의무관과 인간애 - 지크프리트 렌츠의 『종전』을 중심으로
Pflichtauffassung und Humanität - Am Beispiel von Siegfried Lenz' Ein Kriegsende
0
조회
0
다운로드
2
인용
0
참고문헌
키워드
초록
Ein Kriegsende (1984) wurde vier Jahre nach dem Tode des letzten Staatsoberhaupts des Deutschen Reiches, Großadmiral Karl Dönitz, im Zusammenhang mit der historischen und moralischen Diskussion innerhalb der BRD über die Flucht und Vertreibung von Millionen Deutschen aus den deutschen Ostgebieten veröffentlicht. In dem Werk, dessen fiktive Handlung sich zeitlich in den tatsächlichen Geschichtsverlauf einbetten lässt, versteht es Siegfried Lenz, die Begriffsinhalte von Pflichtauffassung und Humanität miteinander zu verbinden, sie aber gleichzeitig durch zwei Hauptfiguren jeweils unterschiedlich zu rechtfertigen und wieder eine Frage zu stellen. Lenz setzt hier zwei unterschiedlich humanitär intendierte Pflichtauffassungen konfliktreich zueinander ins Verhältnis. Tatsächlich ist in diesem Werk die Gesetzeslage eindeutig. Der militärische Befehl beruht auf humaner Motivation. Der Hauptbeweggrund des Kommandanten für seine Handlungsweise basiert nicht auf militärischer Befehlsverabsolutierung im Sinne von Kadavergehorsam, sondern auf seinem Verantwortungsbewusstsein, in Not geratenen Menschen helfen zu müssen. Dass er trotz erdrückender Feindüberlegenheit das Risiko für sein Schiff, seine Besatzung und für seine eigene Person auf sich nimmt und die Verantwortung für die Rettungsaktion trägt, ist ein besonderes Mermal für die Selbstlosigkeit und Aufrichtigkeit dieses Mannes. Der im Titel des Werks bewusst verwendete unbestimmte Artikel besagt, dass es sich hierbei um ein mögliches (und glaubwürdiges) Ende des Krieges handelt. Zum Steuermann meint der Marinerichter: “Männern wie Ihrem Kommandanten ist es zu verdanken, daß Hunderttausende in Sicherheit gebracht wurden - Männern wie ihm, die bereit waren, etwas zu riskieren, sich notfalls zu opfern.” Die Erkenntnisse der Geschichtsforschung stimmen mit dieser Aussage überein. In der Tat konnte das scheinbar unabwendbare Kriegsende vieler, die verwundet und eingekesselt und auf Hilfe angewiesen waren, in ein hoffnungsvolleres Kriegsende abgewandelt werden. Dieses Phänomen unterstreicht, dass Pflichterfüllung keineswegs konträr zu Humanität verstanden werden muss.
Abstract
Ein Kriegsende (1984) wurde vier Jahre nach dem Tode des letzten Staatsoberhaupts des Deutschen Reiches, Großadmiral Karl Dönitz, im Zusammenhang mit der historischen und moralischen Diskussion innerhalb der BRD über die Flucht und Vertreibung von Millionen Deutschen aus den deutschen Ostgebieten veröffentlicht. In dem Werk, dessen fiktive Handlung sich zeitlich in den tatsächlichen Geschichtsverlauf einbetten lässt, versteht es Siegfried Lenz, die Begriffsinhalte von Pflichtauffassung und Humanität miteinander zu verbinden, sie aber gleichzeitig durch zwei Hauptfiguren jeweils unterschiedlich zu rechtfertigen und wieder eine Frage zu stellen. Lenz setzt hier zwei unterschiedlich humanitär intendierte Pflichtauffassungen konfliktreich zueinander ins Verhältnis. Tatsächlich ist in diesem Werk die Gesetzeslage eindeutig. Der militärische Befehl beruht auf humaner Motivation. Der Hauptbeweggrund des Kommandanten für seine Handlungsweise basiert nicht auf militärischer Befehlsverabsolutierung im Sinne von Kadavergehorsam, sondern auf seinem Verantwortungsbewusstsein, in Not geratenen Menschen helfen zu müssen. Dass er trotz erdrückender Feindüberlegenheit das Risiko für sein Schiff, seine Besatzung und für seine eigene Person auf sich nimmt und die Verantwortung für die Rettungsaktion trägt, ist ein besonderes Mermal für die Selbstlosigkeit und Aufrichtigkeit dieses Mannes. Der im Titel des Werks bewusst verwendete unbestimmte Artikel besagt, dass es sich hierbei um ein mögliches (und glaubwürdiges) Ende des Krieges handelt. Zum Steuermann meint der Marinerichter: “Männern wie Ihrem Kommandanten ist es zu verdanken, daß Hunderttausende in Sicherheit gebracht wurden - Männern wie ihm, die bereit waren, etwas zu riskieren, sich notfalls zu opfern.” Die Erkenntnisse der Geschichtsforschung stimmen mit dieser Aussage überein. In der Tat konnte das scheinbar unabwendbare Kriegsende vieler, die verwundet und eingekesselt und auf Hilfe angewiesen waren, in ein hoffnungsvolleres Kriegsende abgewandelt werden. Dieses Phänomen unterstreicht, dass Pflichterfüllung keineswegs konträr zu Humanität verstanden werden muss.
참고문헌 (25)
- Baßmann, Winfried, "Siegfried Lenz. Sein Werk als Beispiel für Weg und Standort der Literatur in der Bundesrepublik Deutschland" (1978)
- Batt, Kurt, "Revolte intern; Betrachtungen zur Literatur in der Bundesrepublick Deutschland" (1975)
- Brustat-Naval, Fritz, "Unternehmen Rettung" (1987), Bastei Lübbe
- "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 21. 10. 1984. Die Welt, 3. 10. 1984", 1984~ (1984)
- Dönitz, Karl, "Zehn Jahre und zwanzig Tage. Erinnerungen 1935-1945" (1985), Bernard & Graefe
- Dönitz, Karl, "40 Fragen an Karl Dönitz" (1980), Bernard & Graefe
- Huber, Heinz, "Das Dritte Reich. Seine Geschichte in Texten, Bildern und Dokumenten. Bd. 2: Der Zusammenbruch der Macht" (1964), Desch
- Jacob, Jürgen, "Keine Gnade für die Meuterer. Beschreibung einer extremen Situation, In Kölner Stadt-Anzeiger v. 22.2" (1985)
- Kern, Erich, "Verbrechen am deutschen Volk. Eine Dokumentation alliierter Grausamkeiten 1939-1945" (1964), Schötz
- Kern, Erich, "Alliierte Verbrechen an Deutschen. Die verschwiegenen Opfer" (1982), Schütz
- Kramberg, K. H., "Kriegsgericht nach dem Krieg. Eine so wahre wie unerhörte Begebenheit, erzählt von Siegfried Lenz", Süddeutsche Zeitung, 29(30), pp.156~ (1984)
- Kurowski, Franz, "Bedingungslose Kapitualition. Inferno in Deutschland 1945" (1983), Druffel
- Lenz, Siegfried, "Ein Kriegsende" (1984), Hoffmann und Campe
- Lenz, Siegfried, "Ich bin ein militanter Demokrat. Meinungen und Interpretationen von Siegfried Lenz zu Literatur, Philosophie und Zeitgeschichte. Siegfried Lenz im Gespräch mit Claus Nordbruch" (1992)
- Lüdde-Neurath, Walter, "Regierung Dönitz. Die letzten Tage des Dritten Reiches. Mit einem umfangreichen Dokumentenanhang und dem >Dönitz-Tagebuch<" (1981), Druffel
- Nawratil, Heinz, "Vertreibungsverbrechen an Deutschen. Tatbestand, Motive, Bewältigung" (1987), Ullstein
- "Neue Züricher Zeitung, 23. 11. 1984", ~ (1984)
- "Reine Menschlichkeit", Der Spiegel v. 26.11, 221~222 (1984)
- Schramm, Percy Ernst, "Die Niederlage 1945. Aus dem Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmac" (1962), Deutscher Taschenbuch Verlag
- Schuster, Klaus, "Was war damals? Siegfried Lenz: Ein Kriegsende", Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, ~ (1984)
- Schwinge, Erich, "Verfälschung und Wahrheit. Das Bild der Wehrmachtgerichtsbarkeit" (1988), Hohenrain
- "Süddeutsche Zeitung, 29.", 30. 9. 1984, 1984
- Tschapke, Reinhard, "Ich brauche Geschichten, um die Welt zu verstehen", Rheinischer Merkur, 1988, pp.17~
- 1985, , ~
- Wasung, Rolf, "Siegfried Lenz: Ein Kriegsende, In Neue deutsche Hefte", pp.584~585 (1985)
