죄에 대한 논쟁 - 지크프리트 렌츠의『죄 없는 자들의 시대』를 중심으로
Debatte über die Schuld - am Beispiel von Siegfried Lenz’ Zeit der Schuldlosen
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초록
Lenz hofft auf die Erziehbarkeit des Menschen, ist überzeugt von derNotwendigkeit und sondiert die Möglichkeiten einer Erweckung undVerfeinerung des Gewissens. Deshalb unterwirft er seine Figuren gewissenBewährungsproben, extremen Situationen, um zu erforschen, ob und wie siebestehen. Man erwarte aber nicht, daß derjenige, der in der Bewährungsprobedie Gleichgültigkeit überwindet und zur Tat schreitet, gänzlich von Schuldfreigesprochen wird. Niemand ist schuldlos. Gleichgültigkeit wie Handlungziehen Schuld nach sich. Art und Grad der Schuld aber werden durch dieinnere Einstellung bestimmt. Der engagierte, handelnde Mensch ist schuldig,weil Handlung schuldig macht. Der indifferente, nicht-handelnde Mensch istunschuldig vor dem Gesetz, sein Mangel an Engagement macht ihn jedoch immetaphysischen Sinne schuldig. Wenden wir uns nun dem Werk von Lenz zu, in welchem derSchuldgedanke, wie er ihn sieht, am konsequentesten abgehandelt und bis zulogischen Ende durchgeführt wird. Das geschieht in dem Hör- und SchauspielZeit der Schuldlosen. Es gelingt Lenz, vor allem mit Hilfe des sehr geschickt angewendetenStilmittels, das allmähliche Versagen und langsame Umfallen der neunSchuldlosen überzeugend darzustellen. Es handelt sich um Attentat in der Zeit der Schuldlosen. Das Attentatmißlingt. Aber Lenz meint nicht, indem er den Mordanschlag fehlgehen läßt, daß er Tyrannenmord nicht zulässig ist. Fest steht, daß erst dieAttentatsversuche die extreme Situationen hervorrufen, mit denen sich dieSchuldlosen auseinanderzusetzen haben. Schließlich können auch passiverWiderstand politisch wirksam sein und gleichzeitig den Anspruch desMenschen auf Wiedererlangung seiner Freiheit und Erhaltung seiner Würdebekräftigen, ohne das Leben der Unbeteiligter aufs Spiel zu setzen. Es ist alsosicher so gemeint, daß jeder Gewaltakt gegen menschliches Leben eine Schulddarstellt, die größere Schuld nach sich ziehen muß. Leben ist Schuld. In diesemWerk will dieser Autor die Frage nach der Erbsünde aus moderner,existentieller Sicht stellen.
Abstract
Lenz hofft auf die Erziehbarkeit des Menschen, ist überzeugt von derNotwendigkeit und sondiert die Möglichkeiten einer Erweckung undVerfeinerung des Gewissens. Deshalb unterwirft er seine Figuren gewissenBewährungsproben, extremen Situationen, um zu erforschen, ob und wie siebestehen. Man erwarte aber nicht, daß derjenige, der in der Bewährungsprobedie Gleichgültigkeit überwindet und zur Tat schreitet, gänzlich von Schuldfreigesprochen wird. Niemand ist schuldlos. Gleichgültigkeit wie Handlungziehen Schuld nach sich. Art und Grad der Schuld aber werden durch dieinnere Einstellung bestimmt. Der engagierte, handelnde Mensch ist schuldig,weil Handlung schuldig macht. Der indifferente, nicht-handelnde Mensch istunschuldig vor dem Gesetz, sein Mangel an Engagement macht ihn jedoch immetaphysischen Sinne schuldig. Wenden wir uns nun dem Werk von Lenz zu, in welchem derSchuldgedanke, wie er ihn sieht, am konsequentesten abgehandelt und bis zulogischen Ende durchgeführt wird. Das geschieht in dem Hör- und SchauspielZeit der Schuldlosen. Es gelingt Lenz, vor allem mit Hilfe des sehr geschickt angewendetenStilmittels, das allmähliche Versagen und langsame Umfallen der neunSchuldlosen überzeugend darzustellen. Es handelt sich um Attentat in der Zeit der Schuldlosen. Das Attentatmißlingt. Aber Lenz meint nicht, indem er den Mordanschlag fehlgehen läßt, daß er Tyrannenmord nicht zulässig ist. Fest steht, daß erst dieAttentatsversuche die extreme Situationen hervorrufen, mit denen sich dieSchuldlosen auseinanderzusetzen haben. Schließlich können auch passiverWiderstand politisch wirksam sein und gleichzeitig den Anspruch desMenschen auf Wiedererlangung seiner Freiheit und Erhaltung seiner Würdebekräftigen, ohne das Leben der Unbeteiligter aufs Spiel zu setzen. Es ist alsosicher so gemeint, daß jeder Gewaltakt gegen menschliches Leben eine Schulddarstellt, die größere Schuld nach sich ziehen muß. Leben ist Schuld. In diesemWerk will dieser Autor die Frage nach der Erbsünde aus moderner,existentieller Sicht stellen.
참고문헌 (23)
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- Wagener, Hans, "Siegfried Lenz" (1976)
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