Bekenntnis des Glaubensverlustes eines gläubigen Kindes in Elie Wiesels Die Nacht
0
조회
0
다운로드
0
인용
0
참고문헌
키워드
초록
Elie Wiesel, geboren 1928 in Sighet, verlor seinen Glauben an Gott schrittweise durch die traumatischen Erfahrungen der Shoah, insbesondere während seiner Zeit in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald. In seiner Erzählung Die Nacht wird dieser Prozess des Glaubensverlusts eingehend beschrieben. Die Deportation aus Sighet markierte für Wiesel nicht nur den Verlust seines Zuhauses, sondern auch den Beginn des Abbruchs seiner Identität als gläubiges jüdisches Kind. Diese Entwicklung setzte sich im Konzentrationslager fort, wo Wiesel angesichts des allgegenwärtigen Terrors und des Schweigens Gottes die Sinnhaftigkeit seines Glaubens in Frage stellte. Parallel zu dieser spirituellen Entfremdung beschreibt die Erzählung eine fundamentale Veränderung in der Beziehung zwischen Wiesel und seinem Vater. Während der Vater zu Beginn der Erzählung als schützende und Halt gebende Figur geschildert wird, ähnlich einer göttlichen Vaterfigur, wird er im Verlauf der Lagererfahrung physisch und psychisch immer schwächer. Wiesel sieht sich gezwungen, die Rolle des Beschützers zu übernehmen, wodurch sich die Vater-Sohn-Beziehung vollständig umkehrt. Diese Umkehrung der Rollen macht nicht nur die zunehmende Machtlosigkeit des Vaters deutlich, sondern steht auch symbolisch für die Ohnmacht Gottes in einer Welt des Terrors. Mit dem Tod seines Vaters verliert Wiesel nicht nur die letzte verbliebene emotionale Stütze, sondern auch seine Hoffnung und seinen Glauben an eine göttliche Gerechtigkeit. Die Erzählung Die Nacht zeigt eindrücklich die existenziellen und spirituellen Verluste, die Wiesel während der Shoah erlitt, und zeichnet die schmerzvolle Transformation eines gläubigen Kindes hin zu einem Menschen, der die Abwesenheit Gottes erlebt und anklagt.
Abstract
Elie Wiesel, geboren 1928 in Sighet, verlor seinen Glauben an Gott schrittweise durch die traumatischen Erfahrungen der Shoah, insbesondere während seiner Zeit in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald. In seiner Erzählung Die Nacht wird dieser Prozess des Glaubensverlusts eingehend beschrieben. Die Deportation aus Sighet markierte für Wiesel nicht nur den Verlust seines Zuhauses, sondern auch den Beginn des Abbruchs seiner Identität als gläubiges jüdisches Kind. Diese Entwicklung setzte sich im Konzentrationslager fort, wo Wiesel angesichts des allgegenwärtigen Terrors und des Schweigens Gottes die Sinnhaftigkeit seines Glaubens in Frage stellte. Parallel zu dieser spirituellen Entfremdung beschreibt die Erzählung eine fundamentale Veränderung in der Beziehung zwischen Wiesel und seinem Vater. Während der Vater zu Beginn der Erzählung als schützende und Halt gebende Figur geschildert wird, ähnlich einer göttlichen Vaterfigur, wird er im Verlauf der Lagererfahrung physisch und psychisch immer schwächer. Wiesel sieht sich gezwungen, die Rolle des Beschützers zu übernehmen, wodurch sich die Vater-Sohn-Beziehung vollständig umkehrt. Diese Umkehrung der Rollen macht nicht nur die zunehmende Machtlosigkeit des Vaters deutlich, sondern steht auch symbolisch für die Ohnmacht Gottes in einer Welt des Terrors. Mit dem Tod seines Vaters verliert Wiesel nicht nur die letzte verbliebene emotionale Stütze, sondern auch seine Hoffnung und seinen Glauben an eine göttliche Gerechtigkeit. Die Erzählung Die Nacht zeigt eindrücklich die existenziellen und spirituellen Verluste, die Wiesel während der Shoah erlitt, und zeichnet die schmerzvolle Transformation eines gläubigen Kindes hin zu einem Menschen, der die Abwesenheit Gottes erlebt und anklagt.
참고문헌 (10)
- Wiesel, Elie, "Die Nacht. Erinnerung und Zeugnis. Übersetzung aus dem Französischen v. Curt Meyer-Clason" (2008)
- 사미옥, "홀로코스트 문학수업의 교육적 가치: 엘리 위젤의 『밤』을 중심으로", 영어영문학연구, 58, pp.133~155 (2016)
- 최윤영, "초국적 이방인의 보호 받지 못한 삶과 죽음", 탈경계인문학, 6, pp.29~58 (2013)
- Barboric, Antonia, "Der Holocaust in der literarischen Erinnerung. Autobiografische Aufzeichnungen von Udo Dietmar und Elie Wiesel" (2014)
- Boschki, Reinhold, "Elie Wiesel. Ein Leben gegen das Vergessen. Einnerungen eines Weggefährten" (2018)
- Brown, Robert McAfee, "Elie Wiesel. Zeuge für die Menschheit. Übersetzung aus dem Amerikanischen v. Reinhold Boschert" (1990)
- Hofmann, Michael, "Literaturgeschichte der Shoah" (2003)
- Horowitz, Rosemary, "Elie Wiesel and the Art of Storytelling" (2006)
- Kim, Dong Hun, "Weiter-Erzählen über die Shoah in Elie Wiesels Die Nacht", Neuere Deutsche Literatur, 57, pp.241~264 (2021)
- Kim, Dong Hun, "Weiter-Erzählen über die Shoah(2)-Wiederholendes Erzählen und sich verändernde Perspektive bei Elie Wiesel", Neuere Deutsche Literatur, 59, pp.181~200 (2022)
