소설이론의 소설 「루친데」 연구
Lucinde als Roman der Romantheorie
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초록
Schlegels einziger Roman Lucinde gilt als Roman der frühromantischen Romantheorie par excellence, dessen Form fast wie eine Mischung von Schlüsselroman und Kunstroman ist, wie W. Benjamin einmal A. Bretons Roman Nadja so genannt hat. Obwohl der Inhalt des Romans die frühromantische Liebesauffassung beschreibt, lässt sich doch zugleich auch die frühromantische Romantheorie als Hauptinhalt des Romans ablesen. Überblickt man die Rezeptionsgeschichte der Lucinde, so kann man leicht feststellen, dass sie eine unglückliche, unrechte Kritik erfahren hat. Vor allem zeigten Schiller und Hegel die unverhohlene Feindseligkeit gegenüber der “formlosen, bewußtlosen Poesie” der Frühromantik. Sie behielten die konservative ästhetische Perspektive, d.h. den Geist der Kongruenz von Literatur und Wirklichkeit, Form und Inhalt im Auge. Aber es ist die bedeutsame Errungenschaft der Frühromantik, dass sie nicht nur gesellschaftlich-moralische Ordnungen und Werte über den Haufen wirft, sondern auch ästhetisch-innovative Formen experimentiert, die erst nach einem Jahrhundert in den modernen Kunstwerken von Avantgarde und Expressionismus zu finden sind. Die Lucinde als “ästhetische Ungeheuerlichkeit bzw. Míßgeburt” oder “ästhetischer Frevel” wird eigentlich durch das Prinzip von Chaos, Verwirrung und Phantasie konstruiert, deren ästhetische Form nichts anderes als die Arabeske ist, die in Schlegels Schrift Gespräch über die Poesie so mehrmals betont ist. Sowohl durch die Mischung der verschiedenen Formen wie Essay, Dialog, Reflexion, Erzählung, Brief etc., als auch durch die allegorische Sprache und Figuration wird die frühromantische Romantheorie im Roman selbst dargestellt und thematisiert. Dies entspricht gerade der Selbstbespiegelung der Poesie, d.h. der Poesie der Poesie. Die Lucinde hat insofern eine enorme antizipatorische Kraft, als sie ihrer Anlage und Gestalt nach verschiedenen Romanen des 20. Jahrhunderts näher verwandt ist. Hätte man doch früher ihre modernen ästhetischen Aspekte gefunden und anerkannt, so hätte sie mehr Einfluss auf Produktion und Rezeption der Kunst ausüben können.
Abstract
Schlegels einziger Roman Lucinde gilt als Roman der frühromantischen Romantheorie par excellence, dessen Form fast wie eine Mischung von Schlüsselroman und Kunstroman ist, wie W. Benjamin einmal A. Bretons Roman Nadja so genannt hat. Obwohl der Inhalt des Romans die frühromantische Liebesauffassung beschreibt, lässt sich doch zugleich auch die frühromantische Romantheorie als Hauptinhalt des Romans ablesen. Überblickt man die Rezeptionsgeschichte der Lucinde, so kann man leicht feststellen, dass sie eine unglückliche, unrechte Kritik erfahren hat. Vor allem zeigten Schiller und Hegel die unverhohlene Feindseligkeit gegenüber der “formlosen, bewußtlosen Poesie” der Frühromantik. Sie behielten die konservative ästhetische Perspektive, d.h. den Geist der Kongruenz von Literatur und Wirklichkeit, Form und Inhalt im Auge. Aber es ist die bedeutsame Errungenschaft der Frühromantik, dass sie nicht nur gesellschaftlich-moralische Ordnungen und Werte über den Haufen wirft, sondern auch ästhetisch-innovative Formen experimentiert, die erst nach einem Jahrhundert in den modernen Kunstwerken von Avantgarde und Expressionismus zu finden sind. Die Lucinde als “ästhetische Ungeheuerlichkeit bzw. Míßgeburt” oder “ästhetischer Frevel” wird eigentlich durch das Prinzip von Chaos, Verwirrung und Phantasie konstruiert, deren ästhetische Form nichts anderes als die Arabeske ist, die in Schlegels Schrift Gespräch über die Poesie so mehrmals betont ist. Sowohl durch die Mischung der verschiedenen Formen wie Essay, Dialog, Reflexion, Erzählung, Brief etc., als auch durch die allegorische Sprache und Figuration wird die frühromantische Romantheorie im Roman selbst dargestellt und thematisiert. Dies entspricht gerade der Selbstbespiegelung der Poesie, d.h. der Poesie der Poesie. Die Lucinde hat insofern eine enorme antizipatorische Kraft, als sie ihrer Anlage und Gestalt nach verschiedenen Romanen des 20. Jahrhunderts näher verwandt ist. Hätte man doch früher ihre modernen ästhetischen Aspekte gefunden und anerkannt, so hätte sie mehr Einfluss auf Produktion und Rezeption der Kunst ausüben können.
참고문헌 (21)
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