시와 과학의 공진화 - 엔첸스베르거의 후기 자연시와 시론
Ko-Evolution von Poesie und Wissenschaft Hans Magnus Enzensbergers spate Naturlyrik und Poetologie
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Die vorliegende Arbeit verhandelt die wissenschaftlich-poetischen Konzepte derNaturgedichte Hans Magnus Enzensbergers, der in den letzten zwanzig Jahreneinen neuen Blickwinkel zur Naturwissenschaft bzw. -motive eingenommen hat. Intensiviert er bereits in den 60-70er Jahren den politischen Inhalt, der stark imZusammenhang mit dem sozialen Engagement steht, so thematisiert er nun inmanchen späten Gedichten und Essays den zunehmenden Hang zur Mathematik,Physik, Biologie, Chemie und die Gemeinsamkeiten von Wissenschaft und Poesie. In seiner jüngsten Anthologie Natürliche Gedichte (2004) und seinem poetologischenEssay Poesie der Wissenschaft (2002/2004) äußert sich Enzensberger dezidiert auseinem epistemisch-poetischen Standpunkt. Mit enzyklopädischer Akribie sucht erdie gemeinsame Wurzel der beiden Kulturen auf, also Metapher und Mythos. Umdie Metaphorizität der Wissenschaft bzw. die Wissenschaftlichkeit der Poesie zuentdecken, ruft er beispielsweise die klassisch-humanistische Intelligenz Goetheszurück. Auch in der Zeit des Mythos war üblich, dass ein Dichter zugleich nochPhilosoph, Rhetoriker, Künstler und Wissenschaftler war. Ein Naturwissenschaftleruntersuchte damals aus holistischer Sichtweise ein universales Weltsystem,während dieses im Zeitalter der modernen Technik immer wieder säkularisiertwird. Verfügen die hegemonialen Disziplinen der Naturwissenschaften über Geldund Aufmerksamkeit, so spielen die anderen Geisteswissenschaften wie Literatur,Philosophie, Geschichte dabei nur eine marginale und dekorative Rolle. DieseApartheid zwischen Natur- und Geisteswissenschaft soll heute überwundenwerden, so Enzensberger, da sowohl der wissenschaftliche Fachidiot, idiot savant, als auch der technikfeindliche Geisteswissenschaftler, idiot lettr? gemeinsam ineiner 껦rt selbstverschuldeter Verbl?ung?befangen sind. Um diesen halbenAnalphabetismus zu bew?tigen, versucht Enzensberger - wie andere j?gereSchriftsteller z.B. Durs Gr?bein, Raoul Schrott, Daniel Kehlmann -, diepoetischen Metaphern in der Wissenschaft aufzusuchen. Denn er geht davon aus,dass es keine Wissenschaften ohne Metapher gibt. Au?rdem betont er daspoetische Imagin?e der wissenschaftlichen Ideen. Daraus ergibt sich diekommunikative M?lichkeit, beide Wissenschaftsbereiche interdisziplin? zu?erbr?ken. Kurzum: Poesie und Wissenschaft gehen Hand in Hand, damit sie ihrabgegrenztes Territorium erweitern konen.
Abstract
Die vorliegende Arbeit verhandelt die wissenschaftlich-poetischen Konzepte derNaturgedichte Hans Magnus Enzensbergers, der in den letzten zwanzig Jahreneinen neuen Blickwinkel zur Naturwissenschaft bzw. -motive eingenommen hat. Intensiviert er bereits in den 60-70er Jahren den politischen Inhalt, der stark imZusammenhang mit dem sozialen Engagement steht, so thematisiert er nun inmanchen späten Gedichten und Essays den zunehmenden Hang zur Mathematik,Physik, Biologie, Chemie und die Gemeinsamkeiten von Wissenschaft und Poesie. In seiner jüngsten Anthologie Natürliche Gedichte (2004) und seinem poetologischenEssay Poesie der Wissenschaft (2002/2004) äußert sich Enzensberger dezidiert auseinem epistemisch-poetischen Standpunkt. Mit enzyklopädischer Akribie sucht erdie gemeinsame Wurzel der beiden Kulturen auf, also Metapher und Mythos. Umdie Metaphorizität der Wissenschaft bzw. die Wissenschaftlichkeit der Poesie zuentdecken, ruft er beispielsweise die klassisch-humanistische Intelligenz Goetheszurück. Auch in der Zeit des Mythos war üblich, dass ein Dichter zugleich nochPhilosoph, Rhetoriker, Künstler und Wissenschaftler war. Ein Naturwissenschaftleruntersuchte damals aus holistischer Sichtweise ein universales Weltsystem,während dieses im Zeitalter der modernen Technik immer wieder säkularisiertwird. Verfügen die hegemonialen Disziplinen der Naturwissenschaften über Geldund Aufmerksamkeit, so spielen die anderen Geisteswissenschaften wie Literatur,Philosophie, Geschichte dabei nur eine marginale und dekorative Rolle. DieseApartheid zwischen Natur- und Geisteswissenschaft soll heute überwundenwerden, so Enzensberger, da sowohl der wissenschaftliche Fachidiot, idiot savant, als auch der technikfeindliche Geisteswissenschaftler, idiot lettr? gemeinsam ineiner 껦rt selbstverschuldeter Verbl?ung?befangen sind. Um diesen halbenAnalphabetismus zu bew?tigen, versucht Enzensberger - wie andere j?gereSchriftsteller z.B. Durs Gr?bein, Raoul Schrott, Daniel Kehlmann -, diepoetischen Metaphern in der Wissenschaft aufzusuchen. Denn er geht davon aus,dass es keine Wissenschaften ohne Metapher gibt. Au?rdem betont er daspoetische Imagin?e der wissenschaftlichen Ideen. Daraus ergibt sich diekommunikative M?lichkeit, beide Wissenschaftsbereiche interdisziplin? zu?erbr?ken. Kurzum: Poesie und Wissenschaft gehen Hand in Hand, damit sie ihrabgegrenztes Territorium erweitern konen.
참고문헌 (18)
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