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카프카의 『소송』에 나타난 표현주의 모티프

Die expressionistischen Motive in Der Proceß von Franz Kafka

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Diese Studie berücksichtigt besonders die expressionistischen Motive im zweiten unvollendeten Roman Der Proceß von Franz Kafka. Das erste Hauptanliegen ist es zu untersuchen, wie der Vater-Sohn-Konflikt als wichtiges Motiv der expressionistischen Literatur, das auch der Kernpunkt von Kafkas Werk ist, in Der Proceß literarisch verarbeitet und umgeformt wird. Anders als in Die Verwandlung oder in Das Urteil tritt das Motiv hier in außerfamiliären Bereichen auf und wird durch den Konflikt zwischen dem machtlosen Einzelnen und der anonymen staatlichen Machtinstanz ersetzt. Das Objekt des Widerstands von Josepf K ist jetzt weniger die einzelne Person als eine ganze Organisation (in diesem Fall das Gerichtswesen). Der Protagonist richtet sich also gegen die Autorität des Staates (des bürokratischen Apparates) statt gegen die Autorität des Vaters in der Familie. Aber die Revolte gegen Staat und Gesellschaft stammt aus der Auflehnung gegen den Vater und dessen moralisch-politische Standpunkte. Anders formuliert heißt es, die gegensätzliche Beziehung des Einzelnen zum Vater wird hier zur Beziehung des machtlosen Einzelnen zu einer überwältigenden staatlichen Organisation erweitert. Die zweite Frage der vorliegenden Arbeit ist, in welcher Beziehung Der Proceß als ein exemplarischer expressionistischer Roman angesehen werden kann, der die alptraumhafte Wirklichkeit des Nationalsozialismus 20 Jahre später vorausgeahnt hat. Die Nationalsozialisten hatten tatsächlich die Grausamkeiten, das Unheimliche und Bedrohliche von Kafkas Der Proceß in soziale Wirklichkeit umgesetzt. Deshalb wurde Kafka mitunter als der heimliche Mitschuldige für die Gründung des totalitären Systems angeklagt. Während der Expressionismus einerseits als die Antithese des Nazismus verstanden wird (er wurde als “entartete Kunst” von den Nazis verurteilt), hat er andererseits im voraus prophetisch den Entwurf der Wirklichkeit im Dritten Reich ausgearbeitet. In diesem Sinne kann Der Proceß als ein expressionistischer Roman angesehen werden, der den politischen Terror gegen den machtlosen Einzelnen durch eine anonyme, bürokratisch organisierte Machtinstanz darstellt. Besonders die Darstellungen von der plötzlichen, unvermuteten Verhaftung, der unmenschlichen Gewalt und Folterung im Prügler-Kapitel und der brutalen Tötung am Ende des Romans bestätigen diesen Eindruck.

Abstract

Diese Studie berücksichtigt besonders die expressionistischen Motive im zweiten unvollendeten Roman Der Proceß von Franz Kafka. Das erste Hauptanliegen ist es zu untersuchen, wie der Vater-Sohn-Konflikt als wichtiges Motiv der expressionistischen Literatur, das auch der Kernpunkt von Kafkas Werk ist, in Der Proceß literarisch verarbeitet und umgeformt wird. Anders als in Die Verwandlung oder in Das Urteil tritt das Motiv hier in außerfamiliären Bereichen auf und wird durch den Konflikt zwischen dem machtlosen Einzelnen und der anonymen staatlichen Machtinstanz ersetzt. Das Objekt des Widerstands von Josepf K ist jetzt weniger die einzelne Person als eine ganze Organisation (in diesem Fall das Gerichtswesen). Der Protagonist richtet sich also gegen die Autorität des Staates (des bürokratischen Apparates) statt gegen die Autorität des Vaters in der Familie. Aber die Revolte gegen Staat und Gesellschaft stammt aus der Auflehnung gegen den Vater und dessen moralisch-politische Standpunkte. Anders formuliert heißt es, die gegensätzliche Beziehung des Einzelnen zum Vater wird hier zur Beziehung des machtlosen Einzelnen zu einer überwältigenden staatlichen Organisation erweitert. Die zweite Frage der vorliegenden Arbeit ist, in welcher Beziehung Der Proceß als ein exemplarischer expressionistischer Roman angesehen werden kann, der die alptraumhafte Wirklichkeit des Nationalsozialismus 20 Jahre später vorausgeahnt hat. Die Nationalsozialisten hatten tatsächlich die Grausamkeiten, das Unheimliche und Bedrohliche von Kafkas Der Proceß in soziale Wirklichkeit umgesetzt. Deshalb wurde Kafka mitunter als der heimliche Mitschuldige für die Gründung des totalitären Systems angeklagt. Während der Expressionismus einerseits als die Antithese des Nazismus verstanden wird (er wurde als “entartete Kunst” von den Nazis verurteilt), hat er andererseits im voraus prophetisch den Entwurf der Wirklichkeit im Dritten Reich ausgearbeitet. In diesem Sinne kann Der Proceß als ein expressionistischer Roman angesehen werden, der den politischen Terror gegen den machtlosen Einzelnen durch eine anonyme, bürokratisch organisierte Machtinstanz darstellt. Besonders die Darstellungen von der plötzlichen, unvermuteten Verhaftung, der unmenschlichen Gewalt und Folterung im Prügler-Kapitel und der brutalen Tötung am Ende des Romans bestätigen diesen Eindruck.

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