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조르조 아감벤의 ‘호모 사케르’ 읽기

Giorgio Agambens ‘Homo Sacer’ lesen

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주제분류기타인문학

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Giorgio Agamben ist einer der wenigen lebenden Philosophen, vielleicht sogar der einzige, der heute weltweit von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert wird. Das hat seine Gründe. Er wird zurecht als politischer Philosoph verstanden, der ausgehend von den Erfahrungen, die der Mensch in den Lagern und Weltkriegen des 20. Jahrhunderts gemacht hat, in seinem Homo Sacer Projekt die Bodenlosigkeit unserer politischen und legalen Systeme aufdeckt. Unter dem scharfen Blick Agambens zeigen der Staat und die Rechtsordnung unserer heutigen Industrieländer ihre dunkle Kehrseite, die Basis von Gewalt, auf die ihre Autorität zurückgeht. Nicht nur ist der dem Rechtsstaat vorausliegende Naturzustand einzig durch Gewalt und nicht durch vertragliche Regelungen in den Rechtszustand überführt worden. Er liegt in Gestalt des Ausnahmezustands dem Rechtszustand auch weiterhin als latente Wesensvoraussetzung zugrunde. Der Ausnahmezustand ist nicht als Ausnahme zu verstehen, sondern als regelhafte und verwaltete Normalität. Die Entgegensetzung von souveräner Macht und dem dieser Macht rechtlos Ausgelieferten, symbolisiert durch die Figur des homo sacer, der für vogelfrei erklärten, jederzeit außerhalb der Rechtsordnung zur Tötung freigegebenen Menschen,bezeichnet aus dieser Sicht nicht eine archaische Vorstufe, sondern geradewegs das Wesen staatlicher Macht, selbst noch in modernen Demokratien. Agambens wichtigster Referenzpunkt bleibt dabei die totale Überwältigung des nackten Lebens des Einzelnen durch den Staat in den Konzentrationslagern und den Völkermorden des 20. Jahrhunderts. Die Aktualität dieses Denkens ist darin zu finden, daß das staatliche Handeln, das im Kampf mit dem Terrorismus sich immer drastischerer Überwachungsund Ausschließungsmechanismen bedient, den radikalen Diagnosen Agabems die Bestätigung durch die politische Wirklichkeit nachgeliefert hat. Agambens Behauptungen sind kühn, seine Formulierungen provokant, Seine These einer ‘innersten Solidarität zwischen Demokratie und Totalitarismus’ ist in allenpolitischen Lagern vehement zurückgewiesen worden. So wurde er als ein ‘Verschwörungstheoretiker der Philosophie’ genannt. Er leugne die Differenz zwischen Demokratie und Diktatur und verstelle jede Möglichkeit eines politisch begründbaren Auswegs. Dennoch kann die These von Lager als ‘Paradigma der Moderne’ nicht so pauschalisierend beurteilt werden. Die Intention des Homo Sacer-Projektes angemessen zu erfassen und die philosophische Denkweise des Autors kritisch zu bewerten, kann ein sinnvoller Versuch sein, vor allem für die Diagnose unserer Epoche und die zukünftige Orientierung der Politik.

Abstract

Giorgio Agamben ist einer der wenigen lebenden Philosophen, vielleicht sogar der einzige, der heute weltweit von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert wird. Das hat seine Gründe. Er wird zurecht als politischer Philosoph verstanden, der ausgehend von den Erfahrungen, die der Mensch in den Lagern und Weltkriegen des 20. Jahrhunderts gemacht hat, in seinem Homo Sacer Projekt die Bodenlosigkeit unserer politischen und legalen Systeme aufdeckt. Unter dem scharfen Blick Agambens zeigen der Staat und die Rechtsordnung unserer heutigen Industrieländer ihre dunkle Kehrseite, die Basis von Gewalt, auf die ihre Autorität zurückgeht. Nicht nur ist der dem Rechtsstaat vorausliegende Naturzustand einzig durch Gewalt und nicht durch vertragliche Regelungen in den Rechtszustand überführt worden. Er liegt in Gestalt des Ausnahmezustands dem Rechtszustand auch weiterhin als latente Wesensvoraussetzung zugrunde. Der Ausnahmezustand ist nicht als Ausnahme zu verstehen, sondern als regelhafte und verwaltete Normalität. Die Entgegensetzung von souveräner Macht und dem dieser Macht rechtlos Ausgelieferten, symbolisiert durch die Figur des homo sacer, der für vogelfrei erklärten, jederzeit außerhalb der Rechtsordnung zur Tötung freigegebenen Menschen,bezeichnet aus dieser Sicht nicht eine archaische Vorstufe, sondern geradewegs das Wesen staatlicher Macht, selbst noch in modernen Demokratien. Agambens wichtigster Referenzpunkt bleibt dabei die totale Überwältigung des nackten Lebens des Einzelnen durch den Staat in den Konzentrationslagern und den Völkermorden des 20. Jahrhunderts. Die Aktualität dieses Denkens ist darin zu finden, daß das staatliche Handeln, das im Kampf mit dem Terrorismus sich immer drastischerer Überwachungsund Ausschließungsmechanismen bedient, den radikalen Diagnosen Agabems die Bestätigung durch die politische Wirklichkeit nachgeliefert hat. Agambens Behauptungen sind kühn, seine Formulierungen provokant, Seine These einer ‘innersten Solidarität zwischen Demokratie und Totalitarismus’ ist in allenpolitischen Lagern vehement zurückgewiesen worden. So wurde er als ein ‘Verschwörungstheoretiker der Philosophie’ genannt. Er leugne die Differenz zwischen Demokratie und Diktatur und verstelle jede Möglichkeit eines politisch begründbaren Auswegs. Dennoch kann die These von Lager als ‘Paradigma der Moderne’ nicht so pauschalisierend beurteilt werden. Die Intention des Homo Sacer-Projektes angemessen zu erfassen und die philosophische Denkweise des Autors kritisch zu bewerten, kann ein sinnvoller Versuch sein, vor allem für die Diagnose unserer Epoche und die zukünftige Orientierung der Politik.

참고문헌 (15)

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  8. Geulen, Eva, "Giorgio Agamben" (2005), Junius
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  10. Herrmann, Ulrike, "Provokant gefährlich: taz vom 30", ~ (2002)
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  13. Marchart, Oliver, "Die politische Differenz" (2010), Suhrkamp
  14. Schmitt, Carl, "Politische Theologie. Vier Kapitel zur Lehre von der Souveränität" (1993), Duncker & Humboldt
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