괴테의 『베르터』에 나타난 성서적 표현과 그 의미 ― 성서적 암시를 통해서 본 베르터의 죽음
Bibelsprache und deren Bedeutung in Goethes Werther ― Werthers Tod anhand biblischer Anspielungen betrachtet
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초록
Die Autoren des ‘Sturm und Drang’ wie Goethe u. a. gehören zu den Beobachtern einer fortschreitenden Kritik an der dogmatischen Tradition, die sich in der Abfolge von Wolffianismus, Neologie und Rationalismus beschreiben lässt. Goethes autobiografisch gefärbter, auf große Resonanz stoßender Briefroman über die Leiden des jungen Werthers verarbeitete nicht nur Protesthaltungen der jungen Generation, sondern zugleich die Aporie eines leidenschaftlich imaginierten, lebensweltlich aber nicht auszulebenden Glücksverlangens des Subjekts, wobei die Anspielungen auf das Leiden Christi und die Verwendung der Abendmahlssymbole bei der Darstellung des Selbstmords den Skandal der Tabuverletzung keineswegs milderten. Die vorliegende Arbeit befasst sich damit, Werthers Tod und dessen Bedeutung aus der Perspektive der Bibelsprache zu betrachten, um die Gedankenwelt des Sturm und Drang, die hinter dem Werther steckt, zu konkretisieren. Diese Betrachtungen gliedern sich in die folgenden zwei Abschnitte. Im ersten Abschnitt wird versucht, die Relation zwischen Werther und Jesu Christo im Hinblick auf den Tod Werthers mittels der biblischen Anspielungen herauszustellen. So gibt es im zweiten Teil des Romans zahlreiche Stellen, wo Werther Trost und Hilfe in der Heiligen Schrift sucht und sein Leiden zum Beispiel in Erinnerung an Christi Leiden deutet. Denn Christus ist das sakrale Urbild, von dessen Aura die profanen Liebesleiden Werthers ebenso verklärt sind wie sein Scheitern an der Gesellschaft. Die Verstärkung seiner eigenen Leiden rückt Werther in die Nähe des Schmerzenmannes, und er zögert nicht lange, sein eigenes Leiden mit dem Leiden Jesu in Gethsemane zu vergleichen, und glaubt, dass auch er sein Leben aus Liebe zu seinen Nächsten hingibt. All das war an den ausgewählten Passagen dieses Werkes im ersten Abschnitt der vorliegenden Arbeit zu beobachten. Aber es war auch noch zu konstatieren, dass sich Werther nicht an Christus, nicht an den Mittler zwischen Gott und den Menschen richtet. Vielmehr wendet er sich sowohl Jesu, der gottverlassenen und gepeinigten Kreatur, zu, als auch unmittelbar Gott dem Vater, der alle Menschen als seine Kinder ansieht. Werther bezweckt damit, die göttliche Natur Christi nicht anzuerkennen und dafür den Menschen zu vergöttlichen, was das Christentum wohl kaum zulassen kann. Im zweiten Abschnitt wird die Beziehung zwischen Werther und Gott dem Vater, der ersten Person der Trinität, dargestellt, und zwar ebenfalls im Hinblick auf den Selbstmord Werthers und die damit im Zusammenhang stehenden biblischen Anspielungen. Gott der Vater wird in diesem Werk unter Absolutierung der väterlichen Eigenschaft verzeihender Liebe aufgefasst und dargestellt in Analogie zu dem “Vater” im Gleichnis “Der Verlorene Sohn”. Damit erscheint Gott der Vater als letzte Zuflucht, letzte Heimat, letzter Beichtvater, letzter und höchster Richter, der auch bzw. gerade auch die in der Welt Gescheiterten nicht verstößt. Während die zweite Person der Trinität Jesus Christus in diesem Werk insgesamt viermal erwähnt wird, wird die erste Person insgesamt einundsechzigmal erwähnt. Diesbezüglich ist auch festzustellen, dass Jesus Christus im Gegensatz zur ersten Person der Trinität auch niemals von Werther angerufen wird, sondern nur einbezogen und insbesondere auch nicht, wie die erste Person der Trinität, durch ihr Werk erfahren und erfasst wird. Die Bezeichnung ‘Erlösung’ kommt im Werthertext weder vor noch liegt in ihr die eigentliche Bedeutung der zweiten Person der Trinität. Dies bedeutet, dass Goethe Werthers Liebe und Tod mittels der unvergleichbaren Autorität Gottes verklären und vergeistigen wollte. Es geht Werther also um die Verabsolutierung der Liebe, weil die Liebe für Werther schlechthin alles bedeutet.
Abstract
Die Autoren des ‘Sturm und Drang’ wie Goethe u. a. gehören zu den Beobachtern einer fortschreitenden Kritik an der dogmatischen Tradition, die sich in der Abfolge von Wolffianismus, Neologie und Rationalismus beschreiben lässt. Goethes autobiografisch gefärbter, auf große Resonanz stoßender Briefroman über die Leiden des jungen Werthers verarbeitete nicht nur Protesthaltungen der jungen Generation, sondern zugleich die Aporie eines leidenschaftlich imaginierten, lebensweltlich aber nicht auszulebenden Glücksverlangens des Subjekts, wobei die Anspielungen auf das Leiden Christi und die Verwendung der Abendmahlssymbole bei der Darstellung des Selbstmords den Skandal der Tabuverletzung keineswegs milderten. Die vorliegende Arbeit befasst sich damit, Werthers Tod und dessen Bedeutung aus der Perspektive der Bibelsprache zu betrachten, um die Gedankenwelt des Sturm und Drang, die hinter dem Werther steckt, zu konkretisieren. Diese Betrachtungen gliedern sich in die folgenden zwei Abschnitte. Im ersten Abschnitt wird versucht, die Relation zwischen Werther und Jesu Christo im Hinblick auf den Tod Werthers mittels der biblischen Anspielungen herauszustellen. So gibt es im zweiten Teil des Romans zahlreiche Stellen, wo Werther Trost und Hilfe in der Heiligen Schrift sucht und sein Leiden zum Beispiel in Erinnerung an Christi Leiden deutet. Denn Christus ist das sakrale Urbild, von dessen Aura die profanen Liebesleiden Werthers ebenso verklärt sind wie sein Scheitern an der Gesellschaft. Die Verstärkung seiner eigenen Leiden rückt Werther in die Nähe des Schmerzenmannes, und er zögert nicht lange, sein eigenes Leiden mit dem Leiden Jesu in Gethsemane zu vergleichen, und glaubt, dass auch er sein Leben aus Liebe zu seinen Nächsten hingibt. All das war an den ausgewählten Passagen dieses Werkes im ersten Abschnitt der vorliegenden Arbeit zu beobachten. Aber es war auch noch zu konstatieren, dass sich Werther nicht an Christus, nicht an den Mittler zwischen Gott und den Menschen richtet. Vielmehr wendet er sich sowohl Jesu, der gottverlassenen und gepeinigten Kreatur, zu, als auch unmittelbar Gott dem Vater, der alle Menschen als seine Kinder ansieht. Werther bezweckt damit, die göttliche Natur Christi nicht anzuerkennen und dafür den Menschen zu vergöttlichen, was das Christentum wohl kaum zulassen kann. Im zweiten Abschnitt wird die Beziehung zwischen Werther und Gott dem Vater, der ersten Person der Trinität, dargestellt, und zwar ebenfalls im Hinblick auf den Selbstmord Werthers und die damit im Zusammenhang stehenden biblischen Anspielungen. Gott der Vater wird in diesem Werk unter Absolutierung der väterlichen Eigenschaft verzeihender Liebe aufgefasst und dargestellt in Analogie zu dem “Vater” im Gleichnis “Der Verlorene Sohn”. Damit erscheint Gott der Vater als letzte Zuflucht, letzte Heimat, letzter Beichtvater, letzter und höchster Richter, der auch bzw. gerade auch die in der Welt Gescheiterten nicht verstößt. Während die zweite Person der Trinität Jesus Christus in diesem Werk insgesamt viermal erwähnt wird, wird die erste Person insgesamt einundsechzigmal erwähnt. Diesbezüglich ist auch festzustellen, dass Jesus Christus im Gegensatz zur ersten Person der Trinität auch niemals von Werther angerufen wird, sondern nur einbezogen und insbesondere auch nicht, wie die erste Person der Trinität, durch ihr Werk erfahren und erfasst wird. Die Bezeichnung ‘Erlösung’ kommt im Werthertext weder vor noch liegt in ihr die eigentliche Bedeutung der zweiten Person der Trinität. Dies bedeutet, dass Goethe Werthers Liebe und Tod mittels der unvergleichbaren Autorität Gottes verklären und vergeistigen wollte. Es geht Werther also um die Verabsolutierung der Liebe, weil die Liebe für Werther schlechthin alles bedeutet.
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