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지구화 시대의 문학

Literatur im Zeitalter der Globalisierung

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주제분류독일어와문학

초록

Die vorliegende Arbeit hinterfragt, wie in der Literatur selbst Auswirkungen der Globalisierung ästhetisch verarbeitet werden. Sie versucht, den Zusammenhang von Globalisierung und Literatur aus unterschiedlichen Perspektiven zu erörtern und eine Erzählung von Peter Handke angesichts der Globalisierungstendenzen konkret zu analysieren. “Globalisierung” kennzeichnet zunächst den Zustand einer Gesellschaft, deren Wirtschaftshandeln über den ganzen Globus hin umfassend vernetzt ist. Sie meint aber auch den Prozess selbst, welcher zu einer immer dichteren Verknüpfung ökonomischer Handlungsentscheidungen führt, und sie erfasst weitere Aspekte des gesellschaftlichen Lebens, die damit in Zusammenhang stehen. Grundlage der Globalisierung sind in technischer Hinsicht die neuen, weitreichenden Verkehrs- und Kommunikationsmittel sowie in gesellschaftlicher Hinsicht die gesteigerte mentale Mobilitätsbereitschaft der Menschen. In der Hybridisierung schließen sich Homogenisierung und Ausdifferenzierung nicht aus, sondern gehen zusammen. Natürlich verbreitet die Globalisierung bestimmte Standards, aber zugleich konturieren sich kulturelle Besonderheiten und lokalen Lebensweisen erst vor dem Hintergrund der Globalisierung. Was am Begriff “Weltliteratur” und am dahinter stehenden Konzept vom Weltbürgertum fasziniert, ist die Einsicht Goethes in die Möglichkeit und Notwendigkeit eines internationalen kulturellen Dialogs, seine Überzeugung von der grundsätzlichen Gleichrangigkeit großer Literatur, gleichgültig, aus welchen Erdteilen sie stammt. Goethe war überzeugt, dass es geistigen Austausch und kulturelle Wechselwirkungen über Grenzen von Raum und Zeit hin gebe, dass die Völker eben nicht auf bloße Selbstverständigung angewiesen seien. Heute sei Weltliteratur nicht aus einer internationalen Angleichung abzuleiten, sondern lasse sich dieser eher als kritische Dimension entgegenhalten, als komplexer Ort für eine Selbstdarstellung der verschiedenen Kulturen und Kulturkonflikte, eng angelehnt an die Selbstäußerungen ihrer Subjekte, als Medium der Verarbeitung von Kolonisierung und Modernisierung. Peter Handke demonstriert in seinem Roman 『In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus』 die Dialektik von “Globalisierung” und “Separierung”. Weiterhin demonstriert er die Ambivalenz zeitgenössischer Vernetzung von Nähe und Ferne. Sein Roman ist eine Parabel über spezipische Raumerfahrungen im Zeitralter des verkehrstechnischen Zusammenrückens der Weltregion. Im Übergang vom Nah- zum Fernraum werden die Tendenzen zu Vereinheitlichung und die zur Fragmentierung der Welt sichtbar. Flughäfen sind tatsächlich Nicht-Orte mit einer spezifischen kulturellen Ausstattung, in denen sich Menschen verschiedener Herkunft zeitweilig begegnen. Entgegen der These von der Nivellierung der kulturellen Vielhalt im Globalisierungsprozess scheint doch eher kulturelle Vielstimmigkeit zuzunehmen. Statt des Verschwindens bzw. der Homogenisierung der Kulturen bilden sich im Kulturkontakt neue, wechselnde Kulturmuster heraus. Ständige Veränderung wird zum Normalzustand.

Abstract

Die vorliegende Arbeit hinterfragt, wie in der Literatur selbst Auswirkungen der Globalisierung ästhetisch verarbeitet werden. Sie versucht, den Zusammenhang von Globalisierung und Literatur aus unterschiedlichen Perspektiven zu erörtern und eine Erzählung von Peter Handke angesichts der Globalisierungstendenzen konkret zu analysieren. “Globalisierung” kennzeichnet zunächst den Zustand einer Gesellschaft, deren Wirtschaftshandeln über den ganzen Globus hin umfassend vernetzt ist. Sie meint aber auch den Prozess selbst, welcher zu einer immer dichteren Verknüpfung ökonomischer Handlungsentscheidungen führt, und sie erfasst weitere Aspekte des gesellschaftlichen Lebens, die damit in Zusammenhang stehen. Grundlage der Globalisierung sind in technischer Hinsicht die neuen, weitreichenden Verkehrs- und Kommunikationsmittel sowie in gesellschaftlicher Hinsicht die gesteigerte mentale Mobilitätsbereitschaft der Menschen. In der Hybridisierung schließen sich Homogenisierung und Ausdifferenzierung nicht aus, sondern gehen zusammen. Natürlich verbreitet die Globalisierung bestimmte Standards, aber zugleich konturieren sich kulturelle Besonderheiten und lokalen Lebensweisen erst vor dem Hintergrund der Globalisierung. Was am Begriff “Weltliteratur” und am dahinter stehenden Konzept vom Weltbürgertum fasziniert, ist die Einsicht Goethes in die Möglichkeit und Notwendigkeit eines internationalen kulturellen Dialogs, seine Überzeugung von der grundsätzlichen Gleichrangigkeit großer Literatur, gleichgültig, aus welchen Erdteilen sie stammt. Goethe war überzeugt, dass es geistigen Austausch und kulturelle Wechselwirkungen über Grenzen von Raum und Zeit hin gebe, dass die Völker eben nicht auf bloße Selbstverständigung angewiesen seien. Heute sei Weltliteratur nicht aus einer internationalen Angleichung abzuleiten, sondern lasse sich dieser eher als kritische Dimension entgegenhalten, als komplexer Ort für eine Selbstdarstellung der verschiedenen Kulturen und Kulturkonflikte, eng angelehnt an die Selbstäußerungen ihrer Subjekte, als Medium der Verarbeitung von Kolonisierung und Modernisierung. Peter Handke demonstriert in seinem Roman 『In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus』 die Dialektik von “Globalisierung” und “Separierung”. Weiterhin demonstriert er die Ambivalenz zeitgenössischer Vernetzung von Nähe und Ferne. Sein Roman ist eine Parabel über spezipische Raumerfahrungen im Zeitralter des verkehrstechnischen Zusammenrückens der Weltregion. Im Übergang vom Nah- zum Fernraum werden die Tendenzen zu Vereinheitlichung und die zur Fragmentierung der Welt sichtbar. Flughäfen sind tatsächlich Nicht-Orte mit einer spezifischen kulturellen Ausstattung, in denen sich Menschen verschiedener Herkunft zeitweilig begegnen. Entgegen der These von der Nivellierung der kulturellen Vielhalt im Globalisierungsprozess scheint doch eher kulturelle Vielstimmigkeit zuzunehmen. Statt des Verschwindens bzw. der Homogenisierung der Kulturen bilden sich im Kulturkontakt neue, wechselnde Kulturmuster heraus. Ständige Veränderung wird zum Normalzustand.

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