(문명)사회와의 결별, 욕망의 발견 - 모니카 마론의 『슬픈 짐승』에 나타난 통일독일에서의 정체성 탐색
Der Abschied von der (zivilisierten) Gesellschaft und die Entdeckung der Begierde - Identitätssuche im vereinigten Deutschland in Animal triste von Monika Maron
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초록
In Animal triste (1996) thematisiert Monika Maron die unmögliche Liebe zwischen der Ich-Erzählerin, einer Ostberliner Paläontologin, und ihrem Gelieten Franz, einem Ulmer Ameisenforscher. Nach seinem Tod zieht sie sich in ihre Wohnung zurück und erinnert sich an ihre Begegnung und leidenschaftliche Liebe. So befindet sich die Hauptfigur in einem Zustand der Isolation von der Außenwelt, obwohl sich die Welt durch den Mauerfall geöffnet hat. Diese private Beziehung hängt eng mit der deutschen Geschichte zusammen: Die Kindheit nach dem zweiten Weltkrieg, das Leben im Osten und im Westen, schließlich die Wiedervereinigung. So wird hier beschrieben, dass diese Liebe als Ost-West-Begegnung fungiert. Der Fall der Mauer bietet der Ich-Erzählerin die Möglichkeit, nicht mehr ideologisch geführt zu leben, sondern individueller Begierde zu folgen. Sie entdeckt die triebhafte Liebe, die als Kompensation für alle Mängel der Vergangenheit erscheint. Dadurch wird bei Maron die Wende weniger als ein politisches Ereignis denn als die Chance beschrieben, sich individuellem Glück zu widmen, was im System der DDR nicht ohne Weiteres möglich war. In der verspäteten Jugendliebe erfährt die Ich-Erzählerin die körperliche, triebhafte, gar tierische Liebe, die aber in der Zivilisationsentwicklung unterdrückt und gezähmt werden muss - auf diese Weise erklärt sich auch der Titel Animal triste. Dieser Versuch entblößt sich bald jedoch als eine Illusion: Neben dem Sozialismus die zweite Desillusionierung. Denn trotz der intensiven Liebesbeziehung kommt die Ich-Erzählerin weder zu dem ersehnten Glück noch zu einer gleichwertigen Partnerschaft, sondern zu einer Unterwerfung der ‘Ostfrau’ unter den ‘Westmann’. Die beiden können auch nicht das unterschiedliche kulturelle Gedächtnis überwinden. Außerdem wird eine unsichtbare Grenze zwischen der zivilisierten Welt (West/Mann) und der barbarischen (Ost/Frau) festgestellt. Auf diese Weise wird die neue, imaginäre Gemeinschaft zwischen Ost und West als Illusion dargestellt. Die Suche nach einer Identität des vereinigten Deutschlands scheint gescheitert zu sein.
Abstract
In Animal triste (1996) thematisiert Monika Maron die unmögliche Liebe zwischen der Ich-Erzählerin, einer Ostberliner Paläontologin, und ihrem Gelieten Franz, einem Ulmer Ameisenforscher. Nach seinem Tod zieht sie sich in ihre Wohnung zurück und erinnert sich an ihre Begegnung und leidenschaftliche Liebe. So befindet sich die Hauptfigur in einem Zustand der Isolation von der Außenwelt, obwohl sich die Welt durch den Mauerfall geöffnet hat. Diese private Beziehung hängt eng mit der deutschen Geschichte zusammen: Die Kindheit nach dem zweiten Weltkrieg, das Leben im Osten und im Westen, schließlich die Wiedervereinigung. So wird hier beschrieben, dass diese Liebe als Ost-West-Begegnung fungiert. Der Fall der Mauer bietet der Ich-Erzählerin die Möglichkeit, nicht mehr ideologisch geführt zu leben, sondern individueller Begierde zu folgen. Sie entdeckt die triebhafte Liebe, die als Kompensation für alle Mängel der Vergangenheit erscheint. Dadurch wird bei Maron die Wende weniger als ein politisches Ereignis denn als die Chance beschrieben, sich individuellem Glück zu widmen, was im System der DDR nicht ohne Weiteres möglich war. In der verspäteten Jugendliebe erfährt die Ich-Erzählerin die körperliche, triebhafte, gar tierische Liebe, die aber in der Zivilisationsentwicklung unterdrückt und gezähmt werden muss - auf diese Weise erklärt sich auch der Titel Animal triste. Dieser Versuch entblößt sich bald jedoch als eine Illusion: Neben dem Sozialismus die zweite Desillusionierung. Denn trotz der intensiven Liebesbeziehung kommt die Ich-Erzählerin weder zu dem ersehnten Glück noch zu einer gleichwertigen Partnerschaft, sondern zu einer Unterwerfung der ‘Ostfrau’ unter den ‘Westmann’. Die beiden können auch nicht das unterschiedliche kulturelle Gedächtnis überwinden. Außerdem wird eine unsichtbare Grenze zwischen der zivilisierten Welt (West/Mann) und der barbarischen (Ost/Frau) festgestellt. Auf diese Weise wird die neue, imaginäre Gemeinschaft zwischen Ost und West als Illusion dargestellt. Die Suche nach einer Identität des vereinigten Deutschlands scheint gescheitert zu sein.
참고문헌 (15)
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