부적절한 고백록, 카오스를 형성하는 소설, 부치지 않은 편지 - 슐레겔의 『루친데』 다시 읽기
Die ungeschickten Bekenntnisse, der ungeschickte Bildungsroman, die nicht abgeschickten Briefe - Friedrich Schlegels Lucinde
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초록
Friedrich Schlegels Lucinde ist ein unvollendeter Roman, der aus 19heterogenen und fragmentarischen Texten sowie Bruchstücken aus demNachlass chaotisch zusammengesetzt ist. Diese Untersuchung betracht seinenUntertitel Bekenntnisse eines Ungeschickten als ein vollendetes Fragment, umdadurch so reiche Erklärungen wie möglich zu entdecken. Die Arbeitbeschäftigt sich vor allem mit der Funktion des ‘Bekenntnisses’ und demsemantischen Feld von ‘ungeschickt’ – den beiden Stichwörtern im Unteritel–, und reinterpretiert damit den ganzen Roman: Lucinde ist ein unangemessesund unbeholfenes Bekenntnis des Protagonisten Julius, ein nicht gesendeterBrief, ein unordentlicher Roman von Schlegel und ein Text, in dem derUnbegabte seine (Schlegels) Angst symptomatisch zeigt. Erstens über das Bekenntnis: Nach Foucault ist der erste Funktion desBekenntnisses in der westlichen Gesellschaft die Produktion von der Wahrheit. Durch die Sprechhandlung des Bekenntnisses erschafft das Individuum eineWahrheit über sich selbst und sie wird als sein Eigentum anerkannt. In einerbekenntnishaften Erzählung erwarten die Leser eine einzelne autobiografischeIcherzählung. Aber Lucinde folgt nicht dieser Tradition. Julius spaltet sichzwischen der ersten Person und der dritten Person. Im Text klingt nicht nurseine Stimme, sondern es mischen sich auch die Stimmen von anderen mit ein. Daher hat das Subjekt des Bekenntnisses im Roman keinen Erfolg, die Wahrheit über sich selbst als sein Eigentum und damit eine einzigeindividualisierte Identität zu beanspruchen. Zweitens über ‘ungeschickt’: Das Verb ‘schicken,’ von dem sich‘ungeschickt’ ableitet, hat zwei Bedeutungen: ‘senden’ und ‘ordnen.’ ImAnschluss an ‘senden’ bedeutet ‘schicken’ eigentlich, dass Gott etwas an denMensch vergibt. Zum Beispiel verleiht Gott dem Mensch ein Schicksal oder einGeschick genauso wie ein Geschenk. An diesem Punkt erklärt es sich, weshalbdie Bedeutung von ‘ungeschickt’ keine Beziehung auf die Sendung hat,sondern ‘unangemessen,’ ‘stümperhaft’ oder ‘unbeholfen’ bedeutet. DerUngeschickte ist ein Mensch, der von Gott keine Begabung bekommen hat. Hinter der Begeisterung von Julius für das schöne Chaos und die Verwirrungwird die tragische Erkenntniss verborgen, dass ihm die Begabung fehlt, dieliterarische Form ordentlich und wohl gebildet hervorzubringen. Lucinde ist ein chaotisches Bekenntnis des Unbegabten sowie einungeordneter Pack Briefe. Dieser Roman besteht aus den Fragmentenverschiedener Briefe, nicht nur von Julius an Lucinde, sondern auch vonBriefen, deren Absender oder Empfänger ungenannt bleiben. Den nach demTode von Schlegel nachgelassenen unvollendeten Briefen ist es bestimmt,niemals ihr Schicksak erfüllen und dorthin gelangen zu können, wohin siebestimmt waren.
Abstract
Friedrich Schlegels Lucinde ist ein unvollendeter Roman, der aus 19heterogenen und fragmentarischen Texten sowie Bruchstücken aus demNachlass chaotisch zusammengesetzt ist. Diese Untersuchung betracht seinenUntertitel Bekenntnisse eines Ungeschickten als ein vollendetes Fragment, umdadurch so reiche Erklärungen wie möglich zu entdecken. Die Arbeitbeschäftigt sich vor allem mit der Funktion des ‘Bekenntnisses’ und demsemantischen Feld von ‘ungeschickt’ – den beiden Stichwörtern im Unteritel–, und reinterpretiert damit den ganzen Roman: Lucinde ist ein unangemessesund unbeholfenes Bekenntnis des Protagonisten Julius, ein nicht gesendeterBrief, ein unordentlicher Roman von Schlegel und ein Text, in dem derUnbegabte seine (Schlegels) Angst symptomatisch zeigt. Erstens über das Bekenntnis: Nach Foucault ist der erste Funktion desBekenntnisses in der westlichen Gesellschaft die Produktion von der Wahrheit. Durch die Sprechhandlung des Bekenntnisses erschafft das Individuum eineWahrheit über sich selbst und sie wird als sein Eigentum anerkannt. In einerbekenntnishaften Erzählung erwarten die Leser eine einzelne autobiografischeIcherzählung. Aber Lucinde folgt nicht dieser Tradition. Julius spaltet sichzwischen der ersten Person und der dritten Person. Im Text klingt nicht nurseine Stimme, sondern es mischen sich auch die Stimmen von anderen mit ein. Daher hat das Subjekt des Bekenntnisses im Roman keinen Erfolg, die Wahrheit über sich selbst als sein Eigentum und damit eine einzigeindividualisierte Identität zu beanspruchen. Zweitens über ‘ungeschickt’: Das Verb ‘schicken,’ von dem sich‘ungeschickt’ ableitet, hat zwei Bedeutungen: ‘senden’ und ‘ordnen.’ ImAnschluss an ‘senden’ bedeutet ‘schicken’ eigentlich, dass Gott etwas an denMensch vergibt. Zum Beispiel verleiht Gott dem Mensch ein Schicksal oder einGeschick genauso wie ein Geschenk. An diesem Punkt erklärt es sich, weshalbdie Bedeutung von ‘ungeschickt’ keine Beziehung auf die Sendung hat,sondern ‘unangemessen,’ ‘stümperhaft’ oder ‘unbeholfen’ bedeutet. DerUngeschickte ist ein Mensch, der von Gott keine Begabung bekommen hat. Hinter der Begeisterung von Julius für das schöne Chaos und die Verwirrungwird die tragische Erkenntniss verborgen, dass ihm die Begabung fehlt, dieliterarische Form ordentlich und wohl gebildet hervorzubringen. Lucinde ist ein chaotisches Bekenntnis des Unbegabten sowie einungeordneter Pack Briefe. Dieser Roman besteht aus den Fragmentenverschiedener Briefe, nicht nur von Julius an Lucinde, sondern auch vonBriefen, deren Absender oder Empfänger ungenannt bleiben. Den nach demTode von Schlegel nachgelassenen unvollendeten Briefen ist es bestimmt,niemals ihr Schicksak erfüllen und dorthin gelangen zu können, wohin siebestimmt waren.
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