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에.테.아. 호프만의 「사촌의 구석 창문」 (1822) - 작가성의 위기와 현실인지 과정을 중심으로 -

E.T.A. Hoffmanns Des Vetters Eckfenster (1822) - Die Krise der Autorschaft und der Lernprozess der Wirklichkeitswahrnehmung (‘Seh-Schule’)

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주제분류독일어와문학

초록

.Des Vetters Eckfenster ist eine Erzählung des Spätromantikers E. T. A. Hoffmann (1776-1822), die in Serien vom 23. April bis 4. Mai 1822 in Symanskis Blatt “Der Zuschauer” erschien. Sie gilt als literarisches Vermächtnis des Dichters. Denn sie ist seine letzte noch zu Lebzeiten erschienene Erzählung. In der Hauptfigur sind auch reichlich autobiographische Züge zu finden. Außerdem gilt sie als ein Zeugnis seiner Poetik, die in den beiden poetischen Prinzipien ‘das Callot-Prinzip’ und ‘das serapiontische Prinzip’ formuliert ist. Bei der Erzählung handelt es sich um einen Bericht des fiktiven Ich-Erzählers über seinen an beiden Füßen gelähmten “schriftstellernden Vetter”. Aber “die schwerste Krankheit vermochte nicht den raschen Rädergang der Phantasie zu hemmen”. Gerade deshalb gerät der Vetter in eine Schaffenskrise, weil er seinen inneren Gebilden keine adäquate äußere Form mehr verleihen kann. Er verfiel darum “in die schwärzeste Melancholie” und verweigerte jeden Kontakt mit der Außenwelt. Eines Markttages findet der Erzähler ihn an seinem Eckfenster, das hoch über dem Marktplatz der Hauptstadt liegt, eilt zu ihm und findet ihn wieder von neuem Lebensmut erfüllt. Durch das “bunte Leben” der Außenwelt, zu dem das Eckfenster ihm den Zugang ermöglicht, wird seine Phantasie wieder animiert. Das Gespräch der beiden Vettern am Eckfenster über die Marktszene bildet den Hauptteil dieser “poetologischen Dialogerzählung”(H. Steineke). In der vorliegenden Arbeit wird zunächst kurz auf die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Erzählung eingegangen und danach versucht, der Ursache der Krise der Autorschaft des Vetters nachzugehen. Dass nicht allein seine Krankheit die Ursache dieser Krise ist, kommt während des Gesprächs der beiden Vettern zutage. In der Anekdote mit dem lesenden Blumenmädchen, dem einzigen Tatsachenbericht in dieser Erzählung, beichtet der Vetter, wie er als Autor eine Blamage erleben musste. Als er sich bei der Begegnung mit dem Mächen als Autor ihrer Lektüre zu erkennen gab, musste er feststellen, “daß das Mädchen niemals daran gedacht, daß die Bücher, welche sie lese, vorher gedichtet werden müßten. Der Begriff eines Schriftstellers, eines Dichters war ihr gänzlich fremd”. E.T.A. Hoffmann entlarvt hier ganz deutlich die fatale Folge der Industrialisierung auf dem Buchmarkt, und zwar die Entfremdung der Arbeit des Autors von seinem Produkt ‘Buch’ und dessen Verbraucher ‘Leser’. Es ist nicht von ungefähr, dass der Ort des ganzen Geschehens eben ein Marktplatz ist. Nun will der Vetter seinem Besucher, dem Ich-Erzähler, “die Primizien der Kunst zu schauen” beibringen, weil er in ihm “nicht das kleinste Fünkchen von Schriftstellertalent” glühen sieht. Denn “richtiges Schauen” ist der erste Schritt dazu. In diesem ganzen Prozess sieht der Vetter gar dem mittelalterlichen Troubadour ähnlich aus. Der Prozess der Wirklichkeitswahrnehmung, einer Art ‘Seh-Schule’ für den Erzähler, wird durch drei Stufen konstruiert. Zunächst wird der in der Romantik vorgezogene Panoramablick auf den Gendarmenmarkt aus dem Eckfenster als Rahmenschau dargeboten, dann wird diese panoramatische Marktszene anhand des Fernglases in kleine Teil-Szenen geteilt und durch “das Fixieren des Blicks” beobachtet. Zuletzt werden die durch den “technisierten Blick” geteilten Teil-Szenen durch Blickführung quer durch den Markt, die mit der filmischen Panning-Technik vergleichbar ist, wieder als ganzes Panorama gewonnen. In dem Gespräch zwischen den beiden Vettern werden Biographien für die Figuren auf dem Markt nach den Befreiungskriegen gegen die napoleonische Fremdherrschaft 1813-1815 erfunden. Dabei geht es weniger darum, ob sie der Wahrheit entsprechen, sondern darum, wie glaubhaft sie wirken. Dies ist ein Grund, dafür, dass diese Erzählung trotz ihrer realistischen Züge als Poesie der Poesie gilt. Dabei bleibt vieles ungeklärt und weist auf das Problem des Repräsentationsparadoxes hin. Am Ende wird der Markt von dem totkranken Vetter als “ein treues Abbild des ewig wechselnden Lebens” proklamiert. Für den kranken Vetter ist eigentlich nichts verändert. Er bleibt nach wie vor unschöpferischer Autor. Aber er hat durch den Dialog und die Seh-Schule einen Autor auf die Welt gebracht. Die Erzählung Des Vetters Eckfenster des Ich-Erzählers verdanken wir ihm. Ob der Vetter vor seinem Tod davon hätte erfahren können? Aber wir wissen, dass unser Autor E.T.A. Hoffmann selber seine Geschichte in dieser Form hinterlassen hat. In der E.T.A. Hoffmann-Forschung glaubte man lange Zeit in Des Vetters Eckfenster literaturgeschichtlich Hoffmanns Wendung zu Biedermeier oder Realismus feststellen zu können. Andererseits wurde gerechterweise immer wieder betont, dass Hoffmann doch seinem romantischen Konzept der “Poesie der Poesie” treu geblieben ist. In der letzten Zeit kommen andere Überlegungen hinzu. G. Oesterle sieht darin eher Stil- und Perspektivenpluralismus, der die Stilhierarchie wie Aufklärung und Romantik auflöst. U. Stadler findet die Annahme nicht richtig, dass dieses Werk den poetischen Realismus vorwegnehme. Eher will er darin die Vorwegnahme der filmischen Montagetechnik als neues Wirklichkeitswahrnehmungskonzept des 20. Jh. sehen. Alles in allem ist man sich darin einig, dass dieses Werk mit seiner “atemberaubenden Modernität”, so Gerhard Neumann, eine Schlüsselstelle in der modernen Literaturgeschichte einnimmt.

Abstract

.Des Vetters Eckfenster ist eine Erzählung des Spätromantikers E. T. A. Hoffmann (1776-1822), die in Serien vom 23. April bis 4. Mai 1822 in Symanskis Blatt “Der Zuschauer” erschien. Sie gilt als literarisches Vermächtnis des Dichters. Denn sie ist seine letzte noch zu Lebzeiten erschienene Erzählung. In der Hauptfigur sind auch reichlich autobiographische Züge zu finden. Außerdem gilt sie als ein Zeugnis seiner Poetik, die in den beiden poetischen Prinzipien ‘das Callot-Prinzip’ und ‘das serapiontische Prinzip’ formuliert ist. Bei der Erzählung handelt es sich um einen Bericht des fiktiven Ich-Erzählers über seinen an beiden Füßen gelähmten “schriftstellernden Vetter”. Aber “die schwerste Krankheit vermochte nicht den raschen Rädergang der Phantasie zu hemmen”. Gerade deshalb gerät der Vetter in eine Schaffenskrise, weil er seinen inneren Gebilden keine adäquate äußere Form mehr verleihen kann. Er verfiel darum “in die schwärzeste Melancholie” und verweigerte jeden Kontakt mit der Außenwelt. Eines Markttages findet der Erzähler ihn an seinem Eckfenster, das hoch über dem Marktplatz der Hauptstadt liegt, eilt zu ihm und findet ihn wieder von neuem Lebensmut erfüllt. Durch das “bunte Leben” der Außenwelt, zu dem das Eckfenster ihm den Zugang ermöglicht, wird seine Phantasie wieder animiert. Das Gespräch der beiden Vettern am Eckfenster über die Marktszene bildet den Hauptteil dieser “poetologischen Dialogerzählung”(H. Steineke). In der vorliegenden Arbeit wird zunächst kurz auf die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Erzählung eingegangen und danach versucht, der Ursache der Krise der Autorschaft des Vetters nachzugehen. Dass nicht allein seine Krankheit die Ursache dieser Krise ist, kommt während des Gesprächs der beiden Vettern zutage. In der Anekdote mit dem lesenden Blumenmädchen, dem einzigen Tatsachenbericht in dieser Erzählung, beichtet der Vetter, wie er als Autor eine Blamage erleben musste. Als er sich bei der Begegnung mit dem Mächen als Autor ihrer Lektüre zu erkennen gab, musste er feststellen, “daß das Mädchen niemals daran gedacht, daß die Bücher, welche sie lese, vorher gedichtet werden müßten. Der Begriff eines Schriftstellers, eines Dichters war ihr gänzlich fremd”. E.T.A. Hoffmann entlarvt hier ganz deutlich die fatale Folge der Industrialisierung auf dem Buchmarkt, und zwar die Entfremdung der Arbeit des Autors von seinem Produkt ‘Buch’ und dessen Verbraucher ‘Leser’. Es ist nicht von ungefähr, dass der Ort des ganzen Geschehens eben ein Marktplatz ist. Nun will der Vetter seinem Besucher, dem Ich-Erzähler, “die Primizien der Kunst zu schauen” beibringen, weil er in ihm “nicht das kleinste Fünkchen von Schriftstellertalent” glühen sieht. Denn “richtiges Schauen” ist der erste Schritt dazu. In diesem ganzen Prozess sieht der Vetter gar dem mittelalterlichen Troubadour ähnlich aus. Der Prozess der Wirklichkeitswahrnehmung, einer Art ‘Seh-Schule’ für den Erzähler, wird durch drei Stufen konstruiert. Zunächst wird der in der Romantik vorgezogene Panoramablick auf den Gendarmenmarkt aus dem Eckfenster als Rahmenschau dargeboten, dann wird diese panoramatische Marktszene anhand des Fernglases in kleine Teil-Szenen geteilt und durch “das Fixieren des Blicks” beobachtet. Zuletzt werden die durch den “technisierten Blick” geteilten Teil-Szenen durch Blickführung quer durch den Markt, die mit der filmischen Panning-Technik vergleichbar ist, wieder als ganzes Panorama gewonnen. In dem Gespräch zwischen den beiden Vettern werden Biographien für die Figuren auf dem Markt nach den Befreiungskriegen gegen die napoleonische Fremdherrschaft 1813-1815 erfunden. Dabei geht es weniger darum, ob sie der Wahrheit entsprechen, sondern darum, wie glaubhaft sie wirken. Dies ist ein Grund, dafür, dass diese Erzählung trotz ihrer realistischen Züge als Poesie der Poesie gilt. Dabei bleibt vieles ungeklärt und weist auf das Problem des Repräsentationsparadoxes hin. Am Ende wird der Markt von dem totkranken Vetter als “ein treues Abbild des ewig wechselnden Lebens” proklamiert. Für den kranken Vetter ist eigentlich nichts verändert. Er bleibt nach wie vor unschöpferischer Autor. Aber er hat durch den Dialog und die Seh-Schule einen Autor auf die Welt gebracht. Die Erzählung Des Vetters Eckfenster des Ich-Erzählers verdanken wir ihm. Ob der Vetter vor seinem Tod davon hätte erfahren können? Aber wir wissen, dass unser Autor E.T.A. Hoffmann selber seine Geschichte in dieser Form hinterlassen hat. In der E.T.A. Hoffmann-Forschung glaubte man lange Zeit in Des Vetters Eckfenster literaturgeschichtlich Hoffmanns Wendung zu Biedermeier oder Realismus feststellen zu können. Andererseits wurde gerechterweise immer wieder betont, dass Hoffmann doch seinem romantischen Konzept der “Poesie der Poesie” treu geblieben ist. In der letzten Zeit kommen andere Überlegungen hinzu. G. Oesterle sieht darin eher Stil- und Perspektivenpluralismus, der die Stilhierarchie wie Aufklärung und Romantik auflöst. U. Stadler findet die Annahme nicht richtig, dass dieses Werk den poetischen Realismus vorwegnehme. Eher will er darin die Vorwegnahme der filmischen Montagetechnik als neues Wirklichkeitswahrnehmungskonzept des 20. Jh. sehen. Alles in allem ist man sich darin einig, dass dieses Werk mit seiner “atemberaubenden Modernität”, so Gerhard Neumann, eine Schlüsselstelle in der modernen Literaturgeschichte einnimmt.

참고문헌 (19)

  1. E.T.A. Hoffmann, "Spate Werke" (1978), Darmstadt
  2. 이경희, "근대 화학이론과 실험의 시학적 형상화 - 괴테의 『파우스트 2부』를 중심으로", 외국문학연구, (35), pp.191~212 (2009), 외국문학연구소
  3. 이온화, "노발리스 문학과 자연과학", 괴테연구, (20), pp.159~182 (2007), 한국괴테학회
  4. 최민숙, "정천강희영 교수 정년논문집, In 정천강희영 교수 정년논문집", pp.401~445 (1989), 삼영사
  5. 최민숙, "E.T.A. 호프만 문학과 자연과학", 외국문학연구, (35), pp.285~318 (2009), 외국문학연구소
  6. 최민숙, "E.T.A. Hoffmann의 문학작품에 나타난 예술가의 문제", 독일문학, 40, pp.271~303 (1988)
  7. Young Eun Chang, "Stadtische Raume in der Romantik: Untersuchung zu Ludwig Tickes Liebeszauber und E.T.A. Hoffmanns Des Vetters Eckfenster, In Akten des XII. Internationalen Germanistenkongresses Warschau 2010. Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit. Bd. 7", Politische Romantik im, 19(20), pp.153~158 (2010), Der deutschsprachige politische Roman
  8. Thomas Eicher, "‘Mit einem Blick das ganze Panorama des grandiosen Platzes'. Panoramatische Strukturen in 'Des Vetters Eckfenster' von E.T.A. Hoffmann", Poetica, 25(3, pp.4) (1993), 360~377
  9. Klaus Gunzel, "E.T.A. Hoffmann. Leben und Werk in Briefen" (1979), Selbstzeugnissen und Zeitdokumenten
  10. Lutz Hagestedt, "Das Genieprohlem bei E.T.A.Hoffmann. Am Beispiel illustriert. Eine Interpretation seiner spaten Erzahlung "Des Vetters Eckfenster"" (1991)
  11. "Panoramatische Wahrnehmungsstrukturen in E.T.A. Hoffmanns Erzahlung "Des Vetters Eckfenster"" (1999)[URL]
  12. Detlev Kremer, "Des Vetters Eckfenster (1822), In E.T.A. Hoffmann. Leben - Werk - Wirkung. 2. erw", pp.394~406 (2010), Auflage
  13. Gerhard Neumann, "Ausblicke. E.T.A. Hoffmanns letzte Erzahlung Des Vetters Eckfenster, In ‘Hoffmanneske Geschichte’. Zu einer Literaturwissenschaft als Kulturwissenschaft", pp.223~242 (2005), Wurzburg
  14. Gunter Oesterle, "Zur Historisierung asthetischer Wahrnehmung oder Der kalkulierte romantische Ruckgriff auf Sehmuster der Aufklarung, In Zur Historisierung asthetischer Wahrnehmung oder Der kalkulierte romantische Ruckgriff auf Sehmuster der Aufklarung", Der Deutschunterricht, 39, pp.84~110 (1987)
  15. Rolf Selbmann, "Diat mit Horaz. Zur Poetik von E.T.A. Hoffmanns Erzahlung Des Vetters Eckfenster, In E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch. Bd. 2", pp.69~77 (1994)
  16. Ulrich Stadler, "Die Aussicht als Einblick. Zu E.T.A. Hoffmanns spater Erzahlung Des Vetters Eckfenster", Zeitschrift fur deutsche Philologie, 105, pp.498~515 (1986)
  17. Hartmut Steinecke, "Kommentar, In E. T. A. Hoffmann: Samtliche Werke in sechs Banden. Bd. 6. Werke 1814-1822", pp.1413~1427 (2004), Frankfurt am Main
  18. Peter von Matt, "Die Augen der Automaten, In E.T.A. Hoffmanns Imaginationslehre als Prinzip seiner Erzahlkunst" (1971), Tubingen
  19. Hans Georg Werner, "E.T.A. Hoffmann, In Darstellung und Deutung der Wirklichkeit im dichterischen Werk" (1971), Weimar

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