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휴대폰 소설 ― 새 매체 속의 새로운 문학 장르

Der Handyroman ― Ein neues Genre in einem neuen Medium

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주제분류독일어와문학

초록

Mit der PC‐Kommunikation entwickelte sich in den 1990er Jahren erstmals eine Online‐Literatur, die interaktive Beziehungen zwischen Autoren und Lesern ermöglichte. Ende der 90er Jahre, als das Internet zunehmend populär wurde, entwickelte sich daraus eine Internet‐Literatur, einfach Net‐Literatur genannt, zum Beispiel der Hyperroman. Diese neue Form der Literatur fand besonders bei jugendlichen Lesern große Resonanz. Aus der Net‐Literatur entwickelte sich in jüngerer Zeit der Handyroman heraus. Diese Romanform innerhalb eines neuen Mediums entstand um das Jahr 2000 in Japan und hatte dort sogleich großen Erfolg. Dieser Erfolg verdankt sich vor allem dem neuen Verteilungsprozess: Anstatt zeitraubend und teuer über Druck und Buchhandlung nun zeitsparend und billig per Knopfdruck. Überdies ermöglicht eine digitale Publizierung ein Kontakt mit dem Autor. Während im herkömmlichen Literaturprozess der Kontakt mit dem Autor nur schwer oder gar nicht herzustellen ist, wird er im Falle des neuen Mediums geradezu provoziert, denn ein Autor bietet seine Literatur immer auf einer eigenen Website an. Die jugendlichen Nutzer der mobilen Geräte und ihr Hang zum Besitz immer neuesten Geräte fördert die Nutzung dieser neuen Literaturform. Damit erklärt es sich von selbst, dass sich Inhalt und Form dieser Literatur meistens an Interessen jugendlicher Leser orientiert. Dem entsprechend fällt die sprachliche Gestaltung dieser Literatur aus: Jungendliche Umgangssprache, Jargon, Slang sowie Emoticons. Schließlich bedient auch die Handlung dieser Romane jungendlichen Interessen und zielt auf Spannung und Spaß. Der junge Leser sucht leicht lesbare Geschichten, keine tiefer gehenden Reflexionen. Keine langwierigen Entwicklungsromane sind gefragt, sondern kurze Geschichten zum Vergnügen und zum schnellen Vergessen. In Deutschland knüpft der Handyroman an den Hyperroman der neunziger Jahre an. Bei dem Hyperroman fehlte jedoch das Bewusstsein dafür, wer als Hauptnutzer dieser Literatur in Frage käme. Auch die Geschmackskultur möglicher Leser blieb dabei außer Acht. Daran scheiterte letztlich die Etablierung des Hyperromans. Aber der japanische Erfolg der Handyromane bot neue Impulse. Im deutschsprachigen Bereich schreibt zum Beispiel der Germanist und Informationswissenschaftler Prof. Dr. Oliver Bendel Handyliteratur und orientiert sich dabei stofflich wie stillistisch an dem japanischen Modell. Die Arbeiten Bendels zielen vor allem auf eine Aktivierung des jugendlichen Lesers. Dies geschieht zum Beispiel durch Anreize, das Wikipedia‐Lexikon zu konsultieren oder im Internet zu recherchieren. Dabei beachtet er konsequent die funktionellen Möglichkeiten und Grenzen des Handys sowie das Unterhaltungsbedürfnis der Jugendlichen. Überdies versucht er, das neue literarische Genre an die traditionelle Jugendliteratur anzuschließen, verzichtet also nicht auf literarische Qualität. Der Handyroman kann also auch als Mittel dienen, literaturferne Jugendliche zum Lesen zu verführen. Doch ist Stoffwahl und sprachliche Qualität dieser Romane das Problem, von einigen Ausnahmen abgesehen. Fast alle Studenten, die vor Jahren gerne Handyromane gelesen haben, verfolgen dieses Genre nicht weiter. Um die positiven Möglichkeiten dieser neuen Art von Literatur zu nutzen, gilt es also, neue Inhalte und Formen zu entwickeln, die auch den Interessen älterer und anspruchsvollerer Leser gerecht werden. Das Beispiel O. Bendels kommt diesen Anforderungen nahe und scheint zukunftsweisend und entwicklungsfähig zu sein.

Abstract

Mit der PC‐Kommunikation entwickelte sich in den 1990er Jahren erstmals eine Online‐Literatur, die interaktive Beziehungen zwischen Autoren und Lesern ermöglichte. Ende der 90er Jahre, als das Internet zunehmend populär wurde, entwickelte sich daraus eine Internet‐Literatur, einfach Net‐Literatur genannt, zum Beispiel der Hyperroman. Diese neue Form der Literatur fand besonders bei jugendlichen Lesern große Resonanz. Aus der Net‐Literatur entwickelte sich in jüngerer Zeit der Handyroman heraus. Diese Romanform innerhalb eines neuen Mediums entstand um das Jahr 2000 in Japan und hatte dort sogleich großen Erfolg. Dieser Erfolg verdankt sich vor allem dem neuen Verteilungsprozess: Anstatt zeitraubend und teuer über Druck und Buchhandlung nun zeitsparend und billig per Knopfdruck. Überdies ermöglicht eine digitale Publizierung ein Kontakt mit dem Autor. Während im herkömmlichen Literaturprozess der Kontakt mit dem Autor nur schwer oder gar nicht herzustellen ist, wird er im Falle des neuen Mediums geradezu provoziert, denn ein Autor bietet seine Literatur immer auf einer eigenen Website an. Die jugendlichen Nutzer der mobilen Geräte und ihr Hang zum Besitz immer neuesten Geräte fördert die Nutzung dieser neuen Literaturform. Damit erklärt es sich von selbst, dass sich Inhalt und Form dieser Literatur meistens an Interessen jugendlicher Leser orientiert. Dem entsprechend fällt die sprachliche Gestaltung dieser Literatur aus: Jungendliche Umgangssprache, Jargon, Slang sowie Emoticons. Schließlich bedient auch die Handlung dieser Romane jungendlichen Interessen und zielt auf Spannung und Spaß. Der junge Leser sucht leicht lesbare Geschichten, keine tiefer gehenden Reflexionen. Keine langwierigen Entwicklungsromane sind gefragt, sondern kurze Geschichten zum Vergnügen und zum schnellen Vergessen. In Deutschland knüpft der Handyroman an den Hyperroman der neunziger Jahre an. Bei dem Hyperroman fehlte jedoch das Bewusstsein dafür, wer als Hauptnutzer dieser Literatur in Frage käme. Auch die Geschmackskultur möglicher Leser blieb dabei außer Acht. Daran scheiterte letztlich die Etablierung des Hyperromans. Aber der japanische Erfolg der Handyromane bot neue Impulse. Im deutschsprachigen Bereich schreibt zum Beispiel der Germanist und Informationswissenschaftler Prof. Dr. Oliver Bendel Handyliteratur und orientiert sich dabei stofflich wie stillistisch an dem japanischen Modell. Die Arbeiten Bendels zielen vor allem auf eine Aktivierung des jugendlichen Lesers. Dies geschieht zum Beispiel durch Anreize, das Wikipedia‐Lexikon zu konsultieren oder im Internet zu recherchieren. Dabei beachtet er konsequent die funktionellen Möglichkeiten und Grenzen des Handys sowie das Unterhaltungsbedürfnis der Jugendlichen. Überdies versucht er, das neue literarische Genre an die traditionelle Jugendliteratur anzuschließen, verzichtet also nicht auf literarische Qualität. Der Handyroman kann also auch als Mittel dienen, literaturferne Jugendliche zum Lesen zu verführen. Doch ist Stoffwahl und sprachliche Qualität dieser Romane das Problem, von einigen Ausnahmen abgesehen. Fast alle Studenten, die vor Jahren gerne Handyromane gelesen haben, verfolgen dieses Genre nicht weiter. Um die positiven Möglichkeiten dieser neuen Art von Literatur zu nutzen, gilt es also, neue Inhalte und Formen zu entwickeln, die auch den Interessen älterer und anspruchsvollerer Leser gerecht werden. Das Beispiel O. Bendels kommt diesen Anforderungen nahe und scheint zukunftsweisend und entwicklungsfähig zu sein.

참고문헌 (24)

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