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독일 중세와 근대 카니발의 사회적 기능

Die soziale Funktion des deutschen Karnevals im Mittelalter und in der Neuzeit

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주제분류독일어와문학

초록

Anhand einer Fülle historischer Bildquellen entwickelt Mezger seine zentrale These, dass im mittelalterlichen Typus des Narren der Schlüssel für ein ideengeschichtliches Verstehen der Fastnacht liegt. "Spott gegen geistliche und weltliche Autoritäten, die phantasievolle Selbstdarstellung ohne Rücksicht auf bestehende Standesschranken, der freiere Umgang mit dem anderen Geschlecht" waren auschließlich an Fastnacht unter der Narrenmaske möglich. Karneval war die Volkskultur, die Kunst, der Geschmack und die Mentalität der ökonomisch Abhängigen, politisch und rechtlich Unfreien, die den größten Anteil an der Bevölkerung des späten Mittelalters ausmachten. Der karnevaleske Feiertag war nur in der Zone der städtischen Sonderfreiheiten möglich. Eine Geschichte aus dem Jahr 1332 erzählt, dass der karnevaleske Feiertag mehr war als ein Ventil für sozialen oder kulturellen Überdruck. Er dehnte den Freiraum aus und entlud sich in extremen Fällen in ihm revoltierend. Am Feiertag probten die Handwerker und Plebejer den Aufstand. Sie waren erfolgreich. In den 1820er Jahren gründeten sich in Köln, Düsseldorf und Aachen die ersten Karnevalsgesellschaften und bildeten bereits wesentliche Strukturen des organisierten Karnevals heraus, die bis heute Bestand haben. Das entscheidend Neue dieses modernen Karnevals war, dass der Karneval seitdem in eigens dazu gegründeten Vereinen organisiert wurde, deren Stabilität stark von den führenden bürgerlichen Persönlichkeiten abhing. Die Gründer der Karnevalsgesellschaft wollten das durch soziale und politische Veränderungen stark beeinträchtigte rheinische Karnevalsfest wieder auf ein "höheres Niveau" heben. Sie wollten nicht die Politisierung des Karnevals. Im Vormärz gewann der rheinische Karneval eine herausragende politische Dimension, die zunächst durch das Misstrauen, das dem Karneval von Seiten der Berliner Zentralbehörden entgegenschlug, bedingt war. Die Karnevalsvereine nutzten den Karneval als Forum zur Verständigung über politische Richtungen, Haltungen und Strategien. Insofern gehört der Karneval zur Vorgeschichte der Revolution von 1848/49 im Rheinland. Trotzdem sieht der Soziologe Klersch in dem Kölner Karneval auch in den 1840er Jahren den "Ausdruck des Sinnes für historische Kontinuität, Ordnung und Lebensbejahung stärker als die Politik", und betont, "an einer Politisierung hätte der Karneval zugrunde gehen müssen und müßte es noch". Gegen diese Politisierung habe sich "das gesunde Gefühl der Kölner mit Recht" gewehrt. Diese Betrachtung verrät einerseits den Hintergrund des politischen Karnevals im Vormärz, andererseits den Wunsch nach einer feierlichen und spielerischen Gestaltung des Karnevals. Wenn heute die Institutionen den, der sie verspottet, der in Frage stellt, zulassen, ist sicher, dass er entschärft ist und nur so tut, "als ob": der Karnevalsnarr in den tollen Tagen wie der Clown im Kaufhaus, da ist die Travestie nicht "ernst" gemeint. Diese Narren haben tatsächlich im Sinne des Systems Ventilfunktion. Nach 1848/49 haben die rheinischen Karnevalsvereine ihre besondere politische Bedeutung wieder verloren. Gleichwohl behielt der Karneval auch eine politische Dimension, indem er die Möglichkeit bot, in humoristisch-satirischer Form Zeitereignisse, Meinungen und Haltungen kritisch darzustellen und zu persiflieren. Diese politische Dimension war schon in der Gründungsidee der Karnevalsgesellschaft vorbestimmt.

Abstract

Anhand einer Fülle historischer Bildquellen entwickelt Mezger seine zentrale These, dass im mittelalterlichen Typus des Narren der Schlüssel für ein ideengeschichtliches Verstehen der Fastnacht liegt. "Spott gegen geistliche und weltliche Autoritäten, die phantasievolle Selbstdarstellung ohne Rücksicht auf bestehende Standesschranken, der freiere Umgang mit dem anderen Geschlecht" waren auschließlich an Fastnacht unter der Narrenmaske möglich. Karneval war die Volkskultur, die Kunst, der Geschmack und die Mentalität der ökonomisch Abhängigen, politisch und rechtlich Unfreien, die den größten Anteil an der Bevölkerung des späten Mittelalters ausmachten. Der karnevaleske Feiertag war nur in der Zone der städtischen Sonderfreiheiten möglich. Eine Geschichte aus dem Jahr 1332 erzählt, dass der karnevaleske Feiertag mehr war als ein Ventil für sozialen oder kulturellen Überdruck. Er dehnte den Freiraum aus und entlud sich in extremen Fällen in ihm revoltierend. Am Feiertag probten die Handwerker und Plebejer den Aufstand. Sie waren erfolgreich. In den 1820er Jahren gründeten sich in Köln, Düsseldorf und Aachen die ersten Karnevalsgesellschaften und bildeten bereits wesentliche Strukturen des organisierten Karnevals heraus, die bis heute Bestand haben. Das entscheidend Neue dieses modernen Karnevals war, dass der Karneval seitdem in eigens dazu gegründeten Vereinen organisiert wurde, deren Stabilität stark von den führenden bürgerlichen Persönlichkeiten abhing. Die Gründer der Karnevalsgesellschaft wollten das durch soziale und politische Veränderungen stark beeinträchtigte rheinische Karnevalsfest wieder auf ein "höheres Niveau" heben. Sie wollten nicht die Politisierung des Karnevals. Im Vormärz gewann der rheinische Karneval eine herausragende politische Dimension, die zunächst durch das Misstrauen, das dem Karneval von Seiten der Berliner Zentralbehörden entgegenschlug, bedingt war. Die Karnevalsvereine nutzten den Karneval als Forum zur Verständigung über politische Richtungen, Haltungen und Strategien. Insofern gehört der Karneval zur Vorgeschichte der Revolution von 1848/49 im Rheinland. Trotzdem sieht der Soziologe Klersch in dem Kölner Karneval auch in den 1840er Jahren den "Ausdruck des Sinnes für historische Kontinuität, Ordnung und Lebensbejahung stärker als die Politik", und betont, "an einer Politisierung hätte der Karneval zugrunde gehen müssen und müßte es noch". Gegen diese Politisierung habe sich "das gesunde Gefühl der Kölner mit Recht" gewehrt. Diese Betrachtung verrät einerseits den Hintergrund des politischen Karnevals im Vormärz, andererseits den Wunsch nach einer feierlichen und spielerischen Gestaltung des Karnevals. Wenn heute die Institutionen den, der sie verspottet, der in Frage stellt, zulassen, ist sicher, dass er entschärft ist und nur so tut, "als ob": der Karnevalsnarr in den tollen Tagen wie der Clown im Kaufhaus, da ist die Travestie nicht "ernst" gemeint. Diese Narren haben tatsächlich im Sinne des Systems Ventilfunktion. Nach 1848/49 haben die rheinischen Karnevalsvereine ihre besondere politische Bedeutung wieder verloren. Gleichwohl behielt der Karneval auch eine politische Dimension, indem er die Möglichkeit bot, in humoristisch-satirischer Form Zeitereignisse, Meinungen und Haltungen kritisch darzustellen und zu persiflieren. Diese politische Dimension war schon in der Gründungsidee der Karnevalsgesellschaft vorbestimmt.

참고문헌 (14)

  1. Assenmacher, "Festkomitee des Klner Karnevals von 1823 e", pp.175~
  2. Alexander Kaempfe, "Literatur und Karneval Zur Romantheorie und Lachkultur Aus dem Russischen bersetzt und mit einem Nachwort versehen v" (1990)
  3. Rabelais, "Massachusetts Institute of Technology" (1968)
  4. Christian, "Karneval in Aachen Dsseldorf und Kln von 1823 bis 1914" (2000)
  5. Fuchs, "175 Jahre Festkomitee des Klner Karnevals von 1823 e"
  6. Gall, "liberale Bewegung und Nation"
  7. Rolf, "Schalk und Scharlantan Die Welt als Karneval Reinbeck bei Hamburg 1984"
  8. Keim, "Weltgeschichte aus der Btt", pp.11~ (1981)
  9. Klersch, "Die klnische Fastnacht von ihren Anfngen bis in die Gegenwart"
  10. "Narrenidee und Fastnachtsbrauch Studien zum Fortleben des Mittelalters in der europischen Festkultur"
  11. Moser, "Volksbruche und im geschichtlichen Wandel"
  12. "Elke und Herbert Fastnachtsbruche in der Bundesrepublik Deutschland"
  13. Scribner, "Karneval und die Richard van Dlmen und Norbert Schindler" (1984)
  14. Spickhoff, "Aus der Geschichte des Dsseldorfer Karnevals"

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