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카프카의 인류타락 신화 수용과 형상화 - 작품 『선고』를 중심으로

Die Gestaltung des Sündenfallmythos in Kafkas Erzählung Das Urteil (1912)

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주제분류기타인문학

초록

Der biblische Sündenfallmythos besitzt sowohl in Kafkas Denken als auch in seinem Werk einen hohen Stellenwert. In dieser Arbeit habe ich versucht darzustellen, wie Kafka in seiner Erzählung Das Urteil die Gestaltung dieses Mythos unternimmt. Für die Annahme, dass Kafkas Gedankenwelt von dem biblischen Sündenfallmythos stark geprägt ist, spricht zunächst seine intensive Beschäftigung mit diesem Mythos, vor allem aus den Jahren 1917 und 1918. Wichtige Punke in Kafkas Exegese des Sündenfallmythos sind eine negative Gottesvorstellung, die Unbegründetheit des Gebots, die Notwendigkeit der Schuld und die Unerlöstheit der Welt. Während der biblische Text die moralisch-religiöse Verschuldung des Menschen thematisiert und die entfremdete Lage des Menschen ätiologisch erklärt, betont Kafka allein den negativen Zustand der menschlichen Existenz. Der im Sündenfallmythos immanente Handlungsaufbau wird Kafkas Urmodell, das von einer geringfügigen oder nicht vorhandenen Schuld zur Strafe führt. In Kafkas Werken wird zugleich die Thematik des Sündenfalls durch verschiedene Bilder, Handlungsabläufe oder in Form einer großen Metapher zur Erzählung organisiert. Die Erzählung Das Urteil von 1912 unternimmt als erstes Werk die Gestaltung dieses Mythos, und zwar in Form des Vater-Sohn-Konflikts, der mit dem plötzlichen Machtgewinn des Vaters und der Niederlage des Sohnes endet. Insofern unterscheidet sich diese Erzählung von Kafkas früheren Erzählungen durch ihre innere Dynamik. Im Mittelteil der Erzählung entwickelt sich der Konflikt auf einer Ebene, die in der Wirklichkeit nicht mehr zu finden ist, sie enthält religiöse und mythische Momente. Der Sohn, der eigentlich „ein unschuldiges Kind“ sei, wird von seinem Vater als teuflischer Mensch verurteilt. Dabei wird das Urteil des Vaters jedoch über jede Wahrscheinlichkeit hinaus absolut gesetzt und so in den Rang eines göttlichen Machtwortes erhoben. In dieser Erzählung geht es vor allem um den Emanzipationsversuch des Sohnes und dessen Verurteilung durch den Vater, wodurch die Analogie zum biblischen Sündenfallmythos sichtbar wird. Georgs Geschäftserfolg und Heiratspläne sind gerade Zeichen seiner Emanzipation. Sein Brief an den Jugendfreund, der die Auseinandersetzung mit dem Vater auslöst, enthält eine endgültige Absage an den Freund und dessen Lebensstil. Der Schritt des Sohnes erinnert an die Urszene, wo der erste Mensch nach Autonomie strebt, indem er die verbotene Frucht der Erkenntnis isst. Georgs Emanzipationsversuch scheitert gerade an dem Vater, der den Versuch des Sohnes umdefiniert und den Sohn zum Tode verurteilt. Auffällig ist dabei, dass der Vater selbst Georgs Entwicklung mit der Metapher des Reifens beschreibt. In dem paradoxen Urteil lastet der Vater dem Sohn seinen Reifungsprzess als Schuld an, obgleich ihm die Entwicklung seines Sohnes als notwendig erscheint. Das Urteil des Vaters scheint also der Rechtfertigung zu entbehren, wie in Kafkas Exegese des Sündenfallmythos das Gebot Gottes gegenüber dem Menschen unbegründet ist. Dieser Vater entspricht der negativen Gottesvorstellung in Kafkas Exegese des Sündenfallmythos. Andererseits zeigt der Tod des Protagonisten, dass sein Leben mit dem bürgerlichen Emanzipationsversuch substanzlos ist. Kafka setzt die Gestaltung des Sündenfallmythos in verschiedenen Variationen in seinem Werk fort. In Die Verwandlung wird der in einen Käfer verwandelte Gregor Samsa wieder von seinem Vater tödlich verwundet. In Kafkas erstem Roman Der Verschollene wiederholt sich der Handlungsaufbau des Sündenfallmythos auf der Bühne der modernen, kapitalistischen Gesellschaft Amerikas; dementsprechend verteilt sich die Funktion des Vaters als die richtende Instanz auf mehrere Vaterfiguren. In den Romanen Der Proceß und Das Schloß wird die Vaterfunktion von einer anonymen Instanz, Gericht und Schlossbehörde, übernommen. Die Protagonisten der Erzählungen und Romane werden von den jeweiligen Vaterfiguren und -instanzen bestraft, verstoßen, verfolgt und in ihrem Bemühen nicht belohnt. Ihre Schicksale zeigen, dass Kafka der alttestamentlichen Welt treu bleibt und dass das Verhältnis Kafkas zum Judentum vor allem in der Übereinstimmung mit den alttestamentlichen Gedanken besteht.

Abstract

Der biblische Sündenfallmythos besitzt sowohl in Kafkas Denken als auch in seinem Werk einen hohen Stellenwert. In dieser Arbeit habe ich versucht darzustellen, wie Kafka in seiner Erzählung Das Urteil die Gestaltung dieses Mythos unternimmt. Für die Annahme, dass Kafkas Gedankenwelt von dem biblischen Sündenfallmythos stark geprägt ist, spricht zunächst seine intensive Beschäftigung mit diesem Mythos, vor allem aus den Jahren 1917 und 1918. Wichtige Punke in Kafkas Exegese des Sündenfallmythos sind eine negative Gottesvorstellung, die Unbegründetheit des Gebots, die Notwendigkeit der Schuld und die Unerlöstheit der Welt. Während der biblische Text die moralisch-religiöse Verschuldung des Menschen thematisiert und die entfremdete Lage des Menschen ätiologisch erklärt, betont Kafka allein den negativen Zustand der menschlichen Existenz. Der im Sündenfallmythos immanente Handlungsaufbau wird Kafkas Urmodell, das von einer geringfügigen oder nicht vorhandenen Schuld zur Strafe führt. In Kafkas Werken wird zugleich die Thematik des Sündenfalls durch verschiedene Bilder, Handlungsabläufe oder in Form einer großen Metapher zur Erzählung organisiert. Die Erzählung Das Urteil von 1912 unternimmt als erstes Werk die Gestaltung dieses Mythos, und zwar in Form des Vater-Sohn-Konflikts, der mit dem plötzlichen Machtgewinn des Vaters und der Niederlage des Sohnes endet. Insofern unterscheidet sich diese Erzählung von Kafkas früheren Erzählungen durch ihre innere Dynamik. Im Mittelteil der Erzählung entwickelt sich der Konflikt auf einer Ebene, die in der Wirklichkeit nicht mehr zu finden ist, sie enthält religiöse und mythische Momente. Der Sohn, der eigentlich „ein unschuldiges Kind“ sei, wird von seinem Vater als teuflischer Mensch verurteilt. Dabei wird das Urteil des Vaters jedoch über jede Wahrscheinlichkeit hinaus absolut gesetzt und so in den Rang eines göttlichen Machtwortes erhoben. In dieser Erzählung geht es vor allem um den Emanzipationsversuch des Sohnes und dessen Verurteilung durch den Vater, wodurch die Analogie zum biblischen Sündenfallmythos sichtbar wird. Georgs Geschäftserfolg und Heiratspläne sind gerade Zeichen seiner Emanzipation. Sein Brief an den Jugendfreund, der die Auseinandersetzung mit dem Vater auslöst, enthält eine endgültige Absage an den Freund und dessen Lebensstil. Der Schritt des Sohnes erinnert an die Urszene, wo der erste Mensch nach Autonomie strebt, indem er die verbotene Frucht der Erkenntnis isst. Georgs Emanzipationsversuch scheitert gerade an dem Vater, der den Versuch des Sohnes umdefiniert und den Sohn zum Tode verurteilt. Auffällig ist dabei, dass der Vater selbst Georgs Entwicklung mit der Metapher des Reifens beschreibt. In dem paradoxen Urteil lastet der Vater dem Sohn seinen Reifungsprzess als Schuld an, obgleich ihm die Entwicklung seines Sohnes als notwendig erscheint. Das Urteil des Vaters scheint also der Rechtfertigung zu entbehren, wie in Kafkas Exegese des Sündenfallmythos das Gebot Gottes gegenüber dem Menschen unbegründet ist. Dieser Vater entspricht der negativen Gottesvorstellung in Kafkas Exegese des Sündenfallmythos. Andererseits zeigt der Tod des Protagonisten, dass sein Leben mit dem bürgerlichen Emanzipationsversuch substanzlos ist. Kafka setzt die Gestaltung des Sündenfallmythos in verschiedenen Variationen in seinem Werk fort. In Die Verwandlung wird der in einen Käfer verwandelte Gregor Samsa wieder von seinem Vater tödlich verwundet. In Kafkas erstem Roman Der Verschollene wiederholt sich der Handlungsaufbau des Sündenfallmythos auf der Bühne der modernen, kapitalistischen Gesellschaft Amerikas; dementsprechend verteilt sich die Funktion des Vaters als die richtende Instanz auf mehrere Vaterfiguren. In den Romanen Der Proceß und Das Schloß wird die Vaterfunktion von einer anonymen Instanz, Gericht und Schlossbehörde, übernommen. Die Protagonisten der Erzählungen und Romane werden von den jeweiligen Vaterfiguren und -instanzen bestraft, verstoßen, verfolgt und in ihrem Bemühen nicht belohnt. Ihre Schicksale zeigen, dass Kafka der alttestamentlichen Welt treu bleibt und dass das Verhältnis Kafkas zum Judentum vor allem in der Übereinstimmung mit den alttestamentlichen Gedanken besteht.

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