역사와 문학의 죽음, 혹은 영웅의 자살 하이너 뮐러의 ?이를테면 아이아스? 읽기
Der Tod der Literatur und Geschichte oder der Selbstmord eines Helden
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초록
Die vorliegende Arbeit beabsichtigt, anhand der Analyse der Großlyrik 「Ajax zum Beispiel」Heiner Müllers Kritik am gängigen Zeitgeist im vereinigten Deutschland zu verdeutlichen. Seit dem Untergang des real-existierenden Sozialismus scheinen viele Arbeiten kritisch gesinnter Schriftsteller der ehemaligen DDR bei der Leserschaft kein Interesse mehr zu finden. In diesem Zusammenhang widmet Müller in seinem Werk der Figur des Ajax besondere Aufmerksamkeit. Durch die Schikane der Göttin Athene lächerlich gemacht, ersticht sich der griechische Held voller Verzweiflung, nachdem er auf dem trojanischen Strand die Klinge des Schwerts gegen den Himmel aufgerichtet hat. Indem Müller Ajax als ein ”Opfer zweifachen Betrugs“ betrachtet, geht er der Geschichte Europas kritisch nach. Die Geschichte Europas sei, so Müller, von Morden und deren Vergeltung gekennzeichnet und habe unzählige Opfer gefordert: Kaulich, der einem Konflikt zwischen dem Stalinismus und Faschismus zum Opfer fiel, Trozkij, der in Mexico kaltblütig ermordet wurde. Müller identifiziert solche Menschen mit Ajax und übt dadurch indirekt Kritik am kunstfeindlichen Klima im vereinigen Deutschland. In den Buchhandlungen stapeln sich ”Bestseller für Idioten“. Viele Leute amüsieren sich lieber und schauen Fernsehen, anstatt Bücher zu lesen. Die niveauvolle Literatur befindet sich in einer schweren Krise. Unter diesen Umständen sei es sinnlos, so Müller, eine mit Hollywood konkurrierende Tragödie zu schreiben. Wie Ajax durch den Selbstmord seine letzte Ehre zu retten sucht, so bevorzugt es Müller, seine Feder endgültig niederzulegen. Hinter Müllers Zeitkritik verbergen sich drei Standpunkte: Erstens erscheint die heutige Zeit wie eine ”Immobilie zum Verkauf“. Dabei verurteilt er diesen Zeitgeist der ”Posthistoire“ als Hirngespinst, das von vornherein jede Aussicht auf Hoffnung verweigere. Zweitens, wenn auch das lukrative Interesse des Kapitalismus mit einer Vernichtung der Literatur drohe, so sei dennoch das dichterische Metier nicht aus der Welt zu schaffen, solange man dessen Wünsche ständig zu erfüllen trachte. Drittens lasse sich die sozialistische Utopie -so Müller- z. B. zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit in der dritten Welt nicht gänzlich aufheben.
Abstract
Die vorliegende Arbeit beabsichtigt, anhand der Analyse der Großlyrik 「Ajax zum Beispiel」Heiner Müllers Kritik am gängigen Zeitgeist im vereinigten Deutschland zu verdeutlichen. Seit dem Untergang des real-existierenden Sozialismus scheinen viele Arbeiten kritisch gesinnter Schriftsteller der ehemaligen DDR bei der Leserschaft kein Interesse mehr zu finden. In diesem Zusammenhang widmet Müller in seinem Werk der Figur des Ajax besondere Aufmerksamkeit. Durch die Schikane der Göttin Athene lächerlich gemacht, ersticht sich der griechische Held voller Verzweiflung, nachdem er auf dem trojanischen Strand die Klinge des Schwerts gegen den Himmel aufgerichtet hat. Indem Müller Ajax als ein ”Opfer zweifachen Betrugs“ betrachtet, geht er der Geschichte Europas kritisch nach. Die Geschichte Europas sei, so Müller, von Morden und deren Vergeltung gekennzeichnet und habe unzählige Opfer gefordert: Kaulich, der einem Konflikt zwischen dem Stalinismus und Faschismus zum Opfer fiel, Trozkij, der in Mexico kaltblütig ermordet wurde. Müller identifiziert solche Menschen mit Ajax und übt dadurch indirekt Kritik am kunstfeindlichen Klima im vereinigen Deutschland. In den Buchhandlungen stapeln sich ”Bestseller für Idioten“. Viele Leute amüsieren sich lieber und schauen Fernsehen, anstatt Bücher zu lesen. Die niveauvolle Literatur befindet sich in einer schweren Krise. Unter diesen Umständen sei es sinnlos, so Müller, eine mit Hollywood konkurrierende Tragödie zu schreiben. Wie Ajax durch den Selbstmord seine letzte Ehre zu retten sucht, so bevorzugt es Müller, seine Feder endgültig niederzulegen. Hinter Müllers Zeitkritik verbergen sich drei Standpunkte: Erstens erscheint die heutige Zeit wie eine ”Immobilie zum Verkauf“. Dabei verurteilt er diesen Zeitgeist der ”Posthistoire“ als Hirngespinst, das von vornherein jede Aussicht auf Hoffnung verweigere. Zweitens, wenn auch das lukrative Interesse des Kapitalismus mit einer Vernichtung der Literatur drohe, so sei dennoch das dichterische Metier nicht aus der Welt zu schaffen, solange man dessen Wünsche ständig zu erfüllen trachte. Drittens lasse sich die sozialistische Utopie -so Müller- z. B. zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit in der dritten Welt nicht gänzlich aufheben.
