichtung und Wahrheit begegnet, um die Grenzen des kirchlichen Pietismus zugunsten der kirchlichen Reformen darzustellen. Er heißt Johann Philipp Fresenius (1705-1761), der als Senior des lutherischen Predigerministeriums in Frankfurt am Main ganz im Sinne eines kirchlichen Pietismus wirkte. Der dritte Abschnitt gilt dem Versuch, als Beispiel Babels Grablied mittels der Erörterung des prophetischen Gestus durch Arnolds Anknüpfung an Jeremia 51,9 eingehend zu analysieren und in seinem Kontext zu interpretieren. Dadurch soll die radikalpietistische Bedeutung von Babels Grablied detailliert aufgezeigt werden.
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